Bothel trägt „Riese“ auf Händen

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Angeführt von Torwart-Trainer Jeroen Gies stürmen die Botheler nach der Entscheidung zu Christian Riesebeck.

Bothel - Von Matthias Freese - 14 Schützen waren nötig – dann standen die Sieger und der Held des Spiels fest: Keeper Christian Riesebeck führte seinen TuS Bothel, Spitzenreiter der 1. Fußball-Kreisklasse Süd, mit sagenhaften Paraden im Elfmeterschießen zum 5:4 (1:1/1:0)-Erfolg im Halbfinale des Kreispokals gegen den Kreisliga-Zweiten TSV Gnarrenburg.

Anschließend trugen ihn Fans sowie Mitspieler auf Händen und der Matchwinner stimmte mit ein: „Es gibt nur einen Christian ,Riese‘!“ Im Finale am 1. Juni in Karlshöfen wartet nun Kreisligist MTSV Selsingen, der mit 2:0 beim klassentieferen MTV Wohnste gewonnen hatte.

Bothels feierwütiger und rund 30-köpfiger „Fan-Club“ unter den 200 Zuschauern wurde in diesem Heimspiel auf eine Wanderschaft geschickt. Die erste Halbzeit verbrachte er hinter dem Ballfangzaun, also unmittelbar hinter dem Kasten von Gnarrenburgs Keeper Moritz Brünjes. In der Halbzeit wechselten auch die Anhänger die Seite, mussten aber ein paar Meter rüberrücken und versetzt neben dem Kasten Platz nehmen, bis Referee Bernd Rössel (MTV Wohnste) sie in der 60. Minute auch dort fortschicken ließ. Am alten Platz durften sie nur bis zum Abpfiff bleiben – zum Elfmeterschießen bezogen die Fans hinter der Bande Stellung.

Auf dem Platz selbst begannen die Botheler ungewohnt nervös, fanden dann aber ins Spiel rein, während die robust zur Sache gehenden Gnarrenburger kaum Gefahr versprühten. Die 1:0-Führung kurz vor der Pause, als Cedric Ahrens einen langen Ball von Geburtstagskind Christoph Meinke aufnahm und den zögerlichen Keeper Brünjes dabei schlecht aussehen ließ, ging denn auch in Ordnung. „Mit ein bisschen Glück können wir noch das zweite Tor machen“, wusste Bothels Coach Peter Ullrich, der aber auch eingestand: „In der zweiten Halbzeit haben wir das Niveau der ersten nicht halten können.“ Die Strafe gab’s in der 64. Minute, als Stefan Bargmann aus dem Gewühl heraus zum 1:1 ausglich. Allerdings hätte es zwei Minuten später Strafstoß für Bothel geben müssen, doch nach einem Foul von Sven Schostak an Meinke verlegte der nicht immer richtig liegende Referee Rössel den Tatort außerhalb des Sechzehners. „Ich war doch drei, vier Meter im Strafraum“, betonte der Gefoulte – die Foto-Aufnahmen von der Szene gaben ihm Recht!

Im Elfmeterschießen geriet Bothel ins Hintertreffen, nachdem sowohl Meinke als auch Ahrens vergeben hatten. Zwar hatte Riesebeck gegen Bargmann gehalten, doch Benjamin Eckhoff und Schostak brachten Gnarrenburg bei zwischenzeitlichem Ausgleich von Torsten Hoops in Führung. Dann kam die Wende: Gianfranco Cusimano traf, während Riesebeck akrobatisch gegen Marvin Dreyer parierte. Sven Beyers Lattenschuss fiel nicht ins Gewicht, weil Arnd Wellbrock übers Tor schoss. Philipp Behrens für Bothel, Joscha Wintjen für die Gäste und Kevin Altmann für die Platzherren gaben sich keine Blöße, dann scheiterte auch Sören Bijkersma an Riesebeck – die Entscheidung!

„Ich bin fix und fertig“, gestand Riesebeck hinterher. Er verriet aber, dass er tags zuvor bei seiner Extraschicht mit Torwart-Trainer Jeroen Gies auch „ganz kurz“ Elfmeter geübt hatte. „Ich wollte es zur Sicherheit machen – und es hat ja auch geklappt“, meinte der Pokalheld strahlend.

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