Vor dem Play-Off-Finale spricht Pia Mankertz über Braunschweig und die Zukunft

„Brauchen Neuzugänge, um in der ersten Liga zu bestehen“

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Pia Mankertz hat den Durchblick: Nicht nur wie hier beim Freiwurf, sondern auch, was die Zukunft der Hurricanes im Falle des Aufstiegs angeht.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Noch zwei Siege bis zur Rückkehr in die Beletage des deutschen Damen-Basketballs! Die Avides Hurricanes stehen kurz vor der Ziellinie und wollen sich auch von Eintracht Braunschweig nicht mehr von ihrem Weg abbringen lassen.

Im Play-Off-Finale der 2. Bundesliga Nord kommt es morgen (18.30 Uhr) in der Rotenburger Pestalozzihalle zum ersten Duell mit den Löwenstädterinnen. Wir sprachen zuvor mit Hurricanes-Kapitänin Pia Mankertz (23) über das Niedersachsen-Derby und die Zukunft.

Mal ehrlich: Ist die Spannung vor dem Play-Off-Finale ein wenig raus, nachdem klar ist, dass Braunschweig keine Lizenz für die erste Liga beantragt hat?

Pia Mankertz:Die Spannung ist auf keinen Fall raus. Jetzt geht es erst richtig los! Alles, wofür wir die ganze Saison gearbeitet haben, kommt jetzt erst zu dem Punkt, wo es um alles geht. Da wir auch noch auf keinen Fall sicher aufgestiegen sind, bleibt es an uns, den Aufstieg sportlich zu schaffen. Ich glaube sehr wohl, dass vielleicht eher der Zweite aus der zweiten Bundesliga Süd aufsteigen würde oder einer weniger aus der ersten Liga absteigt. Von daher sollten wir das Finale gewinnen, auch um an solche Eventualitäten nicht denken zu müssen.

Wen gilt es bei Braunschweig denn besonders zu beachten? Ist es vielleicht schon die halbe Miete, Britta Hueske-Böcher an die Kette zu legen?

Mankertz:Bei Braunschweig geht es hauptsächlich um zwei Spielerinnen – um die Amerikanerin Alysha Womack und um Britta Hueske-Böcher. Das sind beides absolute Scorertypen, von daher werfen die anderen aus dem Team nicht so häufig auf den Korb. Allerdings sollte man auch die anderen Spielerinnen nicht komplett aus dem Auge verlieren, wenn wir versuchen, die beiden Hauptakteurinnen so gut es geht zu „ärgern“. Mit ärgern meine ich, die Würfe für sie so hart wie möglich zu machen und ihnen über 40 Minuten alles abzuverlangen. Beide spielen so gut wie jedes Spiel komplett durch, da können wir eher durchwechseln, das ist unser Vorteil ihnen gegenüber.

Im Halbfinal-Rückspiel lief es in der zweiten Hälfte gegen die Bender Baskets Grünberg nicht mehr so rund. Reicht solch eine Leistung gegen Braunschweig?

Mankertz:Zu der Leistung ist zu sagen, dass die erste Halbzeit noch sehr gut war. Erst die zweite Halbzeit ließ zu Wünschen übrig. Lässt sich vielleicht auch mit der relativ hohen Halbzeitführung erklären, die dann zu unserer nachlassenden Leistung führte. Grünberg hatte nichts mehr zu verlieren und hat noch mal alles gegeben. Für uns war es dann schwer, den Motor noch mal ins Rollen zu bringen. Da sehe ich aber kein Problem, dass es bei diesem ersten Play-Off-Spiel gegen Braunschweig anders als mit einer guten Leistung weitergeht. Eine Leistung wie in der zweiten Halbzeit gegen Grünberg würde natürlich nicht reichen, um Braunschweig zu schlagen. Das wissen wir alle genau.

Blicken wir mal in die nächste Saison – haben Sie eigentlich schon definitiv zugesagt?

Mankertz:Ich habe für nächste Saison zugesagt. Und es sieht wohl auch ganz gut aus, dass es nicht mein letztes Jahr in diesem Verein sein wird.

Und was muss sich sonst personell tun, um im Falle des Aufstiegs in der ersten Liga mithalten zu können?

Mankertz:Um in der ersten Liga zu bestehen, brauchen wir noch einige Neuzugänge. Mit dem Team, was wir zurzeit haben, würde es nicht funktionieren, das ist aber auch klar. Neuzugänge für den Fall, dass wir wieder den Aufstieg schaffen, waren von vornherein geplant. Ein Platz wird natürlich frei, da Emma Stach das Team verlässt.

Emma Stach ist sicher nicht eins zu eins zu ersetzen. Wäre es da eventuell sinnvoll, eine dritte Amerikanerin auf ihrer Position zu holen?

Mankertz:Da muss schon eine gute Deutsche oder sogar eine Amerikanerin auf der Position her. Wichtig wird die Frage sein, ob Hannah Pakulat bleibt! Ansonsten bekommen wir auf der deutschen Position noch ein Problem. Ich denke auch, dass es davon abhängig ist, auf welcher Position wir die dritte Amerikanerin verpflichten werden.

Was müsste sich sonst im Gegensatz zum letzten Erstliga-Abenteuer ändern?

Mankertz:Um dann im Oberhaus bestehen zu können, muss das Team funktionieren. Auch auf der menschlichen Ebene. Das war das Problem in der Saison, als wir abgestiegen sind. Da sind wir aber auf einem guten Weg, soweit ich das sehe.

Noch eine Frage zu Ihnen: Wie stets mit der Nationalmannschaft? Emma Stach wurde gerade für den A-Kader und die U 20 nominiert, Hannah Pakulat für die U20. Ihr Name tauchte da nicht auf.

Mankertz:Zum Thema Nationalmannschaft möchte ich nur sagen, dass ich es richtig genieße, mal wieder im Sommer wegfahren zu können. Ich freue mich, dass Hannah und Emma nominiert sind und wünsche ihnen viel Erfolg.

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