Viererpack bei Rotenburgs 4:1 in Verden / „Hat von der Position gepasst“

Denkers denkwürdiges Derby

Denkwürdiges Spiel: Stefan Denker (l.) trifft viermal gegen Verden – hier kommt Richard Sikut zu spät. Fotos: Wächter

Verden - Von Ulf Von Der Eltz. Frank Neubarth, Trainer des FC Verden 04, ging schnell zur Tagesordnung über: „So ein Spiel kann ich rasch abhaken. Wir haben Fehler über Fehler gemacht, es war halt ein gebrauchter Tag.“ Trotz dieser eher emotionslosen Reaktion nach dem 1:4 (0:2) am Sonntag gegen den Rotenburger SV sahen die Fans ein denkwürdiges Derby in der Fußball-Landesliga. Denkwürdig wegen Stefan Denker!

Der in der Offensive aufgebotene 29-Jährige erzielte erstmals in seiner Laufbahn im Erwachsenen-Bereich vier Treffer in einem Spiel. „Bisher waren es maximal zwei gewesen. Aber heute passte es halt von der Position her, wir haben die Buden auch in den richtigen Momenten erzielt“, strahlte der Matchwinner: „Ich habe das Toreschießen aber auch nie wirklich verlernt.“

Sein Coach Tim Ebersbach sah die Taktik im 4:3:3 als Grundstein für den unerwartet glatten Erfolg: „Das ist perfekt aufgegangen. Wir haben auch in den Vorwochen so schlecht nicht gespielt, diesmal passte die Balance zwischen Offensive und Defensive eben. Und die Truppe hat den Derby-Charakter klasse angenommen, zehn Prozent mehr aus sich herausgeholt.“ Wobei „Ebbe“ auch eingestand, dass die frühe Rote Karte gegen Verdens Radif Alijan (27.) nach unnötigem Schubser gegen Lucas Chwolka der Knackpunkt war: „Die Vorentscheidung. Wir zeigten uns hinten sehr ballsicher, ließen daher wenig anbrennen.“ Und vorne traf eben Denker.

Da kann sich Verdens Keeper Stefan Wöhlke noch so breit machen. Der Rotenburger Marcello Muniz (l.) schiebt weiter – und Stefan Denker vollendet.

Gegenüber Neubarth sah in der Dezimierung ebenfalls einen Bärendienst seines Offensiv-Akteurs: „Eine schwachsinnige Aktion, die zu unserem fehlerhaften Spiel passte.“ Dabei hatten die Allerstädter ganz vernünftig angefangen, gut kombiniert – Torgefahr brandete indes auf der anderen Seite auf: Ging der Ball von Marcello Muniz noch an die Latte (12.), nutzte Rotenburg 120 Sekunden später einen Doppelfehler von Jonathan Schmude und Richard Sikut zum 1:0, als Muniz den freistehenden Denker anspielte, der nur noch ins leere Tor schieben musste. Nach dem Platzverweis agierte der RSV hoch überlegen, Denker traf mit einem Flipperball aus 16 Metern zum 2:0 (40.).

In der ersten Minute nach Wiederanpfiff ereilte den ersatzgeschwächten FC Verden der entscheidende Tiefschlag: Nach klugem Spielzug über Muniz und Björn Mickelat vollendete Denker zum 3:0. Kurzzeitig gerieten die Wümme-Kicker ein bisschen ins Wanken, als Mirco Temp nach Breves-Freistoß per Fallrückzieher das 1:3 gelang (57.), aber Thomas Celik scheitere nach Wirrwarr in der RSV-Deckung an Henner Lohmann (64.). Sieben Minuten vor Schluss ging auch Philipp Breves nach einem Rempler gegen Jan Friesen vom Feld – Gelb-Rot. Einen grandiosen Pass durch die Deckung von Yannik Funck nutzte Denker zum 4:1 (89.) und machte damit den denkwürdigen Auftritt perfekt.

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