DBBL: Freiwillige Selbstverpflichtung

Künftig mit einer Deutschen

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Utz Bührmann

Kreis-Rotenburg - Von Matthias Freese. ScheesselKreis-Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Damen-Basketball-Bundesliga, kurz DBBL, stellt zur neuen Saison Spielerinnen aus EU-Staaten mit denen aus Deutschland gleich – und setzt damit das EU-Recht der Arbeitnehmerfreizügigkeit um. Die bisherige Regelung, wonach in der ersten Liga stets zwei deutsche Spielerinnen auf dem Feld stehen mussten, benachteiligte EU-Basketballerinnen und gilt nicht mehr. Und doch haben sich die elf bei der Sondersitzung in Frankfurt anwesenden Vereine (Absteiger TuS Bad Aibling fehlte entschuldigt) darauf verständigt, weiterhin mindestens eine Deutsche durchgängig einzusetzen.

„Das ist eine freiwillige Selbstverpflichtung“, erklärt Utz Bührmann, der als Vorstandsmitglied die Avides Hurricanes vertrat. Heißt: In der Spielordnung taucht diese Bevorzugung von deutschen Spielerinnen nirgendwo auf. „Es ist ein Gentlemen-Agreement, an das sich die bisherigen Erstligisten halten werden“, glaubt Bührmann. Sollte jedoch einer ausscheren oder sich ein Aufsteiger nicht daran halten und auf den Einsatz einer Deutschen verzichten, ist dieses nicht zu sanktionieren.

Die Hurricanes hatten zusammen mit dem TSV Wasserburg den Antrag auf eine komplette Gleichstellung eingebracht, von DBBL-Geschäftsführer Achim Barbknecht wurde die spätere Lösung der Selbstverpflichtung eingebracht. Diese gilt zunächst nur für die kommende Saison. Im Laufe des nächsten Jahres soll eine Expertenkommission einen Vorschlag erarbeiten, wie eine Nachwuchsförderung in der Spielordnung verankert werden kann. Eine sofortige Lösung wurde verworfen, da die Liga dafür derzeit zu wenig talentierte Spielerinnen hat.

„Wir wollten die EU-Ausländer nicht diskriminieren und trotzdem den Spagat schaffen, unsere deutschen Spielerinnen auf dem Feld zu haben. Ich bin mit der Lösung erstmal zufrieden, weil sie Rechts- und Planungssicherheit schafft“, so Bührmann. Die Hurricanes könnten künftig zum Beispiel drei Amerikanerinnen und die Tschechin Katarina Flasarova zeitgleich aufbieten. „Aber ansonsten ändert sich bei uns nichts“, will Bührmann auch weiter auf eigene Talente setzen. „Für manche Vereine ist es so aber einfacher, weil sie keine Deutschen ausbilden müssen.“

Unangetastet bleibt die Regelung bei Nicht-EU-Ausländerinnen. Unbeschränkt viele dürfen im Kader stehen, aber maximal drei auf dem Spielberichtsbogen.

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