3:3 dank Niestädts Kopfballtor gegen Northeim, aber RSV-Keeper sieht Rot bei Saisondebüt

Mensing missglückt der „Mai-Tanz“

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Da hilft kein Verhandeln mehr, auch wenn es Andy Kiel (Mitte) versucht. Schiedsrichter Patrick Mewes hat Lucas Mensing (r.) längst die Rote Karte gezeigt.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Kein Stadion-sprecher, kaum Zuschauer – auf den ersten Blick Oberliga-Tristesse im Ahe-Stadion. Doch die 70, die gekommen waren, wurden bestens unterhalten. Das 3:3 (2:3) im Nachholkick zwischen dem Rotenburger SV und Eintracht Northeim hatte bei weitem mehr zu bieten als die sechs Tore. Nur einer war untröstlich: Torwart Lucas Mensing verpatzte sein Saisondebüt und sah Rot.

Der 20-jährige Ersatzkeeper des RSV hatte lange auf diese Chance warten müssen – sein letztes Pflichtspiel bestritt er Ende November 2013, als sein Team 2:1 beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder gewann. Unter Coach Jan Fitschen war er bisher nicht über die Zuschauerrolle hinausgekommen – und nun dieser missglückte „Mai-Tanz“! Der Kopfball zum zwischenzeitlichen 0:2 durch Northeims Goalgetter Melvin Zimmermann war absolut haltbar (29.), die Rote Karte in der 61. Minute wegen einer Notbremse im Strafraum gegen Patrick Sieghan bedeutete das Aus für Mensing. „Die Regel ist so bescheuert“, betonte auch Fitschen. „Das tut mir leid für Lucas. Er haut ihn ja nicht mutwillig um, sondern kommt nur einen Schritt zu spät.“ Schiedsrichter Patrick Mewes (Spvgg Laatzen) blieb keine andere Wahl.

Also musste Stammkraft Henner Lohmann sich schnell umziehen – und war beim Strafstoß, den Zimmermann neben das Tor setzte, in der richtigen Ecke. Auch er hatte hinterher Mitleid mit seinem Mitbewerber um die Stelle im Tor. „Er musste da hin, aber das ist mir auch schon passiert – beim selben Schiedsrichter“, erinnerte sich Lohmann noch genau an die Partie vor fast anderthalb Jahren beim TB Uphusen. Referee Mewes sprach ihn nach dem Abpfiff prompt darauf an.

Dass sogar in Unterzahl mehr als nur der Punkt für den RSV drin war, lag vor allem an Bekim Murati, der allerdings per Handelfmeter an Northeims Keeper Moritz Köhler scheiterte (77.). Zuvor hatte Patrick Gemende seinen Schuss aus der Nahdistanz mit den Händen als Selbstschutz vorm Gesicht irregulär abgewehrt.

Anfangs hatte es allerdings nicht danach ausgesehen, dass die Gastgeber als designierter Absteiger überhaupt Aussichten auf einen Zähler haben sollten. Der Tabellenneunte legte das 1:0 durch Sieghan vor (24.) und erhöhte fünf Minuten später. „Wir haben lange gebraucht, um die richtigen Mittel zu finden und um zu merken, dass wir früher attackieren müssen“, räumte Fitschen ein. Vor allem die Außenverteidiger Jelle Röben und Andy Kiel hatten mit den schnellen Flügelläufen der Gäste ihre Probleme. Kiel steigerte sich später aber enorm, als er in Unterzahl auf die rechte Seite wechselte. Nie ins Spiel fanden indes die Offensivkräfte Atilla Iscan und Yannik Malende, der in dieser Partie aber auch gleich drei Positionen bekleiden musste – erst Stürmer, dann im zentralen Mittelfeld und schließlich auf dem Flügel.

Eines seiner besten Spiele zeigte indes Dragan Muharemi, der im Zentrum viele Akzente setzte und an allen drei RSV-Toren maßgeblich beteiligt war. Das 1:2 aus vollem Lauf durch Ercan Baris legte er auf (31.), das sehenswerte 2:3 besorgte er mit einem gefühlvollen Schlenzer über Köhler hinweg selbst (37.), nachdem unmittelbar zuvor Nils Hillemann für die Northeimer getroffen hatte (36.). Muharemi schlug schließlich auch die Flanke, die Innenverteidiger Jannis Niestädt mit einem Kopfball unter die Latte zum 3:3 verwertete (59.).

Großen Anteil am Remis hatte auch Dennis Janssen als Sechser. „Von ihm ging der Impuls aus, dass wir mehr Ordnung reinbekommen haben, er hat das Heft in die Hand genommen“, fand Fitschen. „Endlich mal wieder einen Punkt geholt“, jubelte der morgen (15 Uhr) in der Partie bei Teutonia Uelzen wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrte Janssen nach dem Abpfiff durch Patrick Mewes.

Der Referee hätte allerdings fast selbst für den Abbruch des Spiels gesorgt. Da das Unparteiischen-Gespann erst eine Viertelstunde vor Anpfiff im Ahe-Stadion eingetroffen war, begann die Partie mit elfminütiger Verspätung und endete um 20.54 Uhr bei einbrechender Dunkelheit. „Mit der Sicht ging es noch“, bescheinigte zwar Kontaktlinsenträger Henner Lohmann. Doch bei schlechterem Wetter wäre das wohl anders gewesen. „Da sieht man, wie wichtig eine Flutlichtanlage wäre“, betonte RSV-Vorstandsmitglied Paul Metternich.

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