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Bruns-Comeback und Miesner-Debüt bei Rotenburgs 24:27

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Von: Matthias Freese

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Oskar Böshans (r.) greift Luka Bruns am Trikot.
Willkommen zurück in der Oberliga: Oldenburgs Oskar Böshans (r.) geht Luka Bruns zur „Begrüßung“ gleich mal an den Kragen – nicht die ganz feine Art. © Freese

Aufgrund kurzfristiger Ausfälle gab es auf dem Feld und an der Seite je ein ungewohntes Gesicht zu sehen. Beide waren aber nicht der Grund für Rotenburgs Niederlage.

Rotenburg – Als Fabian Schwartz zum Tempogegenstoß startete und Lukas Misere die Verfolgung aufnahm, waren die Konsequenzen fast schon vorhersehbar. „Vielleicht muss ich einen Schritt früher wegbleiben, aber er hat‘s gut verkauft“, beschrieb der Linksaußen des TuS Rotenburg die umstrittene Szene, für die er wegen eines vermeintlichen Fouls am Rückraumspieler des TvdH Oldenburg in der 33. Minute Rot sah. „Wir haben das Spiel aber definitiv nicht in der Situation verloren“, fügte Misere noch an. Vielmehr war es wohl die fehlende Durchschlagskraft, die zum 24:27 (13:13) und zur zweiten Heimniederlage des Tabellensechsten führte.

Im Team der Wümmestädter hatte es allerdings auch ein paar unerwartete Veränderungen gegeben. Nicht nur, dass der erkrankte Coach Nils Muche von Jens Miesner vertreten wurde, „weil wir ja einen mit Lizenz auf der Bank brauchen“, wie der eigentliche Trainer der Frauenmannschaft vor seiner Premiere als Hauptverantwortlicher bei den Herren anmerkte. Mit ihm tauchte noch ein weiteres bekanntes, aber lange nicht gesehenes Gesicht auf. Der langjährige Rechtsaußen Luka Bruns gab sein Comeback und stand ab der 40. Minute durchgehend auf dem Feld – rund zwei Jahre nach seinem letzten Oberliga-Spiel.

Jens Miesner (r.) steht am Seitenrand und streckt den rechten Arm aus. Michel Misere schaut in die Richtung, in die Miesner zeigt.
Debüt als Cheftrainer bei den Herren: Jens Miesner (r.), hier mit dem sechsfachen Siebenmeterschützen Michel Misere, vertrat den erkrankten Nils Muche. © Freese

Um 12.30 Uhr, berichtete Bruns, habe ihn die WhatsApp von Co-Trainer Alexander Bart erreicht, nachdem auch Jens Behrens und Thies Stieghahn ausgefallen waren. „In der Not bin ich da, aber da werden nicht mehr viele Einsätze hinzukommen“, betonte der 27-jährige Linkshänder, der mittlerweile eigentlich fest zum Kader der dritten Herren gehört. Das Slim-Fit-Trikot passte jedenfalls noch, auch wenn es nicht seine alte Nummer 22 hatte, sondern die 7, die sonst Stieghahn trägt. Dass er so lange aus dem Oberliga-Geschehen raus war, war Bruns ebenfalls nicht anzumerken. „Fit bin ich ja, es ist nur ein bisschen die Konzentration, die musst du erst mal wieder reinkriegen“, meinte er. Miesner fand denn auch: „Er hat sich ganz gut aus der Affäre gezogen.“

Dass die Partie letztlich zugunsten der körperlich sehr präsenten Gäste aus dem Oldenburger Stadtteil Haarentor ausging, hatte andere Gründe. „Die Rückwärtsbewegung in der ersten Halbzeit war eine Katastrophe. Wir haben vier Tore über die zweite Welle gekriegt“, monierte Miesner. „Und wir sind relativ schwer ins Tempospiel gekommen“, stellte Lukas Misere fest und fand: „Das Spiel war sehr geprägt von guten Abwehrreihen. Respekt vor unserer Mannschaftsleistung, Respekt aber auch vor Oldenburg, die haben es hier sehr gut gemacht.“ Insbesondere der Halblinke Joost Sanders war nur schwer aufzuhalten, wenngleich der eingewechselte Matthis Köhlmoos gleich zwei Siebenmeter gegen ihn parierte.

Lukas Misere beim Sprungwurf.
Anflug über die linke Seite: Lukas Misere springt in den Kreis. Zu Beginn der zweiten Hälfte schied er aber aufgrund einer Roten Karte aus. © Freese

Je länger die Partie andauerte, desto mehr brachten allerdings auch die Unparteiischen Hendrik Engelhardt/Tobias Meyer (VfL Fredenbeck) viele der rund 150 Zuschauer und Rotenburger Spieler mit einigen strittigen Entscheidungen gegen sich auf – angefangen mit der Roten Karte gegen Lukas Misere. „Ich sage sonst nichts zu Schiedsrichtern, aber sie haben ihren Teil dazu beigetragen“, bemerkte Rotenburgs Linksaußen. „Die Linie war nicht klar zu erkennen“, stimmte ihm Miesner zu.

So mussten die Wümmestädter auch in der Schlussphase, als sie nach einem Drei-Tore-Rückstand wieder bis auf 22:23 durch Kilian Behrens und Sören Heyber dran waren (56.), eine doppelte Zeitstrafe einstecken – Kilian Behrens und Michel Misere erwischte es. In Unterzahl verkürzte Heyber noch einmal auf 23:24 und knapp zwei Minuten vor dem Ende auch auf 24:25, dann aber parierte Oldenburgs frisch gekommener Keeper Jannik Rohde die Würfe der Rotenburger Behrens und Brandt, sodass die Huntestädter als Tabellenvierter weiter im Titelrennen bleiben.

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