RSV nach 1:3 noch 4:3

Chwolka sorgt für die Glücksgefühle

Tim Ebersbach zeigt auf seinen Block, Marcello Muniz (l.) und Luca Althausen schauen ihm dabei zu.
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Letzte Anweisungen: Coach Tim Ebersbach erklärt kurz vor Wiederanpfiff Marcello Muniz (l.) und Luca Althausen ihre Aufgaben – und die setzen sie um.

Die Systemumstellung und zwei Wechsel zur zweiten Halbzeit haben dem Rotenburger SV nach einem 1:3 noch den 4:3-Sieg in Celle gebracht.

Celle – Es sind genau solche Augenblicke, die bei den Protagonisten für Jahre in Erinnerung bleiben, die beim Matchwinner wie eine Tätowierung unter die Haut gehen und wohl nie verschwinden. „Der Moment, wenn man den Ball trifft und sieht, wie er ins Netz fällt – da gibt es nur wenig, was besser ist“, schilderte Lucas Chwolka seinen Siegtreffer für den Rotenburger SV. In der 89. Minute hatte der Mittelfeldakteur der Wümmestädter seinen nunmehr fünften Saisontreffer erzielt – einen ganz wichtigen obendrein. Durch den 4:3 (2:3)-Sieg beim MTV Eintracht Celle zog der RSV am direkten Konkurrenten vorbei und verschaffte sich einen Vorteil im Rennen um die beste Ausgangslage für die kommende Abstiegsrunde. Mitentscheidend war nach einer völlig verkorksten ersten Hälfte und einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand zudem die Umstellung auf die Dreierkette.

Bild mit Symbolcharakter: Björn Hakansson (r.) erlebte ein Spiel mit Tiefen und Höhen. Am Ende war er – wie hier gegen Alexander Laube – obenauf.

„Was für ein verrücktes Spiel“, stellte nach aufregenden 95 Minuten Coach Tim Ebersbach fest. Und er gestand: „So eine kurze Ansprache hatten wir in der Pause lange nicht mehr. In der Halbzeit haben die Jungs einen richtigen Einlauf gekriegt – aber die Antwort haben sie gegeben. Das war eine geile Energieleistung in der zweiten Hälfte.“ Wobei der Coach sein gewohntes 4-3-3-System aufgab und auf die Dreierkette umstellte. Hierfür opferte er mit Tobias Kirschke einen zentralen Mittelfeldspieler und brachte für die Abwehrmitte Luca Althausen. Zudem kam auf dem linken Flügel Marcello Muniz für Noel Lohmann – zwei Veränderungen, die griffen. „Das war eine gute Idee mit ,Althu‘ – die Dreierkette hat gefunzt“, fand nicht nur Routinier Björn Mickelat, der dieses Mal komplett draußen blieb. Kapitän Stefan Denker bemerkte zudem: „Die Einstellung bei uns war eine ganz andere in der zweiten Halbzeit.“

Plötzlich wirkte das Spiel des RSV viel strukturierter, ruhiger – sprich: abgeklärter. Dabei hätte wohl keiner der mitgereisten RSV-Fans nach dem Auftritt im ersten Durchgang einen höheren Betrag auf die „Gelbhemden“ aus Rotenburg gesetzt. Trotz des Traumstarts, für den Marcel Marquardt mit einem feinen Linksschuss verantwortlich gezeichnet hatte (4.), wirkte das Team „passiv und ängstlich“, wie Ebersbach beobachtete. „Wir waren überhaupt nicht da“, räumte Lucas Chwolka ein. „Schwer zu sagen, ob wir uns nach der Führung zurückgelehnt haben.“

Gerade drin, schon getroffen: Marcello Muniz.

Hinzu kam, dass der RSV in der Defensive auffällig schwerfällig wirkte und ein Schnelligkeitsdefizit offenbarte. „Deshalb haben wir ja Althausen gebracht, um diese Tempoprobleme zu lösen“, erklärte Ebersbach. Bis dahin hatte Celle jedoch das Spiel komplett gedreht. Allen voran Jean-Luca van Eupen „hat unsere Innenverteidigung und unsere Sechser hopps genommen“, fand der Coach. Celles Stürmer erzielte aus der Drehung das 1:1 (14.), entwischte Sämi van den Berg und ließ sich von Keeper Jeroen Gies foulen, sodass Yannik Ehlers per Strafstoß auf 2:1 stellte (31.) – und er erhöhte per Kopfball-Lupfer auf 3:1 (41.). Vorausgegangen war ein Ballverlust von Björn Hakansson, der seinen Fehler jedoch schnell wiedergutmachte, indem er per Freistoß auf 2:3 verkürzte (45.+2).

„In der zweiten Halbzeit war Rotenburg die bessere, die aktivere Mannschaft“, gestand Celles Coach Hilger Wirtz von Elmendorff, der frühzeitig mit Marc Matthesius einen Ausfall zu beklagen hatte (18.) – ärgerlich auch, dass der herbeigerufene Krankenwagen aufgehalten wurde, weil die Feuerwehrzufahrt zugeparkt war. Kurz vor Abpfiff handelte sich bei den Gastgebern zudem Gerbi Kaplan die Gelb-Rote-Karte ein (90.+2).

Kurz vorm 1:0 – Marcel Marquardt (l.) legt sich den Ball auf den linken Fuß, Yannik Ehlers greift nicht an – und der Rotenburger zieht ab.

Der gerade erst eingewechselte Muniz hatte mit einem erneuten RSV-Frühstart nach Pass von Joel Schallschmidt ausgeglichen (48.). Fortan waren die Rotenburger die dominierende Mannschaft mit besten Chancen, frühzeitig alles klar zu machen. Doch Schallschmidt traf zunächst nur den Innenpfosten (78.), Yannick Chwolka das Aluminium von außen (84.). „Lucas, ich habe dir den Moment überlassen, ich hätte ihn auch haben können“, meinte er später flachsend zu seinem Zwillingsbruder, der mit dem 4:3 die großen Glücksgefühle garantierte. „Wir haben an uns geglaubt“, betonte Lucas Chwolka und war überzeugt: „Wenn wir immer die Qualität wie in der zweiten Halbzeit an den Tag legen würden, könnten wir jeden bezwingen.“ Wirtz von Elmendorff bescheinigte dem RSV denn auch: „Aus einem 1:3 bei uns ein 4:3 zu machen – das spricht schon für sich.“

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