Landessozialgericht akzeptiert Berufung / Verfahren des TuS Heeslingen geht weiter / Wann sind Fußballer angestellt?

„Denen gehört nicht mal eine Eckfahne“

Bernhard Eckhoff.

Heeslingen - Von Mareike Ludwig. Es geht in die nächste Runde, ein Ende ist noch lange nicht in Sicht: Im Prozess der möglichen Sozialversicherungspflicht für die damaligen Oberliga-Fußballer des TuS Heeslingen hat der Verein nun einen Teilerfolg erreicht. Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen hat die eingereichte Berufung gegen das Urteil des Sozialgerichts Stade akzeptiert.

„Davon bin ich auch ausgegangen. Ich kämpfe seit mittlerweile fünfeinhalb Jahren um unsere soziale und finanzielle Existenz. Wenn wir verlieren, sind wir am Arsch“, findet Bernhard Eckhoff, Vorsitzender des TuS Heeslingen, deutliche Worte.

Ab wann ist ein Fußballer angestellt?

Zum Hintergrund: Es geht nach wie vor um die Frage, ob die damaligen Akteure Angestellte des Vereins waren. Sollte das der Fall gewesen sein, hätte der Club für seine Fußballer Sozialabgaben zahlen müssen. Laut Eckhoff wurden monatlich jedoch „nur Aufwandsentschädigungen“ gezahlt. „Erst mal muss überhaupt geklärt werden, ab wann ein Fußballer angestellt ist“, betont Eckhoff. Da sich das Sozialgericht dieser Frage nicht angenommen habe, wurde der Berufung – es geht laut Eckhoff um die Forderung der Rentenversicherung in Höhe von knapp 600 000 Euro – stattgegeben.

Doch damit nicht genug: Mittlerweile laufen zwei weitere Verfahren. Zum einen geht die Gemeinde gegen Eckhoff und zwei weitere ehemalige Vorstandsmitglieder des Vereins vor, zum anderen hat Eckhoff die Gemeinde im Namen des Clubs auf rund 1,4 Millionen Euro verklagt. Der 63-Jährige fordert einen Wertausgleich für die vom TuS Heeslingen geschaffene Tribüne, die Flutlichtanlage, die Sportplätze sowie das Vereinsheim.

„Im Pachtvertrag steht eindeutig geschrieben, dass es bei einer Kündigung zu dieser Ausgleichszahlung kommt. Uns wurde dieser Vertrag 2013 gekündigt. Die Gemeinde wehrt sich aber vehement dagegen“, zeigt Eckhoff kein Verständnis. Und er fügt verärgert hinzu: „Als Dank, dass wir all das erschaffen haben, darf der TuS Heesligen nicht mal mehr die Anlage nutzen. Dem Heeslinger SC gehört dort so gesehen nichts, nicht mal eine Eckfahne.“

Wie der Vorsitzende betont, gehe es ihm nur darum, sich selbst zu verteidigen. „Sollte ich den Prozess gegen die Rentenversicherung verlieren, brauche ich das Geld, um die geforderte Summe bezahlen zu können. Ich will niemandem schädigen. Ich muss leider alle Register ziehen, damit ich am Ende selbst nicht bestraft werde“, erklärt Bernhard Eckhoff.

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