Die Patienten aus der Nachbarschaft

Der TSV Bötersen/Höperhöfen und TuS Hellwege haben große Sorgen, dem TuS Ahausen droht gar das Aus

Bötersens Coach Andreas Kieselbach (l., neben Kapitän Simon Jaugstetter) hat die Hoffnung noch längst nicht aufgegeben.
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Bötersens Coach Andreas Kieselbach (l., neben Kapitän Simon Jaugstetter) hat die Hoffnung noch längst nicht aufgegeben.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Kader schrumpfen, zweite Mannschaften gibt es nicht: Um den TSV Bötersen/Höperhöfen, den TuS Hellwege und den TuS Ahausen ist es nicht gut bestellt. Die drei „Patienten“ aus der Samtgemeinde Sottrum haben aktuell den jeweils letzten Platz in den Südstaffeln der 2., 3. und 4. Fußball-Kreisklasse für sich reserviert. Müssen auch sie bald in Spielgemeinschaften ihr Heil suchen und dem Beispiel der Nachbarn TuS Reeßum und SV Taaken sowie SV Horstedt und TuS Mulmshorn folgen? „Es muss was passieren“, glaubt Bötersens Trainer Andreas Kieselbach, der vor Jahren auch schon in Ahausen und Hellwege an der Seitenlinie stand. Eine Bestandsaufnahme.

TSV Bötersen/Höperhöfen

Erst ein Sieg und ein Unentschieden hat das Schlusslicht der 2. Kreisklasse Süd bisher als Erfolgserlebnis eingefahren. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Nach dem Wechsel von Goalgetter Tim Herwig zum Bartelsdorfer SV hat das Team keinen gelernten Stürmer mehr. „Seine 29 Tore – das fängst du nicht auf“, weiß Coach Andreas Kieselbach. Fast noch schlimmer wiegt allerdings der Ausfall von Keeper Henrik Schulz – „Totalschaden“ im Knie. Einen zweiten Schlussmann im Team gibt es nicht. Drei verschiedene Akteure versuchten es zuletzt im Kasten – unter anderem Feldspieler Georg Wagner. Auch Hannes Letzel und Patrick Czech stehen auf der Liste der Langzeitverletzten. „Ich habe eigentlich einen 18-er Kader, muss aber jedes Wochenende puzzeln und bin froh, wenn sich am Freitagabend elf Mann in unserer App angemeldet haben“, sagt Kieselbach. Die Partie gegen die SG Unterstedt II gab Bötersen sogar kampflos ab. Eine Zweite gibt es nicht, also greift der Trainer immer wieder auf die Altherren zurück. „Und das sind fast alles S 40-Spieler. Trotzdem muss ich denen ein großes Lob zollen, dass sie immer wieder bereit sind.“ Aufgeben ist nicht Kieselbachs Art. Und so betont er: „Die Jungs, die da sind, sind motiviert – der Klassenerhalt ist drin. Wir haben doch schon gezeigt, dass wir mithalten können.“

TuS Hellwege

Wie lange ist das Trikot des TuS Ahausen noch auf den Sportplätzen des Kreises zu sehen? Momentan ist es nicht gerade gut bestellt um die Fußballer, das räumt auch Abteilungsleiter Bernd Blanck ein.

Die Zeiten, in denen Hellwege zwei Teams auf den Platz geschickt hat, sind seit 2015 vorbei. Die Erfolge sind seither auch spärlicher geworden. Beim Tabellenvorletzten FC Walsede III gelang am Sonntag der erste Punktgewinn der Saison (1:1). Zwar hat Spielertrainer Philipp Mothes in der 3. Kreisklasse bereits 21 Akteure eingesetzt, musste jedoch zwei Mal auch nur mit einem Auswechselspieler auskommen. „Aber eigentlich kriegen wir immer eine Mannschaft zusammen, die auch gar nicht so schlecht ist“, sagt der inzwischen 33-jährige Benjamin Kasper, der noch mal eine Saison rangehängt hat. „Es ist vielmehr das Auftreten. Wir machen viele kleine Fehler, die wir nicht machen sollten.“ Schnell schlage sich das auf die Moral nieder, hat er beobachtet. „Dabei macht der Trainer das gut und auch ein richtig geiles Training“, betont die Hellweger Legende, die gerade mit einem Muskelfaserriss aussetzen muss.

TuS Ahausen

Immerhin: Absteigen kann Ahausen aus der Liga nicht – unterhalb der 4. Kreisklasse kommt nichts mehr. Doch die aktuelle Situation ist trotzdem bedrohlich. Als einziges Team im Kreis steht der Verein noch ohne Punkt da – und auch ohne eine komplette Elf. Zumindest war das zuletzt so. Die Mannschaft von Spielertrainer Dennis Böhmermann lief am Sonntag nur zu acht auf und kassierte beim SV Schwitschen III eine 2:17-Klatsche, die Erinnerungen an das 0:33 vor vier Jahren im Pokal gegen den TV Sottrum weckte. Eine Woche vorher war Ahausen beim TuS Hemslingen/Söhlingen II gar nicht erst angetreten. Droht womöglich die Zwangsabmeldung oder der freiwillige Rückzug? „Ich bin von dem Punkt nicht mehr weit weg und gucke mir das nicht mehr lange an“, gesteht Fußball-Boss Bernd Blanck. „Im Moment sind wir auf dem Tiefpunkt angelangt.“ Den letzten hatte es nach der Saison 2006/2007 gegeben, als die Zweite zur SG Unterstedt abgewandert war und der Verein beide Teams abgemeldet hatte. Seit 2014 ist der TuS Ahausen wieder mit einer Herrenmannschaft dabei. „Wir haben Jungs, die Bock haben, aber auch welche, die den Arsch nicht hochkriegen und sich nicht einmal abmelden“, ärgert sich Blanck. Einem möglichen Zusammenschluss mit einem Nachbarverein steht er dennoch skeptisch gegenüber: „Ob das wirklich was bringt? Ich denke, die Synergien sind da auch nicht so groß.“ Gut möglich also, dass der TuS Ahausen bald wieder von der Fußball-Landkarte bei den Herren verschwindet und nur noch in der JSG KAWU sowie im Seniorenbereich in der SG KAWU weiterbesteht.

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