Vor genau einem Jahr

Scheeßels Jan Loos spricht über seine Corona-Erkrankung und die Quarantäne für sein Team

Auch auf dem Platz stand Jan Loos (rechts auf einem Archivbild gegen den Unterstedter Momme Grewe) nach seiner Corona-Erkrankung schon mehrfach wieder.
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Auch auf dem Platz stand Jan Loos (rechts auf einem Archivbild gegen den Unterstedter Momme Grewe) nach seiner Corona-Erkrankung schon mehrfach wieder.

Jan Loos kam am 7. März 2020 aus dem Skiurlaub aus St. Anton. Einen Tag später stand er für seinen SV RW Scheeßel auf dem Fußballplatz, weitere zwei Tage später spürte er die Corona-Symptome. Ein Jahr später spricht der Stürmer nun über diese Zeit.

  • Am Tag nach dem Skiurlaub stand Jan Loos auf dem Sportplatz.
  • Die Corona-Symptome spürte der Fußballer erst zwei Tage später.
  • Sein Team musste ebenfalls in Quarantäne.

Scheeßel – Eigentlich war es ein ganz normales Fußballspiel, die Partie in der 1. Kreisklasse am 8. März 2020 beim SV Schwitschen: Es war die erste nach der Winterpause, Jan Loos war erst tags zuvor aus dem Skiurlaub zurückgekehrt und wurde nach 60 Minuten für Jannis Winter eingewechselt. Die Rot-Weißen gewannen mit 1:0. Alles normal bis dahin. Dass Loos mit seinem Einsatz jedoch die erste Corona-Quarantäne einer Mannschaft aus dem Kreis Rotenburg auslösen sollte, ahnte der Stürmer zu dem Zeitpunkt noch nicht.

„Ich war im Skiurlaub in St. Anton“, erzählt Loos. „Am Tag des Spiels habe ich nichts gemerkt. Am Montag auch noch nicht, sodass ich zur Arbeit war. Am Dienstag habe ich mich dann aber total krank gefühlt.“ Zwar habe er kein Fieber und keinen Husten gehabt, jedoch über starke Gliederschmerzen, Geschmacks- und Geruchsverlust geklagt. Der 30-Jährige wurde zunächst krankgeschrieben. „Da das Skigebiet zu dem Zeitpunkt noch nicht zum Risikogebiet erklärt worden war, wurde ich auch noch nicht auf Corona getestet.“ Erst am 14. März sollte das österreichische Tirol unter Quarantäne gestellt werden und war nun offiziell ein Risikogebiet. Was für Loos bedeutete, doch zum Test gebeten zu werden. Also fuhr er in der folgenden Woche nach Verden ins Containerdorf und erhielt am 19. März sein positives Ergebnis. Verbunden mit der Nachfrage des Gesundheitsamts, mit wie vielen Personen er Kontakt gehabt hätte. Und da standen nicht ganz wenige auf der Liste. „Ich war ja mit zwölf Leuten in Skiurlaub, dann kam meine Fußballmannschaft dazu. Und zur Arbeit war ich ja auch einen Tag“, erzählt der Physiotherapeut. „Ich glaube, ich hatte an dem Tag zum Glück keine älteren Patienten und habe meines Wissens nach auch niemanden angesteckt“, sagt Loos auch rückblickend noch spürbar erleichtert.

Teams in Quarantäne

Der SV Rot-Weiß Scheeßel war die erste Mannschaft, die aus dem Kreis Rotenburg im März 2020 in Quarantäne gehen musste. Mit Wiederbeginn der Saison sollten weitere Vereine folgen. Ende September 2020 erwischte es die Oberliga- und Bezirksliga-Fußballer des Heeslinger SC nach mehreren positiven Corona-Fällen in beiden Teams. Anfang Oktober – ausgelöst durch eine Feier in der Samtgemeinde Gnarrenburg – war auch der TSV Karlshöfen wegen etlicher positiver Tests zur Zwangspause verurteilt. Aufgrund einer Anordnung der Gemeinde blieb auch dem TSV Gnarrenburg nur die Rolle des Zuschauers. Im Oktober musste sich der TV Hassendorf vorübergehend aus dem Spielbetrieb zurückziehen, weil dort ein Spieler positiv getestet wurde – ein Altherrenspiel gegen den Rotenburger SV wurde deshalb sogar nach 15 Minuten abgebrochen. Zwei Wochen später blieb auch dem Rotenburger SV II nach einem positiven Fall nur die Quarantäne. In den Nachbarkreisen waren ebenfalls Teams betroffen, etwa der FC Verden 04 und der FC Worpswede. maf

Sein Team kam ebenfalls glimpflich davon. „Die Mannschaft musste, weil sich alles so hingezogen hatte, noch drei Tage in Quarantäne. Das war für die Jungs noch okay. Im Endeffekt war keiner schwer betroffen“, sagt Loos. Auch, weil das Wochenende quasi vor der Tür stand und die Saison mittlerweile, seit dem 13. März, in den Lockdown-Modus gegangen war. Der blonde Offensivspieler, der in Rotenburg wohnt, fühlte sich nach gut einer Woche wieder gesund und befand sich zwei Wochen lang in Quarantäne.

„Ich merke weiterhin ein bisschen eine Veränderung meines Geschmackssinnes – aber nur wenig“, erzählt er. Anfang des Jahres war er beim Arzt, um sich durchchecken zu lassen. „Herz, Lunge – alles in Ordnung“, berichtet Loos. „Und der Antikörpertest ist positiv ausgefallen. Zu dem Zeitpunkt war die Immunität also immer noch da. Für mich ist das beruhigend.“ An seiner Meinung zum Umgang mit Corona hat sich durch die Infektion übrigens nichts groß geändert: „Ich glaube, dass man auf die Experten hören muss“, betont Loos.

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