RSV müht sich im Bezirkspokal zu einem späten 3:0-Sieg in Ippensen / „Vom Kopf her ein bisschen müde“

Bossert erneut mit Doppelpack

Da jubelt Björn Mickelat: Gerade hat er das 3:0 für den RSV erzielt. Arthur Bossert (4.v.r.) ist der erste Gratulant. - Fotos: Freese

Ippensen - Von Matthias Freese. Bei seinen Neuzugängen scheint der Rotenburger SV ein gutes Händchen gehabt zu haben – erneut waren sie die Garanten für den nächsten 3:0 (0:0)-Sieg im Fußball-Bezirkspokal. Stürmer Arthur Bossert traf wieder doppelt, Björn Mickelat erzielte für den Landesligisten das dritte Tor in der Partie der zweiten Hauptrunde beim SV Ippensen. Der Bezirksligist besaß gegen schläfrige Rotenburger in Hälfte eins sogar die besseren Chancen. „Die haben eine richtig kompakte und disziplinierte Mannschaft für die Bezirksliga“, lobte RSV-Coach Tim Ebersbach vor allem den Gegner.

Rotenburg zog damit ins Achtelfinale ein, Gegner und Termin stehen allerdings noch nicht fest. Dennoch gab es bereits einen „Spion“ auf der Anlage in Ippensen: Stephan Hotzan, Trainer des bereits am Freitag siegreichen MTV Riede (2:1 beim Bezirksliga-Rivalen SVV Hülsen) schaute sich beide Teams genau an – und hofft nun, dass seine Rieder auf den RSV treffen, am liebsten am Freitagabend. Auch ein Spielkonzept hat er sich längst zurechtgelegt. Zu offensichtlich war das aktuelle RSV-Problem. In der Innenverteidigung fehlt es Jannis Niestädt und Karol Karpus noch an Tempo, Abstimmung und gedanklicher Frische. Gleich mehrfach nutzte Ippensen das mit langen Pässen in die Spitze aus. „Ippensen hat ein sehr gutes Umschaltspiel. Die können einem schon wehtun“, fand auch RSV-Routinier Björn Mickelat, der die Börde-Elf noch aus seiner Zeit als Spielertrainer des TuS Zeven kennt. Eigentlich hätten die agilen Jannik Klein (14.) und Nils Klindworth (15.) den Underdog in Führung bringen müssen, als sie frei durch waren. „Wir haben ein super Spiel gemacht. Ärgerlich nur, dass wir unsere fünf, sechs 100-prozentigen Torchancen nicht genutzt haben“, haderte Ippensens Coach Sebastian Burfeind.

Der RSV schien auch mit dem Geläuf nicht recht klarzukommen, denn Ippensen hatte die Begegnung auf den kleineren und nicht gewässerten Trainingsplatz gelegt, während nebenan auf dem Hauptplatz das ganze Spiel über die Rasensprenger liefen, um den Untergrund für die Pokalwoche in einen guten Zustand zu versetzen.

Tim Ebersbach schüttelte darüber den Kopf und zeigte aus anderen Gründen Verständnis für den eher durchwachsenen Auftritt seiner Mannen: „Wir haben einiges in den Knochen, da waren wir vom Kopf her ein bisschen müde. Defensiv waren wir teilweise ein bisschen undiszipliniert und haben ein paar Mal geschlafen.“ Und auch nach vorne lief lange Zeit kaum etwas. Zu viele Fehlpässe, zu viele Bälle in die Mitte, sodass über die Außen wenig passierte. „Ich habe in der Halbzeit dann Pässe ins Zentrum verboten“, meinte Ebersbach. Zudem stellte er in der 53. Minute vom 4-3-3 aufs 4-4-2 um.

„Wir mussten uns erst die Müdigkeit rausschießen“, erklärte Mickelat. Ein Standard war dabei nötig, um die gut postierte Abwehr der Gastgeber zu knacken. Der lange Arthur Bossert übersprang alle Ippensener nach eine Ecke von Timo Kanigowski und köpfte zum 1:0 ein (60.). Auch danach war der Bezirksligist nicht tot. Nach einem Niestädt-Fauxpas rettete Keeper Henner Lohmann gegen Nils Klindworth (65.). Nach einem missglückten Pirouetten-Dribbling des Innenverteidigers war es Sebastian Klindworth, der scheiterte (75.). So brauchte es schon das 2:0, um von einer Vorentscheidung zu sprechen. Karpus spielte mit einem langen Ball in die Tiefe Bossert frei – und der vollstreckte gekonnt (81.). Drei weitere gute Gelegenheiten sollte der neue Torjäger noch besitzen, am 3:0 war er wiederum beteiligt. Der eingewechselte Björn Banehr – noch ein Neuer – hatte sich mit einem Solo über die rechte Seite vorbei an Marco Klindworth und Tobias Detjen bis an den Fünfmeterraum vorgearbeitet, ehe der Ball über Bossert den Weg zu Mickelat fand (87.).

„Das 3:0 ist deutlich zu hoch, vor der Führung hatte sich Rotenburg doch kaum Chancen herausgearbeitet“, bemerkte Sebastian Burfeind durchaus treffend. Tim Ebersbach betonte hingegen gelassen: „Es war nix Überragendes, aber unterm Strich doch solide.“

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