Lange Pause für Potratz

Dank Kirschke weiter auf Kurs – 2:0

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Björn Mickelat (Bild rechts, am Ball vor Maarten-Moritz Bahn und Abdul Manan Abdul Rauf) war an der Vorbereitung beider Tore beteiligt, während Sebastian Czimmeck (l.) hinten rechts dicht machte.

Aus Winsen (Luhe) berichtet Matthias Freese

Winsen - Da stand er nun in der Mitte des Kreises und ließ das Ständchen lachend über sich ergehen. „Wie schön, dass du geboren bist“ – das Kinderlied aus der Feder von Rolf Zuckowski – trällerten die Landesliga-Fußballer des Rotenburger SV für ihren Außenverteidiger Sebastian Czimmeck, der tags zuvor seinen 19. Geburtstag gefeiert hatte. Grund zur Freude hatten sie aber fast alle, schließlich stand auch im dritten Saisonspiel die Null, sodass die Wümme-Elf durch ein 2:0 (0:0) beim Aufsteiger TSV Winsen (Luhe) die Tabellenführung behauptete.

Geknickt war eigentlich nur einer aus der Startelf des RSV: Für Karol Karpus war die Partie frühzeitig beendet. In der zweiten Minute griff sich der Innenverteidiger hinten an den linken Oberschenkel und schied aus. „Im Sprint hat der Muskel zugemacht“, berichtete der 20-Jährige, der sich gerade erst mit starken Leistungen ins Team gespielt hatte und nun länger auszufallen droht. Bitter für ihn, bitter genauso für Tim Potratz, den es im Training womöglich noch schlimmer erwischt hat. „Er ist ohne Fremdeinwirkung weggeknickt“, erzählte Coach Tim Ebersbach. Bei Potratz, der gerade kurz vor seinem Comeback stand, besteht der Verdacht auf Innenbandriss im Knie. Damit fehlt dem RSV eine weitere Alternative für die Innenverteidigung. „Es ist klar, dass wir da jetzt auf der Suche sind“, so Ebersbach.

Bitter verlief die Partie in Winsen für Karol Karpus, der früh mit einer Oberschenkelverletzung ausschied.

Im ersten Spiel ohne Abwehrchef Jannis Niestädt (Studium in den USA) rückte nach Karpus‘ Ausfall Stefan Denker hinten an die Seite von Timo Kanigowski – und agierte dort abgeklärt sowie mit Auge. Auffälligster Akteur war jedoch Tobias Kirschke als Sechser. Gefühlt verlor er keinen Zweikampf, sodass auch sein Trainer meinte: „Für mich war er der beste Mann auf dem Platz.“ Da passte es ins Bild, dass Kirschke auch den Führungstreffer erzielte. Eine eher verunglückte Ecke des eingewechselten Lukas Heller landete über Björn Mickelat im Zentrum bei Kirschke (47.). „Der Sieg ist verdient, aber so ein Murmeltor ist ganz bitter“, fand Winsens Torwart und Trainer Henrik Titze.

Die Vorentscheidung fiel nur drei Minuten später, als Arthur Bossert von der Strafraumgrenze aus der Drehung in den Winkel traf. Wieder waren Heller und vor allem Mickelat an der Vorbereitung beteiligt. Passend zum Volltreffer wehten Blasmusik und etwas später mehrere Schüsse vom Winsener Schützenfest auf den Jahnplatz herüber. Augenzeuge auf der Tribüne war wiederum DFB-Präsident Reinhard Grindel. Das RSV-Mitglied war lange vor Spielbeginn auf der Anlage und tauschte sich ausgiebig mit Carsten Schmidt, dem Vorstandsvorsitzenden von Sky Deutschland aus.

Sie sahen auch, dass die Wümme-Elf schon im ersten Durchgang alles hätte klar machen können. Nach einem Warnschuss von Winsens Maximilian Köster, den Keeper Henner Lohmann glänzend abwehrte (2.), erspielte sich der RSV mit zunehmender Dauer ein Übergewicht. Doch eine Chance von Marcello Miniz vereitelte Keeper Titze noch mit den Fingerspitzen (13.), während beim Bossert-Schuss die Lattenunterkante im Weg war (37.). Auch Mickelat und erneut Muniz standen kurz vor dem Torjubel (43./45.).

„Wir haben die klaren Dinger nicht gemacht, aber wir haben weiter Offensivfußball gezeigt und bleiben mittlerweile auch relativ ruhig“, sieht Ebersbach eine klare Entwicklung. Das gilt auch, wenn er zum Umstellen gezwungen ist: „Das ist unsere Stärke, dass wir gut nachlegen können, ohne dass es einen Qualitätsverlust gibt.“

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