Grigoleit macht den Unterschied

Das verflixte dritte Viertel: Hurricanes verlieren gegen Braunschweig im Niedersachsen-Derby

Drei gegen eine: Leonie Rosemeyer (am Ball) setzt sich in dieser Szene gegen Sydney Kopp (links), Merit Brennecke (hinten) und ihre Schwester Nina Rosemeyer durch.
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Drei gegen eine: Leonie Rosemeyer (am Ball) setzt sich in dieser Szene gegen Sydney Kopp (links), Merit Brennecke (hinten) und ihre Schwester Nina Rosemeyer durch.

Scheeßel – Es ist schon rund zwölf Jahre her, dass Stefanie Grigoleit das Trikot der Avides Hurricanes trug. Damals noch in der 2. Basketball-Regionalliga und nicht in der 2. Bundesliga – zu einer Zeit also, als die BG ‘89 Rotenburg/Scheeßel weder ihren Fantasienamen noch den des Sponsors im Label trug. Am Samstag kehrte die inzwischen 31-jährige Centerin mal wieder zurück und avancierte gegen ihren Ex-Club prompt zur Matchwinnerin für Eintracht Braunschweig. Im Niedersachsen-Derby war Grigoleit mit ihren Spin-Moves unter dem Korb einfach nicht zu bändigen. Das räumte auch Hurricanes-Coach Christian Greve nach der 70:77 (36:36)-Niederlage in Scheeßel ein: „Sie hat über 40 Minuten sehr gut performt.“

Der Auftritt Grigoleits wäre weniger ins Gewicht gefallen, hätten die Hurricanes nicht dieses verflixte dritte Viertel (10:24) hingelegt, in dem Titelanwärter Braunschweig bis zur 27. Minute auf 52:39 wegzog. Ein Rückstand, der noch anwuchs und trotz ordentlicher Schlussphase nicht mehr aufzuholen war.

Dabei waren die Hurricanes nahezu perfekt in ein attraktives, weil intensives und schnelles Spiel gestartet. Körperlichkeit und Einsatz waren gefragt – Eigenschaften, die Andrea Baden in besonderem Maße an den Tag legte. Mit ihrer Linie trugen die Referees Christian Pott und Mona Kienast zudem zum Spielfluss bei. Nach sieben Punkten am Stück von Pia Mankertz (insgesamt 23 Punkte) sowie einem Dreier von Maddie Simon legten die Gastgeberinnen ein 17:4 vor (4.). „Hut ab! Ihr habt uns vor eine richtige Aufgabe gestellt“, meinte Eintracht-Trainer Christian Steinwerth später zu Greve. In der leisen, weil zuschauerfreien Scheeßeler Halle waren Steinwerths Ansagen nicht zu überhören.

Pia Mankertz erwischte einen ganz starken Auftakt und war mit 23 Punkten beste Korbjägerin.

„Wir sind sehr gut gestartet, da hat Braunschweig uns am Anfang auch definitiv kurz unterschätzt“, fand Leonie Rosemeyer, eine Löwenstädterin im Hurricanes-Trikot. „Wir hätten es auf jeden Fall ganz durchziehen müssen, haben aber irgendwann aufgehört, mit derselben Energie weiterzuspielen.“ Auf der Gegenseite stand mit Nina Rosemeyer ihre zwei Jahre jüngere Schwester. Und die nahm nicht nur die Punkte mit, sondern lag auch in der Bilanz des familieninternen Duells leicht vorne – 9:6 hieß es nach Punkten. Immerhin ein Block gelang Leonie Rosemeyer in der achten Minute im direkten Zweikampf, während sich die Schwester kurz darauf „revanchierte“, indem sie einen Pass abfing. „Nach dem Spiel quatschen wir noch kurz, aber ansonsten war sie eine ganz normale Gegnerin“, betonte die Hurricanes-Akteurin nach dem Abpfiff.

Statistik Avides Hurricanes

PunkteReboundsDreierSpielminuten
Baden64023
Suckstorff0309
Beckmann44029
Mankertz232338
Rosemeyer61019
Tölle00010
Stach91115
Schischkov0004
Simon162230
Pakulat62123

Auch wenn die Gastgeberinnen ihre anfängliche Intensität, mit der sie der amerikanischen Top-Scorerin Sydney Kopp in der ersten Hälfte keinen einzigen Korberfolg gestatten, nicht durchhalten konnten, erkannte Coach Greve durchaus eine aufsteigende Formkurve: „Wir haben im dritten Viertel den Rhythmus verloren und sind offensiv von der Spur abgewichen, aber es war ein deutlicher Schritt vorwärts. Wichtig ist, dass wir das über 40 Minuten hinkriegen.“ Wobei auch in der Defense noch mehr Präsenz gezeigt werden muss. Die zwischenzeitliche Umstellung auf eine Zonen-Defense führte jedenfalls nicht zum Erfolg. Und nur 21 Rebounds – das ist „Wasser auf die Mühlen derer, die sagen, wir brauchen noch jemanden, der rebounden kann“, weiß Greve. Doch die Wechselfrist ist am Sonntag ohnehin abgelaufen.

Die bisherige Bilanz nach sechs Spielen mit erst einem Sieg „ist nicht so dolle“, weiß auch Manager Utz Bührmann. Der Abstieg ist jedoch nahezu ausgeschlossen. „Ich glaube sowieso nicht, dass wir am Ende eine verwertbare Tabelle haben. Mannschaften, die jetzt nicht spielen, spielen auch in drei, vier Wochen nicht“, meint Bührmann. Klar ist nur, dass das nächste Spiel der Hurricanes am Samstag bei der Panthers Academy Osnabrück ausgetragen werden soll. Damit wären die Hurricanes dann gegen alle Teams einmal angetreten, die derzeit auch spielen dürfen oder wollen. Der Eindruck, dass manche die Pandemie als Ausrede vorschieben, drängt sich jedenfalls auf. Gleich fünf Vereine treten derzeit gar nicht an.

Verrbissen kämpfen Hannah Pakulat (rechts) und Stefanie Grigoleit um den Ball.

Die Bender Baskets Grünberg und die Young Dolphins Marburg (noch nicht ein Saisonspiel, obwohl die Erste in der Bundesliga weiter aktiv ist!) sollen übrigens rechtliche Schritte gegen den Verband angekündigt haben, sollte es zu Spielwertungen kommen und Absteiger geben. Auf der anderen Seite stehen wiederum Vereine wie die Capitol Bascats Düsseldorf, die Rheinland Lions oder auch Braunschweig, die ein starkes Interesse am Aufstieg und somit der Fortsetzung der Saison haben.

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