Nach der Ankündigung des Brinkumer SV

Regionalliga-Aufstieg: Plant auch der Heeslinger SC den rechtlichen Weg?

Zwei Mannschaften laufen ein.
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Springt der Heeslinger SC, wie hier Keeper Arne Exner vor dem Spiel gegen den Rotenburger SV, noch in die Regionalliga?

Noch ist die Frage nicht geklärt, ob es Aufsteiger in die Regionalliga gibt. Sollte aber das NFV-Präsidium der Empfehlung der Viertliga-Teams folgen, droht vermutlich ein rechtliches Nachspiel.

Brinkum/Heeslingen – Der Spielbetrieb in der Regionalliga Nord wird eingestellt werden. Das ist spätestens seit dem vergangenen Donnerstag klar, als der Spielausschuss des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) unter Vorsitz von Jürgen Stebani zur Videokonferenz mit den 22 beteiligten Mannschaften gebeten hatte. 21 Clubvertreter votierten dabei für den Abbruch der Spielzeit. Damit ist die Kuh aber längst noch nicht vom Eis.

Es bleiben unter anderem die drängenden Fragen, wie es mit dem Aufstieg in die 3. Liga oder dem Auf- und Abstieg in beziehungsweise aus der Regionalliga aussieht. Auf die erste Frage gibt Stebani eine Antwort: „Die Mehrheit ist dafür, dass wir den TSV Havelse für die Relegation mit dem Meister aus der Regionalliga Bayern melden. Von den Teams aus der Regionalliga Nord, die für die 3. Liga gemeldet haben, hat Havelse mit Abstand den besten Quotienten aus errungenen Punkten geteilt durch die Anzahl der bisher absolvierten Spiele.“ Fest steht auch, dass die Regionalliga Nord auch in der kommenden Saison in eine Nord- und eine Südstaffel unterteilt wird. Damit hätte man genügend Spielraum, um in der Corona-Krise flexibel reagieren zu können. „Eine vorsorgliche Trennung der Liga macht Sinn“, erklärte der Spielausschuss-Chef.

Aber dann wird es auch schon knifflig. Die bei der Videokonferenz anwesenden Vereine sprachen sich fast einstimmig dafür aus, dass es keine Absteiger geben soll. Um die Liga nicht zu sehr aufzublähen, soll es dann nach dem Wunsch der Clubs keine Aufsteiger geben. Auch Kosten spielen in der Begründung eine Rolle, wie Friedrich Schilling, Clubchef des BSV Rehden, verriet: „Der Vertreter von Atlas Delmenhorst hat mich umdenken lassen, dass es keine Auf- und keine Absteiger geben sollte. Sein Argument hat mir eingeleuchtet, dass Atlas im vergangenen Jahr 500 000 Euro in Sicherheitsmaßnahmen des Stadions investiert hat. Und jetzt soll das nach nur sieben Spielen quasi umsonst gewesen sein? Da bin ich bei Atlas Delmenhorst. Die möglichen Aufsteiger müssten vielleicht auch investieren, könnten das aber noch stoppen, wenn relativ schnell klar wäre, dass es keine Aufsteiger gibt.“

Da droht also jede Menge Konfliktpotenzial bei den zeitnahen Beratungen des NFV-Präsidiums. Stebani erklärte zudem, dass eine Entscheidung recht kurzfristig fallen soll . Und der 70-Jährige stellt auch klar fest, „dass wir natürlich gern die Meinung der Vereine einholen, aber letztlich doch das Präsidium die Entscheidung fällt.“

Mit großem Interesse verfolgen auch der Bremen-Liga-Primus Brinkumer SV und der Oberligist Heeslinger SC die Diskussionen rund um den Regionalliga-Aufstieg. Von dem Gedanken, keine Aufsteiger zuzulassen, hält Brinkums Manager Jörg Bender nicht viel: „Ich kann ja Delmenhorst verstehen, dass sie ihre Investitionen nicht in den Sand gesetzt haben möchten. Aber auch wir hatten schon Kosten, was die Regionalliga angeht. Zudem finde ich es rechtlich fragwürdig, wenn man einen Aufstiegskandidaten zur 3. Liga benennt, aber keine Teams in die Regionalliga hochlassen will. In diesem Falle müssten wir uns im Verein besprechen, aber ich neige dazu, dann rechtliche Schritte einzuleiten und dagegen zu klagen.“

Der Heeslinger SC, aufgrund des Quotienten der potenzielle Aufsteiger aus Niedersachsen, gibt sich in Person des Teammanagers Carsten Schult zurückhaltender: „Ich habe noch einmal mit Jürgen Stebani gesprochen und bin mit ihm so verblieben, dass wir die Entscheidung des Präsidiums abwarten. Denn es ist überhaupt noch nicht klar, dass das Präsidium der Empfehlung der Regionalligateams folgen wird. Wir haben also noch genug Zeit. Wenn die Entscheidung aber wirklich dahin geht, dass es keine Aufsteiger in die Regionalliga gibt, werden wir uns kurzfristig mit dem Brinkumer SV und dem SV Todesfelde (Tabellenführer der Oberliga in Schleswig-Holstein, Anm. der Redaktion) zusammensetzen und über weitergehende Schritte beraten.“

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