Coach der RSV-Reserve bleibt nach 0:4-Pleite gegen Bremervörde ruhig – und übt knallharte Kritik

Sztorc gibt Abwehr „glatte Sechs“

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Trotz enger Manndeckung durch Bremervördes Andre Kürschner nimmt Andrej Edel den Ball an. Verwerten kann der Rotenburger ihn jedoch nicht.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Im Urlaub an der Masurischen Seenplatte fand Dariusz Sztorc Zeit zur Entspannung und war mit der Angel erfolgreich. „Karpfen, Forellen, Rotfedern“, berichtete der Coach des Rotenburger SV II. Seinen Mannen gelang im Kreisderby der Bezirksliga gegen den Bremervörder SC indes kein fetter Fang – im Gegenteil: Gleich vier Mal zappelte der Ball im Netz der Gastgeber, sodass sich der Aufsteiger aus dem Norden mit einem 4:0 (2:0) die drei Punkte fischte. Hecht im Karpfenteich war Stürmer Kevin Tews mit drei Treffern.

Trotz der Heimpleite war Sztorc die Ruhe selbst – so als würde er noch am Angelteich im Nordosten Polens relaxen. Er schwieg fast die ganze zweite Halbzeit und saß mit verschränkten Armen vor der Brust auf der Bank. Es war nicht die Ruhe vor dem Sturm, wie er später beteuerte: „Warum soll ich den Kasper machen, wenn ich das Spiel lesen kann und nach dem 2:0 sehe, dass das Ding nicht mehr zu gewinnen ist?“

Gleichwohl ist sich Sztorc der aktuellen Situation bewusst und redete bei der Analyse auch Tacheles: „Ich bin super enttäuscht von meiner Abwehr. Das war das Schlechteste, seit ich die Mannschaft übernommen habe – das war von allen eine glatte Sechs!“ Zudem verwies der 45-Jährige darauf, dass die beste Defensive der vorherigen Saison – nämlich seine – in den bisherigen fünf Spielen bereits zwölf Gegentore zugelassen hat.

Eigentlich waren es nur zwei Akteure, die sich im RSV-Trikot positiv absetzten: Tim Potratz und Tobias Dyck mühten sich im Mittelfeld nach Kräften, ansonsten wirkte der Auftritt nach dem ersten Gegentor durch Lukas Weihe, dem ein nicht geahndetes Foul an Patrick Werna vorausgegangen war, unmotiviert (28.). Dabei besaß die RSV-Reserve beste Möglichkeiten, um zu Toren zu kommen. Die größte durch Tobias Delventhal, der den Ball an den Pfosten setzte (38.). Quasi im Gegenzug kassierten die Platzherren vor 60 Zuschauern das 0:2 durch Tews – Lasse Müller stand nur staunend daneben. Beim dritten Bremervörder Treffer, erneut durch Tews, rächte es sich, dass der rechte Außenverteidiger Jewgenij Teichreb seine Seite stets viel zu offen ließ (56.), vor dem 4:0 der Gäste durch Tews rannten sich Christopher Kiel und Lasse Müller gegenseitig um (69.). Noch ärgerlicher: Kiel schied verletzt aus. Und Sztorc? Nahm’s zur Kenntnis und übte trotz aller Gelassenheit schonungslos Kritik: „Wir hätten bis abends spielen können und kein Tor geschossen. Wenn wir uns in Einzelaktionen verwickeln, dann haben wir keine Chance.“ Fußball ist eben kein Karpfenteich.

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