SPIELER DES WOCHENENDES RSV-Goalgetter wächst in Führungsrolle hinein

Bossert lässt Tore sprechen

Gute Laune auch nach dem Spiel: Kein Wunder, schließlich ist Arthur Bossert (vorne) mit vier Toren gegen den SV Emmendorf in die Saison gestartet. Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Ein Lautsprecher ist Arthur Bossert nicht. „Eher ein ruhiger Vertreter“, wie auch sein Trainer Tim Ebersbach findet. Der Flügelstürmer lässt lieber Tore sprechen und verschafft sich damit gehörig Respekt bei seinen Gegenspielern, vor allem aber bei seinen Teamkollegen. Vier Tore zum Saisonauftakt beim 6:1 gegen den SV Emmendorf – das lässt aufhorchen. Insofern passt sein Spitzname irgendwie doch: „Boss“!

Kopfball, Abstauber mit rechts, Schuss mit links, Hacke mit links – so die Kurzform der vier Bossert-Tore (18./58./77./83.) inklusive Hattrick. „Ich bin auf jeden Fall besser reingekommen als letzte Saison“, findet der 25-Jährige. „Dabei hatte er beileibe nicht seinen besten Tag. Aber wenn man dann vier Tore macht“, muss Coach Tim Ebersbach schmunzeln.

Nach seinem Wechsel im Sommer 2018 vom Bezirksligisten TV Oyten zum RSV in die Landesliga hatte sich Bossert schnell einen Stammplatz erspielt, war aber in der Hinrunde vor dem Kasten noch nicht so effektiv gewesen und bis zur Winterpause „nur“ auf zwei Treffer gekommen. Nun gelangen dem Linksfuß gleich vier, eines sogar mit dem schwachen rechten Schlappen. Bei seinem Ziel, die Marke der vergangenen Serie zu toppen – acht Buden waren es am Ende – sieht er sich „auf einem guten Weg“. Dafür investierte der aus Achim stammende und in Bremen wohnende Student auch einiges. „Ich habe keine Einheit verpasst“, erzählt er. Coach Ebersbach bestätigt die 100-prozentige Trainingsbeteiligung und betont: „Er geht von der Bereitschaft und der Einstellung her immer voran.“

Zudem hat Bossert sein Spiel umgestellt und geht nun etwas seltener ins Dribbling. „Wir probieren, ein bisschen direkter zu sein, wir haben ja ein hohes Tempo drin“, sagt er. Die Flexibilität der Angriffsreihe kommt noch hinzu: „Wir können alle auf allen drei Positionen im Sturm spielen und sind als Team mittlerweile eingespielt“, bemerkt Bossert, wohlwissend, dass im weiteren Verlauf der Saison „auch wieder schwerere Abwehrreihen“, auf ihn und seine Mitstreiter warten.

Ebersbach sieht seinen Angreifer auf dem richtigen Weg, erwähnt seine „angenehm ruhige Art, seinen schwarzen Humor“ und lobt die Entwicklung. „Anfangs hat ihm noch ein wenig die Robustheit gefehlt. Er hat sich auch selbst letztes Jahr unheimlich unter Druck gesetzt, aber schon in der Rückserie war er viel effektiver.“ An Toren will er Arthur Bossert aber tunlichst nicht messen. Vielmehr erhofft er sich, dass Bossert immer mehr in eine Führungsrolle hineinwächst, so wie einst in Oyten, als er unter Coach Axel Sammrey auch ein unumstrittener Leader, eben ein Boss, war – „auch verbal“, wie Ebersbach sich erinnert.

Pluspunkte sammelte Bossert nach dem Spiel aber auch bei seinen Kollegen. „Eine Kiste gebe ich auf jeden Fall aus“, verriet er. Womöglich werden es auch mehr, nachdem Referee Lukas Höft für Aufklärung gesorgt hatte und auch das 5:1 Bossert zugeschrieben hatte. Er hatte dem Ball nach einem Schuss von Yannik Funck mit der Hacke die entscheidende Richtungsänderung verpasst und damit seinen Viererpack – eine absolute RSV-Rarität in der Landesliga – vollgemacht.

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