Trainerwechsel beim Rotenburger SV II / Ziel: „Klassenerhalt klarmachen“

Czichos löst Werna ab

Mann mit klaren Vorstellungen: Patrik Czichos führte die Westerholzer Frauen an die Spitze. Ab Sommer soll er mit dem Rotenburger SV II den Klassenerhalt schaffen.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Eigentlich fehlt die Krönung ja noch: Patrik Czichos hatte die Landesliga-Fußballerinnen des TuS Westerholz vor der Corona-Auszeit zur Herbstmeisterschaft und ins Halbfinale des Bezirkspokals geführt. Doch sollte die Saison ab September zu Ende gespielt werden, steht der 39-jährige Trainer auf einem anderen Platz an der Seitenlinie. Er löst Patrick Werna bei den Kreisliga-Herren des Rotenburger SV II ab. Zusammen mit seinen Co-Trainern Christopher Kiel und Alexander Bese steigt der Spielertrainer bei der Reserve von der Wümme aus.

Die geplante Fortsetzung der Saison durchkreuzte ein wenig die Pläne des RSV, denn dadurch werden Werna und Co. nun nicht mehr wie angedacht die Serie mit dem Tabellenzwölften zu Ende bringen. Czichos übernimmt im Sommer, „um mit den Jungs den Klassenerhalt klarzumachen“, sagt der neue Mann selbst – und es entspricht auch ganz Wernas Wunsch.

Torsten Krieg-Hasch, Sportlicher Leiter der Rotenburger, spricht von einer Trennung „in beiderseitigem Einvernehmen“. Klingt immer etwas komisch, scheint aber tatsächlich so zu sein. „Eigentlich stand es für uns schon länger fest, wir hatten nur auf die Gespräche mit dem Verein gewartet“, verrät Werna und gesteht: „Man muss festhalten, dass wir uns das alle ein bisschen anders vorgestellt hatten.“ Das Team hing von Anfang an unten fest – auch weil aus unterschiedlichen Gründen viele Spieler nicht zur Verfügung standen und im Winter noch einige aus dem Kader ausschieden. „Es ist kein eingeschworener Haufen. Das wollten wir, haben es aber nicht geschafft“, räumt Werna ein. Das einzige Saisonspiel nach der Winterpause, im März gegen den TSV Groß Meckelsen (3:2), konnte die Zweite nur bestreiten, weil die Landesliga-Elf fünf Akteure abstellte. „Für den Verein ist es deshalb das Beste, einen Cut zu machen“, sagt der 31-jährige B-Lizenz-Inhaber zur Trennung nach nur einem Jahr. Aktuell führt er verschiedene Gespräche hinsichtlich eines neuen Engagements als Coach – ob er im Jugend- oder Herrenbereich einsteigt, ist noch nicht geklärt.

Als feststand, dass Patrik Czichos in Westerholz zum 30. Juni aussteigen würde, wurde wiederum der RSV hellhörig. „Wir sind froh, dass er diese Herausforderung annimmt. Er passt von seiner Philosphie her zu uns. Er weiß, was er will und hat klare Ziele“, erklärt Krieg-Hasch. Für den Ottersberger Czichos war der RSV von Beginn an interessant. „Schon früher habe ich immer mal nach Rotenburg geschielt. Die Strukturen fand ich immer gut“, sagt er und meint damit auch die Trainingsbedingungen. „Jetzt bin ich also RSVer durch und durch.“ Eigentlich eher ungewöhnlich für einen, dessen Heimatclub einige Kilometer weiter westlich an der Wümme liegt. Beim TSV Ottersberg hatte Czichos, der selbst noch für die S 40 des TuS Reeßum spielt, schon die zweite Mannschaft gecoacht und dort auch federführend den Frauenfußball mit aufgebaut.

Mit Tim Ebersbach, dem Coach der Ersten des RSV, hatte Czichos bereits in der A- und B-Jugend für die JSG Backsberg zusammengespielt. „Von daher ist der Sprung gar nicht so ungewöhnlich“, betont er und verspricht eine „enge Zusammenarbeit mit der Ersten“. Czichos weiß aber auch, dass er in der Zweiten viel Aufbauarbeit leisten muss. „Das ist schon ein Stück weit eine Baustelle.“ Es geht also darum, perspektivisch einen Kader aufzubauen – ein Unterfangen, das nicht in einem Jahr leistbar sei. Sicher hätte es leichtere Aufgaben gegeben. Aber der künftige Coach findet durchaus Gefallen an diesem neuen Job: „Ich übergebe in Westerholz den Meisterschaftskampf und übernehme in Rotenburg den Abstiegskampf“, formuliert er es selbst treffend. Von wem Czichos übernimmt, ist bekannt, an wen er die an der Spitze stehenden Frauen übergibt, allerdings noch nicht.

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