Starke Leistung der Rotenburger

Nils Muche hakt Abstiegskampf nach 30:22 bei der SG HC Bremen/Hastedt ab

Vor nur spärlich gefüllten Rängen hatte der TuS Rotenburg keine Probleme. Jens Behrens (oben, am Ball) ackerte am Kreis und in der Defensive. Klaas-Marten Badenhop (unten, l.) musste den Platz nach 15 Minuten zu Unrecht mit Rot verlassen. Sören Heyber fehlte indes das Wurfglück. - Fotos: Wuttke
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Vor nur spärlich gefüllten Rängen hatte der TuS Rotenburg keine Probleme. Jens Behrens (oben, am Ball) ackerte am Kreis und in der Defensive. Klaas-Marten Badenhop (unten, l.) musste den Platz nach 15 Minuten zu Unrecht mit Rot verlassen. Sören Heyber fehlte indes das Wurfglück.

Bremen - Von Vincent Wuttke. So langsam haben die Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg die defensive Haltung ihres Trainers Nils Muche in Sachen Abstiegskampf gebrochen!

Nach Abpfiff meinte Goalgetter Lukas Misere noch schmunzelnd: „Eigentlich sind wir durch – obwohl ,Mulle‘ das nie sagen würde.“ Doch der sonst so zurückhaltende Trainer war von der starken Leistung seines Aufsteigers bei der SG HC Bremen/Hastedt und dem 30:22 (15:11)-Sieg so begeistert, dass auch er nicht mehr an einen Abstieg glaubt. „Jetzt geht es nicht mehr um den Klassenerhalt, sondern darum, noch mehr Spiele zu gewinnen.“

Der Denkumschwung ist kein Wunder bei der Bilanz: Mit nunmehr 22 Punkten steht der Aufsteiger weiter auf Rang fünf. „Da brennt nichts mehr an. Auch wenn es fatal wäre, nun alles zu verlieren“, meinte Muche.

Dass es so kommt, ist sehr unwahrscheinlich. Immerhin hatte seine Mannschaft den Tabellenvierten ganz klar im Griff – und das trotz der Personalnot. Keeper Denis Jäger sagte am Morgen mit Fieber ab und so war der überragende Yannick Kelm der einzige Mann zwischen den Pfosten. Zudem fehlten noch die Skiurlauber Jens Koch, Christian Hausdorf und Johann Knodel sowie Max Nowosadtko (privat verhindert). 

Klaas-Marten Badenhop (unten, l.) musste den Platz nach 15 Minuten zu Unrecht mit Rot verlassen.

Hinzu kam noch, dass Patrick Zahn den Großteil des Spiels mit Knieproblemen ausfiel sowie Kapitän und Abwehrchef Klaas-Marten Badenhop ab der 15. Minute zum Zuschauer wurde. Da hatte Michel Misere Bremens Spielertrainer Marten Franke bei einem Gegenzug in den Routinier, der einfach nur da stand, hineingeschoben. „Die haben mich verwechselt. Ich konnte wirklich nichts mehr machen. Aber ich bin bei den Schiedsrichtern schon etwas bekannt“, meinte der vermeintliche Übeltäter grinsend.

„Es war super, wie die Jungs den Schock verkraftet haben“, lobte Muche, der bis kurz vor Schluss die ganze Last auf sieben Spielern legte und erst am Ende auch die junge Garde um die A-Jugendlichen Daniel Barkholdt und Tim Kesselring einsetzte. Kesselring kam sogar noch zu seinem Premierentor.

In der guten Mannschaft ragten neben Kelm auch der frisch gebackene „Sportler des Jahres“ Lukas Misere mit 13 Treffern und Spielmacher Fabian Knappik heraus. Er hatte in der Defensive von Muche mit auf den Weg bekommen, Spielercoach Franke in der 5:1-Deckung rauszunehmen – mit großem Erfolg. „Der macht das Spiel bei denen. Den Halbpositionen ist ohne seine Freiräume dann nichts eingefallen“, sagte Knappik.

Sören Heyber fehlte indes das Wurfglück.

So kam es, dass Rotenburg von Beginn an den Ton angab. Bereits in der zehnten Minute stand es nach einem Treffer von Lukas Misere 5:2. Bei diesem kleinen Polster blieb es vorerst. Die brenzligste Phase des Spiels überstanden die Muche-Mannen zwischen der 16. und 18. Minute. Nach der Roten Karte gegen Badenhop bekam auch Jens Behrens noch eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe. Allerdings fing sich Rotenburg in doppelter Unterzahl nur einen Treffer ein und ging mit einem 15:11 in die Pause.

Schon in der 35. Minute war die Vorentscheidung dann gefallen. Luka Bruns schaffte das 19:12. Weil Bremen in den folgenden Minuten nicht herankam, versuchten es die Hausherren immer wieder mit dem siebten Feldspieler. Der Versuch hatte aber nur zur Folge, dass Rotenburg durch Lukas Misere (zwei Mal) und Kelm innerhalb von 60 Sekunden drei Mal das leere Tor traf – 26:17 (46.). Somit machten sich viele der nur gut 55 Zuschauer früh auf den Heimweg. 

Denn der war durchaus unplanbar – immerhin standen sich parallel keine 500 Meter von der Halle entfernt in der Fußball-Bundesliga der SV Werder Bremen und der Hamburger SV gegenüber. „Die Leute waren wohl alle bei Werder“, meinte Muche. Und Michel Misere fand: „Es war wie ein Heimspiel.“ In der Tat kam gut ein Drittel der Zuschauer aus Rotenburg. Und die feierten nach Abpfiff doppelt – den Sieg und den wohl sicheren Klassenerhalt.

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