Verdener Profifußballer wartet auf passendes Angebot

Deniz Kadah: „Karriereende? Nein! Ich habe noch das Feuer“

Deniz Kadah ist derzeit vereinslos ‒ ans Karriereende denkt der 34-jährige Profifußballer aus Verden aber noch lange nicht, wie er im Interview verrät.

  • Seit dem Sommer ist Fußball-Profi Deniz Kadah ohne Verein.
  • Auch Michael Skibbe hatte bereits angefragt.
  • Der FC Verden 04 und der Rotenburger SV müssen noch warten.

Rotenburg – Deniz Kadah kennt diese Phase aus seiner langen Fußball-Karriere bereits. Vereinslos – so steht es aktuell hinter seinem Namen. Im August endete der Vertrag des 34-jährigen Stürmers beim türkischen Erstligisten Göztepe Izmir. Sein Marktwert, vor vier Jahren noch mit zwei Millionen Euro taxiert, ist laut Fußball-Portal transfermarkt.de mittlerweile auf 200 000 Euro gesunken. Doch der Verdener, dessen Laufbahn einst beim Rotenburger SV Fahrt aufnahm, ist überzeugt, dass er im neuen Jahr wieder angreifen wird.

Seit August sind Sie ohne Verein. Wie ist das für Sie?

Ohne Fußball – das ist schon ein bisschen ungewohnt. Ohne Ball, das ist wie Fußball ohne Zuschauer. Die Saison ging bis Ende Juli, dann bin ich direkt nach Deutschland gekommen und pendele jetzt zwischen Verden und der Türkei.

Hier noch im Trikot von Göztepe Izmir: Seit dem Sommer ist Deniz Kadah jedoch vereinslos. Der ehemalige Fußballer des Rotenburger SV plant ab Januar eine Rückkehr auf den Platz – als Profi.

Und was bringt die Zukunft? Gab es keine Anfragen?

Mal sehen, wie es weitergeht. Klar hat man Lust auf was Neues, aber speziell in der Corona-Zeit muss man sich zweimal überlegen, ob man es wagen will. Ich hatte gewisse Angebote, die haben mich aber nicht umgehauen. Ich hatte auch Anfragen aus Australien und aus Fernost. Ich hatte ein Gespräch mit Michael Skibbe, der ist aktuell in Saudi Arabien (bei Al-Ain, Anm. d. Red.). Aber da sollte alles immer ratzfatz gehen. Es muss einfach passen – von beiden Seiten. Und das war jetzt nichts, wo ich gesagt habe: „Wow, das musst du machen.“ Ich lasse mir lieber Zeit. Ab dem neuen Jahr will ich wieder einsteigen und angreifen.

Was lief zuletzt in Göztepe schief?

Die letzten zwei Jahre waren nicht einfach. Wir haben gegen den Abstieg gespielt. Im ersten Jahr war ich Stammspieler und habe mit meinem Elfmeter (2:1 gegen MKE Ankaragücü, Anm. d. Red.) zum Klassenerhalt beigetragen. Dann hatte ich aber immer wieder kleinere muskuläre Verletzungen. Nichts Gravierendes, aber ich bin aus dem Rhythmus genommen worden, war immer zwei, drei Wochen raus. Das hat sich immer wie ein Kaugummi gezogen. Hinzu kam der Trainerwechsel. Das zweite Jahr hatte ich mir nicht so vorgestellt. Ich möchte es mir deshalb selbst noch mal beweisen. Ich habe mir aber jetzt die Zeit genommen, komplett zu regenerieren. Ich lasse mir die Zeit bis zum Winter.

Und dann geht es wieder in die türkische Liga?

Es muss nicht unbedingt die Türkei sein. Es muss vor allem sportlich reizvoll sein, schon anspruchsvoll und etwas, das mir Freude macht, wo ich Spaß habe. Ich war jetzt sieben Jahre komplett im Ausland – und höchstwahrscheinlich wird es auch wieder das Ausland sein.

Was ist mit Deutschland?

Das weiß ich nicht.

Was trauen Sie sich denn hier zu?

Ich würde schon noch gerne in der 2. Liga kicken, aber wenn es eine reizvolle Aufgabe in der 3. Liga geben würde, kann man sich das auch anhören.

Denken Sie mit 34 Jahren nicht auch mal ans Karriereende?

Wenn ich von der Leistung nachlassen würde, ja. Aber ehrlich gesagt: Ich fühle mich noch relativ fit. Man ist nur einmal als Spieler aktiv, die Zeit bis zum letzten Tag möchte ich auskosten. Aktuell habe ich noch das Feuer. Karriereende aktuell? Nein!

Was tun Sie, um sich fitzuhalten? Trainieren Sie irgendwo mit?

Ich mache Einzeltraining mit einem Personal-Coach aus der Region. Ohne geht‘s oben im Leistungsbereich nicht mehr. In der Türkei kam jeder ausländische Spieler mit seinem eigenen Personaltrainer – das ist da mittlerweile üblich, zum Stretchen oder Dehnen nach dem Training. Wir treffen uns aktuell viel auf dem Platz, in Dauelsen oder in Verden. Die beiden Vereine sind da sehr hilfsbereit. Ich versuche, dass volle Paket mitzunehmen.

Seit sieben Jahrn in der Süper Lig unterwegs

Schritt für Schritt hat es Deniz Kadah bis in den Profifußball geschafft. Noch als A-Jugendlicher kam er 2005 vom FC Verden 04 zum Rotenburger SV. Über den TuS Heeslingen landete er beim VfB Lübeck, stieg mit Fortuna Düsseldorf in die zweite Liga auf, um es mit „Umwegen“ über den FC Oberneuland, erneut den VfB Lübeck und die zweite Mannschaft von Hannover 96 in die Bundesliga-Elf der Leinestädter zu schaffen und auf fünf Einsätze im Oberhaus zu kommen. Seit Anfang 2014 ist der Stürmer in der türkischen Süper Lig unterwegs: Caykur Rizespor, Antalyaspor und Göztepe lauteten seine Stationen. Seit August ist er vertragslos. Kadah hat auch dadurch für Aufsehen gesorgt, dass er sich 2014 öffentlich für die Jesiden und das kurdische Volk stark gemacht hat. maf

Haben Sie denn nie daran gedacht, sich hier einem Verein anzuschließen und dort mitzutrainieren?

Vor der Corona-Pause hatte ich den Gedanken mal, ich wollte mich dann aber doch lieber komplett auf mich konzentrieren.

Ihr Heimatverein, der FC Verden 04, oder der Rotenburger SV würden sich aber sicher freuen ...

Die Verdener rufen immer an und sagen: „Dein Trikot hängt noch hier.“ Nico Brunken (Sportlicher Leiter, Anm. d. Red.) ist ja ein alter Kumpel von mir. Noch ist nicht die Zeit, aber wenn es so weit ist, gucke ich mal, wer das beste Angebot macht – Rotenburg oder Verden, Ahe oder Hubertushain (lacht).

Rubriklistenbild: © Seksim Photo/Imago Images

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