RSV leistet Heeslinger SC Widerstand – 1:1

Stefan Denker bringt den Punkt vom Punkt

Der passt! RSV-Kapitän Stefan Denker erzielt per Strafstoß den Ausgleich gegen Heeslingen.
+
Der passt! RSV-Kapitän Stefan Denker erzielt per Strafstoß den Ausgleich gegen Heeslingen.

Rotenburg – Die Frisuren sind, nun ja, gewöhnungsbedürftig. Tim Ebersbach, Christoph Drewes und Lars Neugebauer laufen seit dem vorigen Wochenende oben kahlrasiert herum. Das Trainer-Trio hatte während der nachgeholten Meisterfeier des Rotenburger SV seine Wettschulden beglichen. Für den Titelgewinn hatten die Spieler zur Haarschneidemaschine greifen dürfen. Der neue „Putz“ war jedoch nur eine der Überraschungen, die der Neuling der Fußball-Oberliga zu bieten hatte. Die viel größere war der Punktgewinn beim 1:1 (0:1) im ersten Heimspiel und ersten Derby gegen den Heeslinger SC.

Es wirkte fast wie ein Krisengipfel, den das Heeslinger Quartett, bestehend aus Trainer Sören Titze, dessen „Co“ Sebastian Sautner sowie den Teammanagern Steffen Lahde und Carsten Schult, nach dem Abpfiff im Mittelkreis abhielt. Kein Wunder angesichts des zweiten Unentschiedens im zweiten Spiel – viel zu wenig bei den Titelambitionen. Mehrere Meter weiter analysierte RSV-Coach Ebersbach derweil ganz euphorisiert die Partie. Er lobte die „taktische Disziplin“ und fand: „Wir haben mutigen Fußball gespielt.“ Das Tannenbaum-System ging nach einer Viertelstunde und dem frühen Rückstand durch den völlig freistehenden Justin Dähnenkamp (11.) zunehmend besser auf. Vorne rackerte Jan Friesen, versetzt dahinter wühlten der in die erste Elf gerückte Björn Mickelat und Stefan Denker. Vor der Fünferkette, in die Karol Karpus zentral zurückgekehrt war, agierten Lucas Chwolka und der vorgezogene Luca Althausen mit viel Fleiß und Effektivität. „Gerade die beiden Sechser haben es dort richtig gut neutralisiert“, stellte Ebersbach fest. Ohnehin war Youngster Althausen ungemein präsent und schaltete sich immer wieder vorne mit ein – so wie in Rotenburgs Sturm- und Drangphase nach der Pause, als er per Heber fast getroffen hätte (57.). Den Ausgleich erzielte letztlich Denker vom Punkt. Der Kapitän verwandelte den Strafstoß sicher, nachdem der zuvor eingewechselte Mika Kraßmann den Lauf von Yannick Chwolka unfair gestoppt hatte (66.).

Knapp verpasst Sämi van den Berg (l.) die Chance zum Tor, weil Mario Vukoja aufpasst.

Vergessen waren da längst die ängstlichen Anfangsminuten des RSV, die eigentlich schon vor dem Anpfiff damit begonnen hatten, dass die Gastgeber hinterhertrotteten. Zum üblichen gemeinsamen Auflaufen war es nicht gekommen, weil Heeslingen – statt kurz zu warten – das Feld mit einem Vorsprung von mehreren Metern betreten hatte. Übrigens vor 240 zugelassenen Besuchern und einer Handvoll Zuschauer, die hinter dem Zaun zum angrenzenden Ahe-Wald stand.

Starker Auftritt als Sechser: Luca Althausen (am Ball) überwindet Keeper Arne Exner, sein Heber landet jedoch knapp über dem Tor.

„Wir haben ein bisschen Zeit gebraucht, um reinzukommen“, räumte Mickelat ein. „Die erste Viertelstunde waren wir noch in der Landesliga. Da hat Heeslingen uns über Härte und Intensität den Schneid abgekauft“, fand Ebersbach. Immer wieder kam Heeslingen auch zu Flanken – allerdings waren diese zu ungenau. „Wir waren nicht zwingend genug und haben dann 20 Minuten lang das Spiel aus der Hand gegeben. Wir haben es verschenkt“, ärgerte sich Gäste-Trainer Titze und spielte auch auf die letzte Szene an, als RSV-Keeper Fabiano Curia aus der Nahdistanz gegen Mario Vukoja glänzend parierte (90.+3). „Da ist einigen das Herz stehen geblieben“, vermutete Lucas Chwolka.

Auch Heeslingens Torwarttrainer Björn Müller wusste, dass der eine Zähler an seiner alten Wirkungsstätte „ganz klar zu wenig“ war. Aber er fand: „Rotenburg hat sich durch die kämpferische Einstellung in der zweiten Halbzeit den Punkt verdient. Sie haben die nötige Mentalität gezeigt.“ Lucas Chwolka sah seine Rotenburger denn auch endgültig in der neuen Liga angekommen: „Wir haben uns absolut dem Niveau angepasst und in der zweiten Halbzeit angefangen, einen richtig schönen Ball zu spielen.“ Dazu trug auch der 39-jährige Mickelat mit seiner Ballruhe, Übersicht und Riesenchance (53.) bei. Er hatte ohnehin stets an die Oberliga-Qualität des Teams geglaubt. „Und nun merken die Jungs, dass sie es können“, stellte der Routinier fest. Nicht aber, ohne gleichzeitig den Zeigefinger warnend zu heben: „Jetzt müssen wir wieder runterkommen und uns auf den TB Uphusen vorbereiten.“ Die Achimer, Samstag um 13.30 Uhr Gast im Ahe-Stadion, hatten ebenfalls ihren ersten Punkt geholt – gegen Kickers Emden.

Von Matthias Freese

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Viel Zeit für dänische Hygge auf Bornholm

Viel Zeit für dänische Hygge auf Bornholm

Von der Kunst einen Bonsai zu züchten

Von der Kunst einen Bonsai zu züchten

Tipps für ein pflegeleichtes Grab

Tipps für ein pflegeleichtes Grab

Bund und Länder ziehen die Corona-Notbremse

Bund und Länder ziehen die Corona-Notbremse

Meistgelesene Artikel

Bernholz beendet Walsedes Suche

Bernholz beendet Walsedes Suche

Bernholz beendet Walsedes Suche
Neuschwander hat Linke im Derby gut im Griff - 1:1

Neuschwander hat Linke im Derby gut im Griff - 1:1

Neuschwander hat Linke im Derby gut im Griff - 1:1
Sportlerwahl Rotenburg: Die Kandidaten stehen fest

Sportlerwahl Rotenburg: Die Kandidaten stehen fest

Sportlerwahl Rotenburg: Die Kandidaten stehen fest

Kommentare