Bürgermeister verständigt sich mit RSV

Neue Lösung: Bolzplatz für alle statt Winterrasen

Schild mit der Aufschrift „Städtische Sportanlage - In der Ahe“ vor Rasenplatz und Tribüne.
+
Die städtische Sportanlage „In der Ahe“ empfängt nicht umsonst immer wieder Gäste aus der Bundesliga und dem Ausland. Auch ohne Winterrasen.

Nach dem Gespräch zwischen Bürgermeister Andreas Weber (SPD) und dem RSV hat sich eine neue Lösung für die Verwendung des Grandplatzes gefunden.

Rotenburg – Nach dem abrupten Ende des Winterrasen-Projektes auf dem Ahe-Sportgelände soll der Grandplatz künftig zum Bolzplatz für alle werden. Das ist jedenfalls der Vorschlag von Bürgermeister Andreas Weber (SPD), den er jetzt den Fraktionsvorsitzenden im Rotenburger Stadtrat zusammen mit einigen anderen geplanten Veränderungen übermittelt hat. Weber hatte sich am Dienstag mit Peter Grewe und Henning Schwardt, Präsident und Jugendleiter des RSV, getroffen und darauf verständigt. „Ich hoffe, dass ich damit für alle Beteiligten eine gemeinsam tragbare Lösung gefunden habe“, teilt Weber mit. Die CDU-Fraktion beantragte darauf eine zeitnahe Sportausschussitzung.

Rolf Ludwig hatte dem von ihm initiierten Winterrasenbau die finanzielle Basis entzogen, nachdem er aufgrund der Kostenexplosion und der daraus resultierenden, neu aufflammenden Diskussion seine Spende über 250 000 Euro zurückgefordert hatte. Die Rückerstattung solle, so Weber, abzüglich der Planungskosten für den Rasenexperten Clemens Mehnert geschehen.

Die neuen Pläne des Bürgermeisters befürwortet Peter Grewe: „Das ist für uns in Ordnung, es ist eine gute Idee.“ Der RSV hatte sich gegen eine Umwandlung in einen Winterrasen ausgesprochen. Der Grandplatz soll nun für den Trainingsbetrieb kurzfristig hergerichtet und auch für den allgemeinen Fußballsport als Bolzplatz freigegeben werden. Als dieser kann er genutzt werden, „sofern kein vereinsgebundener Trainingsbetrieb darauf erfolgt“, schreibt Weber. Als weitere Maßnahmen schlägt er vor, das Dreh-Tor zur Straße „In der Ahe“ durch einen offenen Zugang zu ersetzen und Fahrradbügel zu installieren. Große und kleine mobile Tore sollen für Bolz- und Trainingsbetrieb angeschafft sowie Ballfangzäune aufgestellt werden. Und: Die Flutlichtanlage solle energieeffizient optimiert und mit LED-Köpfen versehen werden. Sofern auch die Trainingsplätze 1, 3 und 4 mit LED-Köpfen versehen werden können, möge dieses ebenso geschehen, meint Weber. Die Möglichkeit des Wurftrainings für die Leichtathleten bliebe, so die Idee, erhalten. Zudem hat Weber dem RSV-Wunsch entsprochen, eine Erneuerung der Lautsprecheranlage im Stadion zu prüfen. „Wenn für die Beschallungsanlage Geld übrig wäre, wäre das super. Wir sind sonst aber auch bereit, uns als Verein zu beteiligen“, erklärt Grewe.

Kommentar

Vernünftiger Kompromiss – für wie lange?

Der Verzicht auf einen Winterrasen und die Verständigung auf einen Bolzplatz ist eine Vernunftslösung, bei der alle Seiten trotz einiger Schrammen ihr Gesicht wahren können. Bürgermeister Andreas Weber hat dem Sprengsatz damit den Zünder gezogen. Durch das Mitnehmen des RSV in die Entscheidung ist auch ein Kunstrasen kein akutes Thema. Aber wer Rotenburg kennt, der weiß, dass es mittel- bis langfristig wieder aufploppen wird. Es ist nur Pause, aber noch nicht das Ende des Spiels.

Von Matthias Freese

Weber betont nach dem Gespräch mit dem Hauptnutzer der Anlage: „Der RSV-Vorstand sieht keinen Bedarf an einem weiteren Naturrasentrainingsplatz, insbesondere vor dem Hintergrund der berichteten Kostensteigerung.“ Ähnlich hatte sich Henning Schwardt vergangene Woche geäußert, verbunden mit dem Hinweis auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt.

Mit dem Verzicht auf den Umbau des Platzes und die Öffnung als Bolzplatz für Nicht-Vereinssportler erhofft sich Weber, dass „das Interesse am Vereinssport gesteigert werden“ kann. Grewe meint: „In der Summe sind das alles Dinge, die der RSV nur gut finden kann.“ Allerdings macht er auch keinen Hehl daraus, „dass wir nach wie vor Befürworter eines Kunstrasenplatzes sind und der Grandplatz dafür der beste Standort ist“. Kurzfristig werde sich dieser aber nicht realisieren lassen, glaubt CDU-Ratsmitglied Heinz-Günter Bargfrede: „Im Moment sehe ich da keine Mehrheit für.“ Grewe gibt die Hoffnung jedoch nicht auf: „Momentan bringt es nichts, darüber zu reden. Aber irgendwann wird da einer gebaut werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

5:4 in Hamburg - Nun träumen Rotenburger Tennis-Herren vom Titel

5:4 in Hamburg - Nun träumen Rotenburger Tennis-Herren vom Titel

5:4 in Hamburg - Nun träumen Rotenburger Tennis-Herren vom Titel
Rubarth springt zweimal zum Sieg

Rubarth springt zweimal zum Sieg

Rubarth springt zweimal zum Sieg
Radrenn-Crack Schröder fährt bei DM auf Platz acht

Radrenn-Crack Schröder fährt bei DM auf Platz acht

Radrenn-Crack Schröder fährt bei DM auf Platz acht
TV Sottrum vergibt zu viele Chancen und verliert beim TuS Sudweyhe

TV Sottrum vergibt zu viele Chancen und verliert beim TuS Sudweyhe

TV Sottrum vergibt zu viele Chancen und verliert beim TuS Sudweyhe

Kommentare