SPIELERIN DES WOCHENENDES

Leonie Rosemeyer glänzt mit ihrer Dreierquote: „Das kann ich von mir erwarten“

Hygienevorschriften eingehalten: Den Gang in die Halbzeitpause trat Leonie Rosemeyer mit Maske an. Zu dem Moment hatte sie bereits fünf Dreier versenkt.
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Hygienevorschriften eingehalten: Den Gang in die Halbzeitpause trat Leonie Rosemeyer mit Maske an. Zu dem Moment hatte sie bereits fünf Dreier versenkt.

Rotenburg – In den vergangenen beiden Spielzeiten war eigentlich klar: Für die Dreier bei den Avides Hurricanes waren Kama Griffitts und Pia Mankertz zuständig. Doch die US-Amerikanerin hat ihre Karriere inzwischen beendet, während die Kapitänin berufsbedingt in der jetzigen Corona-Hochphase eine Pause einlegt. Wer also sollte diese Aufgabe beim Basketball-Zweitligisten übernehmen? Leonie Rosemeyer hat zwar nicht den Zeigefinger wie in der Schule gehoben, dafür aber deutlich gemacht, dass sie absolut prädestiniert ist. „Der Drei-Punkte-Wurf zählt ja zu meinen Stärken. Da kann ich das von mir erwarten“, sagt sie nach ihren fünf Treffern, die sie mit nur sechs Versuchen beim 78:72-Sieg gegen die Capitol Bascats Düsseldorf erzielte.

„Die gute Quote freut mich natürlich sehr. Die möchte ich gerne weiterhin ausbauen und abrufen können“, ergänzt die 21-jährige Flügelspielerin. Bemerkenswert ist die Bilanz auch aus einem anderen Grund beim genauen Blick auf die Statistik: Rosemeyer stand für ihre insgesamt 19 Punkte nur knappe 17 Minuten auf dem Feld – macht mit dem Taschenrechner kontrolliert exakt 1,13 Punkte pro Minute. Zwei Dreier rauschten im ersten Viertel durch das Netz, die anderen drei in den Minuten 18 und 19. Hinzu kamen ein früher Korbleger und zwei Freiwürfe zum Endstand.

Neben dem Dreier-Jubel gab es auch eine Schrecksekunde, als sie kurz vor der Pause umknickte und zunächst am Boden liegen blieb. „Ich habe aber direkt gemerkt, dass es nicht so schlimm war.“ So also stand die in Braunschweig groß gewordene Studentin mit Beginn der zweiten Halbzeit wieder auf dem Feld. „Ich hatte ihr noch gesagt, letztes Jahr hatten wir eine Spielerin, die acht von neun Dreiern reingemacht hat“, erinnerte Trainer Christian Greve an Kama Griffitts´ Auftritt im Januar gegen die Bender Baskets Grünberg. „Das sollte ihr neues Ziel, ihr Ansporn sein.“ Dann aber nahm sich Rosemeyer mit zwei schnellen Fouls quasi selbst aus dem Spiel. „Die waren sehr unglücklich. Ich war mir zu der Zeit nicht bewusst, dass ich bereits zwei hatte und musste versuchen, in beiden Situationen die leichten Korbchancen des Gegners zu verhindern“, erklärt sie. Ihr Lauf war damit gebremst, ihre Ausbeute aber nicht minder wichtig. Zudem gab es mit Maddie Simon eine zweite Dreierschützin, die am Ende vier Distanztreffer hatte.

Rosemeyer, die in Hamburg-Altona Communication und Media Management an der University of Europe for Applied Sciences studiert und deshalb vergangene Saison beim SC Rist Wedel in der 1. Regionalliga anheuerte, hat sich bei den Hurricanes bestens eingelebt: „Ich bin super zufrieden mit der Entwicklung und meiner Situation in Rotenburg. Ich bin froh, langsam auf dem Level anzukommen und dem Team eine Hilfe sein zu können!“

Noch 2019 hatte sie übrigens dem Kader der U 20-Nationalmannschaft angehört – diesen Platz hat inzwischen ihre jüngere Schwester Nina (Eintracht Braunschweig) geerbt. An mögliche Einsätze im deutschen Damenteam denkt die Dreierspezialistin momentan allerdings nicht: „Ich bin gerade erst in die zweite Liga zurückgekehrt, und für mich haben auch immer noch Uni und die berufliche Karriere Priorität“, betont sie.

Das Studium selbst findet aktuell aber nur von zu Hause aus statt. Was auch seinen Vorteil hat: „Ich befinde mich in einer ganz anderen Lage als beispielsweise Pia“, denkt Rosemeyer an die Kapitänin, die wegen der anstehenden Referendariatsprüfung pausiert. „Ich habe somit keinen großen Kontaktkreis und das Risiko, dass ich andere anstecke, ist einfach nicht so hoch.“ Insofern hat Leonie Rosemeyer für sich entschieden, weiterhin zu spielen: „Die Coronatests geben mir für die Spiele auf jeden Fall ein besseres Gefühl. Außerdem versuche ich, mein Immunsystem stets zu stärken und achte auf die Hygieneregeln. Ich gehe also soweit mit einem guten Gefühl ins Training und in die Spiele.“

Von Matthias Freese

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