Mit 43 Jahren denkt Libero Dariusz Sztorc allmählich ans Karriereende

„Das ist meine letzte Saison“

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Kurze Verschnaufpause: Davon gönnte sich Dariusz Sztorc (hockend) gegen Visselhövede nicht viele. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseIm modernen Fußball ist für den Libero kein Platz mehr. Dariusz Sztorc ist das ziemlich egal. „Was ist schon modern? Diese ganzen Retro-Geschichten kommen doch langsam wieder“, bemerkt der 43-jährige Abwehrchef des Rotenburger SV II lachend. Dass er noch längst kein Auslaufmodell ist, bewies er im Derby der Fußball-Bezirksliga – der gebürtige Pole garantierte den 2:1-Sieg gegen den VfL Visselhövede.

Nach dem Spiel wurde erstmal polnisch gesprochen. Sztorc wechselte einige Worte mit Visselhövedes Stürmer Mariusz Szymanski. Um was es ging? „Ich habe ihn ein wenig getröstet, nachdem er während des Spiels ja mehr als ich auf polnisch geflucht hat.“

Zwei Wochen zuvor hätte Sztorc eher Mitleid gebraucht – nach dem 3:7-Debakel gegen den TSV Dörverden. Doch nach einer Auszeit gegen den SV Pennigbüttel meldete er sich in alter Stärke zurück und verhinderte mit gutem Auge und Stellungsspiel insbesondere in der zweiten Halbzeit manch brenzlige Situation. „Meiner Meinung nach habe ich nichts geleistet, außer meine Routine und Erfahrung auszuspielen“, sagt er selbst. Nun ja, so manchem Kritiker, der längst die Abkehr vom Libero und seine Ablösung forderte, hat er es ganz nebenbei auch noch gezeigt.

Sztorc, im Training und auf dem Platz ehrgeizig-fokussiert, nimmt die Diskussion um das richtige System ohnehin gelassen. „Es muss doch nicht alles auf den Kopf gestellt werden, wenn es sich bewährt hat. Wir bewegen uns im Amateurbereich, da ist nicht alles eins zu eins übertragbar. Was bringt es, ein neues System einzuüben, wenn du nicht die Leute dafür hast“, meint er, glaubt aber: „Für mich wäre es auch kein Problem, in der Viererkette zu stehen – da habe ich schon vor 20 Jahren gespielt. Ob ich da von der Geschwindigkeit mithalten könnte, lassen wir mal im Raum stehen.“

Eines will er dabei auf keinen Fall: Im Weg stehen. „Ich wollte keinem den Platz wegnehmen. Aber es hat sich so ergeben, es ist quasi ein Selbstläufer, dass ich noch spiele.“ Mit 43 Jahren dürfte er zudem der älteste Stammspieler der Liga sein. Doch allmählich sieht auch Sztorc die Zeit gekommen, um ans Aufhören zu denken: „Zu 99,9 Prozent ist das meine letzte Saison“, verrät er. „Irgendwann muss ja mal Schluss sein.“

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