Trifft der jüngste Spieler der Liga, verliert der RSV nicht / „Hart erarbeitet“

Costlys kuriose Quote

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Coach Benjamin Duray (l.) weiß, was er an Marcel Costly hat – er machte ihn zum Stammspieler.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Den Trainingsanzug des Rotenburger SV trug Marcel Costly am Sonntag nicht ohne Stolz spazieren, als er Zaungast beim Bezirksliga-Kick des VfL Visselhövede war.

Kein Wunder, schließlich hatte sein Fußball-Oberligist tags zuvor den ersten Saisonsieg eingefahren – und der Youngster sogar seinen zweiten Treffer erzielt. Es passt zu Costlys Entwicklung: Der 17-Jährige hat sich als jüngster Spieler der gesamten Liga längst einen Stammplatz gesichert, „hart erarbeitet“, wie er selbst sagt.

In sieben Spielen stand der in Visselhövede wohnende Flügelläufer jetzt schon in der RSV-Startelf, seit sechs Partien, dem Heimspiel gegen FT Braunschweig, verzichtete Coach Benjamin Duray nicht mehr auf ihn. „Er spielt unbedarft, gibt jede Minute Vollgas und geht extrem viele Wege“, lobt der A-Lizenz-Inhaber. Doch er schiebt auch hinterher: „Er ist sicher noch nicht vollkommen und weiß, dass er weiter arbeiten muss.“

Nun, das hat der antrittsschnelle Jungspund bereits eindrucksvoll getan. Letzte Saison noch für die U 19 des FC Verden 04 aufgelaufen, dürfte er eigentlich noch A-Jugend spielen. „Ich wollte aber unbedingt schon ein Jahr früher in den Herrenbereich“, nennt er den Grund, weshalb er sich für den RSV entschied. Eine richtige Wahl, wie sich zeigt. „Dass ich mich so schnell entwickelt habe, hat mich aber selbst überrascht“, gesteht Costly.

Kurios auch: Immer dann, wenn Costly getroffen hat, hat der RSV nicht verloren. Das war bei seinem Debüt-Treffer im Spiel beim VfL Oldenburg so (2:2) und nun auch in der Partie beim SSV Jeddeloh (2:1), als er aus spitzem Winkel einnetzte. „Das war gar nicht so leicht. Und außerdem ist es eigentlich mein größtes Problem, dass ich das Tor nicht treffe“, gesteht Costly schmunzelnd. Dass er dabei schon auf vier verschiedenen Positionen – Abwehr rechts, Mittelfeld rechts und links sowie Sturm – gespielt hat, stört ihn überhaupt nicht: „In dieser Liga muss man variabel sein“, meint er. Da passt es, dass für ihn (und seine Eltern) die ganze Fahrerei ohne Führerschein kein Problem ist. Und das, obwohl er in Delmenhorst eine schulische Ausbildung zum Physiotherapeuten absolviert. „Da werde ich mir jetzt wohl eine Wohnung suchen“, erzählt Costly.

Die Oberliga – sie soll für ihn übrigens nicht die Endstation sein. Doch zunächst geht es darum, mit dem RSV endgültig in die Erfolgsspur zu kommen. „Das waren nicht die letzten drei Punkte. Ich denke, wir kommen da unten noch raus“, ist er überzeugt. Schließlich will er den Trainingsanzug des RSV ja noch häufiger spazieren tragen …

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