Trainerwechsel beim Rotenburger SV nimmt unerwartete Wende / Drewes kommt, Gashi geht

Bounoua-Brüder statt Sztorc-Solo

Morad Bounoua wechselt als (spielender) Co-Trainer zum Rotenburger SV.

Kreis-Rotenburg - Von Matthias FreeseROTENBURG · Fliegender Wechsel auf der Trainerbank des Rotenburger SV: Eigentlich sollte Dariusz Sztorc den auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Detlef Lehmann nach der Winterpause „beerben“. Doch noch bevor der 40-jährige Pole überhaupt seine erste Übungseinheit abhalten konnte, musste er aus persönlichen Gründen einen Rückzieher machen. Die Ersatzlösung ist durchaus als Coup zu bezeichnen: Jamal Bounoua übernimmt kurzfristig den Spitzenreiter der Fußball-Landesliga – und er bringt seinen Bruder Morad Bounoua gleich als Unterstützung mit, als (spielenden) Co-Trainer.

Dariusz Sztorc war während der Feiertage für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, und auch die Vereinsführung des RSV wollte nicht weiter ins Detail gehen. Nur so viel: „Es sind Gründe, die wir vorbehaltslos respektieren. Ihm fällt die Absage schwer genug, wir können ihm keine Vorwürfe machen“, betont Vorstandsmitglied Henri Ohlmann, der aufgrund seiner guten Kontakte zu den Bounoua-Brüdern den Kontakt herstellte, oder besser: auffrischte.

Die in Bad Fallingbostel wohnenden Jamal und Morad Bounoua sind im Ahe-Stadion keine Unbekannten. Schließlich spielten sie bereits im bis dato letzten Oberliga-Jahr der Rotenburger Anfang 2009 für eine Halbserie unter Coach Hartmut Schwolow an der Wümme. Den Abstieg konnten auch sie damals nicht mehr vermeiden, ihre fußballerische Klasse ließen sie aber mehrfach aufblitzen.

Bereits im Spätsommer 2009 war Jamal Bounoua dann als Nachfolger für den geschassten Schwolow der Wunschkandidat des RSV. „Damals passte es vom Zeitpunkt aber einfach nicht“, erklärt der inzwischen 40-Jährige auf Nachfrage. Nun sind die Voraussetzungen andere. „Natürlich kam die Anfrage total überraschend, aber die Aufgabe war für mich schon immer reizvoll. Und der RSV ist ja hartnäckig geblieben“, entschied sich Jamal Bounoua nach einer kurzen Bedenkzeit für das Ja-Wort.

Von seinen Qualitäten als Trainer sind sie an der Wümme absolut überzeugt. Zumal der ehemalige Regionalligaspieler mit marokkanisch-französischen Wurzeln reichlich Erfahrung mitbringt und seine Führungsqualität auch in seinem Beruf als Geschäftsführer mehrerer Seniorenheime mit über 150 Angestellten unter Beweis stellt. „Wir sind sehr froh über diese Lösung“, verdeutlicht auch der zweite Vorsitzende Thorsten Bruns. Dass die Aufgabe, einen Tabellenführer zu übernehmen, nicht ganz ohne Risiko ist, weiß auch der neue Trainer: „Es ist eine zweischneidige Sache. Ich werde daran gemessen, wo die Mannschaft jetzt steht, aber ich sehe es auch als Herausforderung.“

Zusammen mit seinem Bruder Morad hielt er sich zuletzt bei der Reserve von Germania Walsrode in der Kreisliga Soltau-Fallingbostel fit. Doch Morad Bounoua, 38 Jahre alt und mit der Erfahrung von sieben Erst- und 105 Zweitligaspielen ausgestattet, dürfte auch in der Landesliga eine gute Rotenburger Elf noch besser machen. Zunächst sieht Jamal Bounoua den jüngeren Bruder aber als Co-Trainer. „Er kommt quasi als meine rechte Hand, aber er wird der Mannschaft auch auf dem Feld helfen können.“

Am 7. Januar, dem Tag des Ottersberger Hallen-Cups, wird es übrigens das erste Zusammentreffen mit der Mannschaft geben. Und dann heißt es, weiter für Furore zu sorgen. „Wir sind Erster und haben Ambitionen, diese Position zu halten“, gesteht Henri Ohlmann in überraschender Offenheit.

Ende Januar soll dann auch noch ein weiterer Neuzugang zum Team dazustoßen: Von Eintracht Schwerin aus der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern kommt Abwehr-Stammkraft Christoph Drewes, den es aus beruflichen Gründen in diese Region verschlägt, zum RSV. Dafür verlässt übrigens Stürmer Sefa Gashi die Wümme-Kicker – er wird mit Kreisligist Rot-Weiß Scheeßel in Verbindung gebracht.

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