Zu weite Wege sind der Grund

Abschied: Fabiano Curia möchte keinen Sonderstatus beim Rotenburger SV

Künftig wird Fabiano Curia den Abwehrspielern des Rotenburger SV keinen Fingerzeig mehr geben. Der Keeper steigt beim Oberligisten aus.
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Künftig wird Fabiano Curia den Abwehrspielern des Rotenburger SV keinen Fingerzeig mehr geben. Der Keeper steigt beim Oberligisten aus.

Rotenburg – Fünf Spiele hat Fabiano Curia für den Rotenburger SV im Tor gestanden – mehr Einsätze werden nicht hinzukommen. Sollte die Saison in der Fußball-Oberliga irgendwann im neuen Jahr fortgesetzt werden, ist der erst spät im Sommer gekommene Schlussmann nicht mehr dabei. Auf eigenen Wunsch verlässt die unumstrittene Nummer eins die Wümmelf. „Mit großem Bedauern“, wie er selbst sagt. Allerdings nicht ganz überraschend: Als er seinerzeit zugesagt hatte, galt sein Ja-Wort nur für die Hinrunde.

„Wir haben noch mal nachgebaggert“, betont Rotenburgs Coach Tim Ebersbach, „denn er ist ein Führungsspieler, wie man ihn sich wünscht.“ Doch es half alles nichts. Am Montagabend verabschiedete sich Curia mit einigen Zeilen auch offiziell von der Mannschaft, nachdem der Trainer und der Sportliche Leiter Torsten Krieg-Hasch schon vorher informiert waren. „Wenn der zeitliche Aufwand nicht so hoch wäre, wäre es alles kein Problem gewesen“, erklärt der 30-jährige Schlussmann, der seit Kurzem nicht mehr in Buchholz wohnt, sondern 25 Kilometer weiter südöstlich ein Haus in Egestorf – mitten in der Lüneburger Heide – renoviert und bezogen hat. „Über die Autobahn sind das fast 90 Kilometer, über Land 70, also über eine Stunde. Außerdem arbeite ich in Hamburg – das passt nicht, das wird mir zu viel“, sagt Curia, der den Verein vor seiner Verpflichtung im Sommer über seine Zukunftspläne informiert hatte.

Es tut mir unheimlich leid. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich in so kurzer Zeit an einen Verein so binden könnte. Deshalb ärgert es mich auch.

Fabiano Curia

„Das hat er immer ganz klar kommuniziert“, bestätigt Krieg-Hasch. „Da können wir ihm nicht böse sein. Sportlich finde ich das aber doof.“ Denn: Curia, der zuvor lange Jahre beim Landesligisten TuS Harsefeld gespielt hatte, hat absolut überzeugt und wurde zur erhofften Verstärkung beim Oberliga-Aufsteiger. „Ich bin von null auf 100 gestartet und glücklicherweise eingeschlagen. Es hat alles super gepasst und tut mir unheimlich leid. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich in so kurzer Zeit an einen Verein so binden könnte. Deshalb ärgert es mich auch“, gesteht der in einer Spedition tätige Disponent. Dass er von den bisher acht Punktspielen drei verpasste, lag an einer Oberschenkelverletzung. Stand er zwischen den Pfosten des Staffel-Siebten, gehörte er stets zu den besten Akteuren und verhinderte so manches Gegentor. „Das ist definitiv ein großer Verlust. Ihn hätte ich gerne noch im nächsten Jahr in Rotenburg gehabt“, sagt Ebersbach.

Er hatte dem Torhüter deshalb auch mit einer reduzierten Trainingsbeteiligung zum Bleiben bewegen wollen. „Superlieb, supernett“, findet Curia – lehnte aber ab: „Wenn, will ich 100 Prozent dabei sein und keinen Sonderstatus haben. Das wäre nicht fair den anderen gegenüber und ist auch nicht mein Anspruch.“ Er möchte nun bis zum Sommer eine Fußballpause einlegen und sich dann in der Nähe seines neuen Wohnortes umschauen.

Neuer Keeper oder rückt Tom Knaak auf?

Umschauen will sich nun auch der Rotenburger SV. „Aber es ist verdammt schwer, im Winter einen Torhüter zu verpflichten, der ein ähnliches Niveau hat. Das ist eine echte Herausforderung“, gibt Krieg-Hasch zu bedenken und erinnert daran, dass bei einem Wechsel der abgebende Verein zustimmen muss. „Zudem ist das Wechselfenster nur im Januar offen.“ Dennoch laufen die Bemühungen wie bereits im Sommer, um wieder mit drei Keepern in die restliche Saison zu gehen.

Gelingt das nicht, ist Trainer Ebersbach aber auch nicht bange, schließlich stand Ersatzmann Tom Knaak bereits in drei Oberligapartien auf dem Platz und spielte beim Remis gegen den VfL Oldenburg zu null: „Auch gegen Blau-Weiß Lohne war er extrem stark. Grundsätzlich traue ich Tom das zu, er hat ja immer seinen Mann gestanden und ist athletisch unser stärkster Torhüter. Es geht nicht darum, auf Biegen und Brechen ihm jemanden vor die Nase zu setzen“, bemerkt Ebersbach. Mit der Erfahrung eines Curia kann der 22-Jährige bisher logischerweise nicht punkten, deshalb habe ihm die Rolle an der Seite der bisherigen Nummer eins auch gutgetan, glaubt der Coach: „Das hat ihm einen Schub gegeben. “ Sollte dem RSV also kein gleichwertiger Curia-Ersatz vor die Füße fallen, könnte Knaak durchaus die neue Stammkraft werden – dann dürfte wiederum Julian Paul als Nummer zwei aufrücken.

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