75:50-Sieg im Pokal gegen Lichterfelde

Clark ebnet den Talenten den Weg

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Shaniqua Nilles (vorne) ist von Berlins Lena Gohlisch nicht aufzuhalten. Die Amerikanerin steuerte acht Punkte, sechs Rebounds, fünf SAteals und drei Assists zum Sieg im Pokal-Achtelfinale bei.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Selbst der größte Kritiker im eigenen Verein war begeistert und hob anerkennend den Daumen. „Zugabe“, hatte Rolf Ludwig, Vorsitzender des TuS Rotenburg, schon zuvor aufs Feld gerufen, als Mirja Beckmann nach einem erfolgreichen Zweier mit Foul an die Freiwurflinie geschritten war.

Auch wenn der Ball nicht im Netz zappelte, gab es am souveränen Heimsieg der Avides Hurricanes im Achtelfinale des DBBL-Pokals nichts zu rütteln. Gleich mit 75:50 (46:32) bezwang der bisher so wechselhaft spielende Basketball-Zweitligist in Scheeßel den zweitplatzierten Ligarivalen TuS Lichterfelde Berlin.

„Das war gut fürs Selbstbewusstsein“, bemerkte Kapitänin Pia Mankertz. Am 7. Januar weht nun wieder ein Hauch von erster Liga bei den Hurricanes. Der Absteiger empfängt im Viertelfinale die ChemCats Chemnitz, Tabellenachter aus dem Oberhaus und mit 76:51 bei der TG Neuss erfolgreich. „Plötzlich haben wir die Chance, ins Top-Four-Turnier einzuziehen“, stellte auch Christoph Treblin, Vorstand Sport der Hurricanes, die Vorzüge des Pokalwettbewerbs heraus. Und er ergänzte: „Wir haben im Viertelfinale ein Match auf hohem Niveau – das ist doch immer noch besser als Training.“

Als Erklärung für den deutlichen Triumph gegen Berlin sei darauf hingewiesen, dass die Hauptstädterinnen nur zu siebt angereist waren und mit Nyara Sabally sowie Ireti Amojo gleich zwei ihrer drei besten Scorerinnen zu Hause gelassen hatten. Dennoch waren die Hurricanes an diesem Tag auch einfach in Form – und das von Beginn an. „Wir sind direkt gut ins Spiel gekommen und hatten eine deutlich bessere Trefferquote als zuletzt“, stellte Mankertz fest. Deutlich besser ist fast noch untertrieben, denn bei den Dreiern kam ihr Team sogar auf starke 43 Prozent.

Wohl bestes Spiel von Clark

Ihr vielleicht bestes Spiel im Hurricanes-Shirt zeigte die Amerikanerin Cassidy Clark. Vorstandsmitglied Utz Bührmann hatte ihr vor dem Spiel in einem Zwiegespräch klargemacht, was er von einer Profispielerin erwartet. Clark hatte offensichtlich gut zugehört, schon bis zur Pause ebnete sie mit 19 Punkten den Weg. Am Ende waren es 26, garniert mit neun Rebounds.

„Alle haben gut gespielt und sich bewegt – in der Verteidigung und der Offense“, betonte Coach Mahir Solo, der bei der Führung schon früh seine Talente Nike Fortmann, Tuba Poyraz (beide noch im ersten Viertel), Celine Schröder und Melda Tölle aufs Parkett schickte. Fortmann dankte es mit sieben Punkten (darunter ein Dreier), Poyraz mit fünf Zählern und drei Rebounds. Auch Mirja Beckmann kam vor allem in der zweiten Hälfte immer besser ins Spiel und erzielte im dritten Viertel acht ihrer insgesamt 13 Punkte. Mankertz fiel mit acht Assists auf.

Zonenpresse funktionierte

Auch die einstudierte Zonenpresse funktionierte gegen Berlin über weite Strecken gut. Die Hurricanes gingen schon in der Gästehälfte immer wieder zu zweit auf die ballführende Spielerin und erzwangen dadurch mehrfach Ballgewinne. „In Grünberg hatte das ja nicht funktioniert, dieses Mal schon“, fand Mankertz. Nach einer komfortablen 46:32-Pausenführung war spätestens beim 61:41, erzielt durch Beckmann von der Freiwurflinie, das Spiel entschieden (26.). 

Kurz danach kam jedoch das Aus für Andrea Baden, die mit Berlins Felicia Zeis zusammenrasselte. Während die Gästeakteurin nach kurzer Behandlung und mit Pflaster über dem linken Auge weiterspielte, ging es für Baden direkt zum Nähen ins Krankenhaus – sie hatte eine Platzwunde unter dem rechten Augen erlitten. „Wir müssen sehen, was sie sagt und was der Arzt sagt“, dachte Coach Mahir Solo bereits an das Nachholspiel bei Eintracht Braunschweig am Donnerstag.

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