Nur eine Alternative oder gar eine Pflicht für"s Hygienekonzept?

Corona-Warn-App im Lokalsport

Das Infektionsrisiko am Sportplatz der SG Unterstedt ist zum Zeitpunkt des Fotos niedrig. Die App bewertet mithilfe des Standortes des Handys die Ansteckungsgefahr durch infizierte Personen.  
Foto: Oetjen
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Das Infektionsrisiko am Sportplatz der SG Unterstedt ist zum Zeitpunkt des Fotos niedrig. Die App bewertet mithilfe des Standortes des Handys die Ansteckungsgefahr durch infizierte Personen. Foto: Oetjen

Rotenburg – Die Corona-Warn-App ist dieser Tage in aller Munde. Mehr als zehn Millionen Menschen haben sich die Software in Deutschland bislang heruntergeladen – Tendenz stetig steigend. Die Bundesregierung hofft auf eine breite Nutzung in der Gesellschaft, um die Corona-Pandemie weiter einzudämmen. Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, hat die Politik nun sogar die Sportwelt mit ins Boot geholt. Die Clubs der 1. und 2. Fußball-Bundesliga werben an den abschließenden beiden Spieltagen der Saison auf dem Trikotärmel für die App – für eine Nutzung von Kollegenschaften, Freundeskreisen aber auch von Mannschaften. Doch wie denken die Funktionäre im Lokalsport darüber? Hat die App vielleicht sogar Potenzial, in das Hygienekonzept von einzelnen Vereinen aufgenommen zu werden? Wir haben nachgefragt.

RSV setzt auf freiwillige Nutzung

Vorweg: Noch ist die Verlässlichkeit der App nur schwer zu beurteilen, sie ist schließlich erst seit wenigen Tagen verfügbar. „Dennoch denke ich, dass da viel Kompetenz drin steckt“, sagt Lars Neugebauer. Er ist beim Rotenburger SV zuständig für die Einhaltung der Corona-Regeln. Dass die Nutzung der App im Hygienekonzept verpflichtend ergänzt wird, schließt er aber aus: „Das ist alles freiwillig. Die Bundesregierung macht es nicht zur Pflicht, dann sollten wir das auch nicht tun“, betont er. Nichtsdestotrotz sei es eine gute Lösung, um die Infektionswege leichter nachzuvollziehen – „deshalb habe ich sie auch installiert“, sagt Neugebauer.

Tim Ebersbach nutzt die App auch. „Die kann langfristig bestimmt helfen“, denkt der RSV-Coach. Er möchte die Lage nicht weiter dramatisieren, hofft aber, dass sich jeder Spieler selbst Gedanken zur Nutzung der Software macht. „Das schadet ja nicht“, sagt er.

Beim Kreisligisten TuS Bothel wird den Spielern derweil ans Herz gelegt, die App herunterzuladen. „Das sollten die Jungs echt auf jeden Fall machen. Das ist eine gute Idee, um das Risiko stets bewerten zu können“, meint Fußball-Boss Hans-Jürgen Schlifelner. Ob die App demnächst zur Pflicht wird, um weiterhin am Mannschaftstraining – das übrigens weiterhin von Ex-Coach Sven Schuhmacher geleitet wird – teilzunehmen, muss sich noch klären. „Das kann ich nicht alleine entscheiden. Aber eigentlich spricht nichts dagegen“, so Schlifelner, der sich noch einmal mit seinem Sohn Dennis beraten will.

Beim VfL Visselhövede ist die App indes noch gar kein Thema – „da haben wir noch gar nicht drüber gesprochen“, gesteht Coach Thomas Heidler. Das hat einen einfachen Grund: Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat der designierte Bezirksliga-Aufsteiger nur ein einziges Mal trainiert. „Wir sind absolut noch nicht so drin im Rhythmus wie viele der anderen Mannschaften“, begründet er. Bis feststeht, wie die Zukunft des Amateurfußballs aussieht, wird sich daran auch erst einmal nichts ändern. Heidler selbst hat die App übrigens noch nicht auf dem Handy, kündigt aber an, sich zeitnah damit befassen zu wollen. Die Bundesregierung wird es ihm danken.

Von Lea Oetjen

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