Sportlerwahl des Jahrzehnts - Startnummer 17

Zlatan Burina ist der „Adoptiv-Vater“ mit dem Blick für Talente

Zlatan Burina
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Zlatan Burina ist seit 22 Jahren Trainer des TC Grün-Weiß Rotenburg.

Rotenburg – Die Tennis-Punktspiele in diesem Winter fallen der Corona-Pandemie zum Opfer. Dennoch hat Zlatan Burina, Coach der Nordliga-Herren des TC Grün-Weiß Rotenburg und Trainer des Jahres bei der Sportlerwahl 2013, eine neue „Herausforderung“. Ein riesiger Behälter mit Kaugummi-Kugeln, der geleert werden will. Quasi täglich arbeitet sich der Coach während des Trainings, das trotz des Virus unter Einhaltung der Abstandsregeln erlaubt ist, daran ab.

Ab dem Sommer will Burina mit seinen Tennis-Herren dann wieder auf der roten Asche weitere Erfolge einfahren und in der Nordliga angreifen. In der vierthöchsten deutschen Spielklasse tritt das Team zum zweiten Mal in Serie an. Auch im Winter geht es normalerweise in der Spielklasse rund.

Der Höhenflug ist vor allem Burinas Erfolg. Und Tennis ist sein Leben. Von 8 Uhr morgens bis 21 Uhr abends steht der Mann mit der Capy, dem Trainingsanzug und den markanten Sprüchen („Zieh durch das“) auf dem Platz. „Ich habe noch nie in meinem Leben länger als zwei Wochen nicht gespielt“, sagte er im vergangenen März während des Lockdowns inklusive geschlossener Sportanlagen.

Der gebürtige Bosnier aus Tuzla hat nach einem Gastspiel beim TC Wiepenkathen seit nunmehr 22 Jahren beim Wümme-Club die Zügel in der Hand. Dabei hat der Fan des Hamburger SV ein besonderes Auge für Talente, die er mit einer Mischung aus penibler Technikarbeit und Spaß für den Sport mit der gelben Filzkugel begeistert. Dieser Mix hat dafür gesorgt, dass Rotenburg ein Tenniszentrum geworden ist. Die Burina-Schützlinge sind gefürchtet und bekannt für ihre gute Technik. Im Gegensatz zu allen anderen Konkurrenten baut Rotenburg bei den Herren dank Burinas Arbeit fast nur auf seine Eigengewächse.

Viele Spieler seines Erfolgsteams kamen im Grundschulalter zum Schnuppertraining des 62-Jährigen und sind bis heute geblieben. Für den Großteil seiner Spieler aus Rotenburg ist Burina der einzige Trainer ihrer Laufbahn. Seine Söhne Damir, Semir (beide nicht mehr beim TC GW Rotenburg), Tarik und Emir haben ohnehin von Beginn an bei ihm trainiert und das Tennis-Gen in die Wiege gelegt bekommen. „Ich bin bei Zlatan seit meinem sechsten Lebensjahr zu Hause. Wir spielen gefühlt schon immer bei ihm“, sagt auch Sebastian Loss. Sein Teamkollege Vincent Wuttke fügt an: „Wir sind bei ihm von kleinen Kindern zu erwachsenen Personen geworden. Er ist so etwas wie ein Adoptiv-Vater und kennt uns so gut wie kaum eine andere Person.“

Dem staatlich geprüften Coach hilft auch seine Heimat immer noch. Im Sommerurlaub in Tuzla zieht es den Trainer dort oft auf die Tennisplätze. Dort hat er mit Aziz Kijametovic und Danijal Muminovic schon zwei Verstärkungen für sein Team gefunden. Wenn die beiden kommen, übernachten sie im Haus der Burinas in Scheeßel und werden dort quasi ebenfalls „adoptiert“.

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