Botheler Fußballer reist seit 13 Monaten durch die Welt

Frickes langer Weg bis zu Jogis Jungs

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Ein unvergesslicher Moment: Der Botheler Jan Michael Fricke war im Estádio Beira-Rio in Porto Alegre einer von insgesamt 50000 Zuschauern, der den knappen 3:2-Erfolg der Niederländer gegen Australien live miterlebt hat.

Fortaleza - Von Mareike Ludwig. Wenn heute bei der Fußball-Weltmeisterschaft die deutsche Nationalmannschaft in ihrem zweiten Gruppenspiel in Fortaleza auf Ghana trifft, ist der gebürtige Botheler Jan Michael Fricke mitten unter den rund 64000 Zuschauern. „Ich tippe 3:1 für Deutschland“, zeigt sich der 25-Jährige zuversichtlich.

Mittlerweile 13 Monate ist es bereits her, dass Fricke seiner Heimat den Rücken gekehrt hat, um sich seinen lang ersehnten Traum zu erfüllen – eine Weltreise. Seitdem ist der Fußballer des TuS Bothel II mit seinem Rucksack von Thailand, Kambodscha und Vietnam bis nach Indonesien, Malaysia, Australien, Chile, Bolivien und Argentinien gereist.

Nun ist er auf dem Höhepunkt seines Trips angelangt: Brasilien. Doch zum Sightseeing ist der Weltenbummler nicht an den Zuckerhut gekommen. Für ihn steht die Fußball-Weltmeisterschaft ganz klar im Vordergrund. „Ein besseres Ende meiner Reise könnte ich mir nicht vorstellen“, freut sich Fricke. Und er hatte Glück: Gleich vier WM-Tickets hat er bei der Verlosung ergattert. „Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich die Bestätigung per Email erhalten habe, da gab es schon einen kleinen Jubelschrei“, blickt Fricke gerne zurück.

Am Mittwoch war es dann so weit: In Porto Alegre erlebte er live im Stadion, wie die Niederländer mit 3:2 gegen Australien gewannen. „Auf die Partie hatte ich mich im Vorfeld mit am meisten gefreut. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen. Beide Teams haben die besten Fans bei dieser Weltmeisterschaft. Die Stimmung war vor, während und nach dem Spiel überragend. Am Ende des Tages waren alle zufrieden – Die Australier waren stolz auf die starke Leistung und die Holländer froh über den Sieg“, kommt Fricke aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Doch damit nicht genug: Heute folgt die zweite Begegnung im nord-östlich gelegenen Fortaleza zwischen Deutschland und Ghana. „Mit Fanartikeln halte ich mich zwar eher zurück, aber natürlich streife ich mir heute mein Deutschlandtrikot über“, sagt der Industriekaufmann.

Im Land gibt es neben den bunten Feierlichkeiten aber auch eine andere Seite: Zahlreiche WM-Gegner gehen immer wieder gegen die Ausrichtung vor, es kommt zu Ausschreitungen und Tumulten. „Natürlich wird über die Probleme im Land und vor allem die Machenschaften der Fifa gesprochen. Es macht mich schon etwas traurig, nachdenklich und sauer zugleich, wenn ich die große Schere zwischen Arm und Reich sehe. Die meisten Fans teilen hier dieses Unverständnis“, erzählt der 25-Jährige. Doch seiner Meinung nach kommt es in einigen Medien derzeit zu kurz, „dass es ein Ereignis ist, was Menschen und Kulturen aus aller Welt näher zusammenbringt. Es ist großartig, mit den Brasilianern und den Menschen aus den verschiedensten Ländern den Fußball zu feiern – und das ausgesprochen friedlich.“

Das WM-Endspiel wird Fricke aber nicht mit Caipirinha in der Hand am Strand verfolgen, sondern in seiner Heimat Bothel. Anfang Juli kehrt er nach 14 Monaten wieder zurück. „Natürlich vermisst man nach so langer Zeit seine Freunde und die Familie. Perfekt wäre es, dann mit allen gemeinsam ein Finale mit deutscher Beteiligung schauen zu können“, hofft Fricke.

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