0:2 gegen Anderlingen

Westerholz/Hetzwege muss den Keeper wechseln - Bödeckers Comeback mit 54 Jahren

Bitteres Gegentor: Keeper Rüdiger Greve liegt noch verletzt am Boden, Anderlingen jubelt bereits.
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Bitteres Gegentor: Keeper Rüdiger Greve liegt noch verletzt am Boden, Anderlingen jubelt bereits.

Westerholz – Eigentlich hat die SG Westerholz/Hetzwege seit dem Sommer keinen Mangel an Torhütern – doch ausgerechnet gegen den Spitzenreiter SV Anderlingen war die Not plötzlich groß. Da sich Stammkeeper Rüdiger Greve frühzeitig im Heimspiel verletzte und die noch zum Kader gehörenden Torben Dittmer, Norman Haucke und Patrick Schulze allesamt nicht zur Verfügung standen, musste Thomas Bödecker einspringen. Mit 54 Jahren feierte er in der 51. Minute sein Comeback im Kasten des Fußball-Kreisligisten. Um es vorweg zu nehmen: Am Altherren-Torhüter lag es nicht, dass die Blau-Weißen mit 0:2 (0:1) unterlagen und damit die Siegesserie des Tabellenführers verlängerten.

„Es liegt auch mit am Gegner“, stellte Ralf Milbrandt, Coach der SG Westerholz/Hetzwege, fest und ergänzte: „Das war nicht unsere Kragenweite! Die haben das gut gemacht und uns den Schneid abgekauft.“ Damit lag er vollkommen richtig, denn von Beginn an zeigten die Gäste aus dem Nordkreis, warum sie aktuell die Liga anführen. Selbstbewusst und mit Offensivdrang drückten sie die Gastgeber hinten rein. Kapitän Andre Steffens hätte schon nach einer Viertelstunde dreimal treffen können, vergab jedoch (2./4./15.).

Die für Westerholz verhängnisvolle Szene spielte sich im eigenen Fünfer in der 26. Minute ab. Innenverteidiger Marten Berndt erwischte seinen Keeper Greve beim Klärungsversuch so unglücklich unterhalb der Hüfte, dass dieser liegen blieb. Das Spiel lief weiter und Anderlingens Linus Brunckhorst lupfte den Ball aus der Distanz ins Tor. „Ganz fair von euch, Jungs“, beschwerte sich Greve bei den Gästen, während Schiedsrichter Michael Menzel (MTV Jeddingen) hinterher gestand: „Das war eine der verzwicktesten Entscheidungen, die ich in meiner Karriere zu entscheiden hatte. Wenn der Spieler dringend Hilfe benötigt hätte, hätte ich unterbrechen müssen, aber so konnte ich als Schiedsrichter nicht Fairplay walten lassen“, erklärte er.

Westerholz/Hetzwege fand offensiv auch fortan selten statt, wenngleich Nils Rathje per Kopf eine gute Ausgleichschance besaß (39.). Die Elf von Coach Klaus Otten nahm zudem in der zweiten Hälfte etwas den Druck raus. Greve musste noch bis zur 51. Minute durchhalten, ehe er von Bödecker abgelöst wurde. „Er stand bei den Zuschauern, unser Glück“, berichtete Torwarttrainer Paul Hädecke. Also fuhr Bödecker nach Hause, holte seine Sachen und ließ sich noch warmschießen, ehe er nach seinem letzten Kreisliga-Einsatz in der Saison 2016/2017 tatsächlich zum Comeback kam. Einmal musste der Routinier noch hinter sich greifen. Die Gastgeber monierten zwar, dass der Ball im Toraus gewesen sei, doch Steffens brachte ihn wieder ins Spiel – Janis Sperling traf zum Anderlinger 2:0 (77.).

Von Matthias Freese

Knappes Ding: Anderlingens Kapitän Andre Steffens (l.) köpft den Ball von der Grundlinie aus wieder ins Spiel, Marten Berndt (vorne) kann es nicht verhindern, Keeper Thomas Bödecker steht dahinter. Kurz darauf steht es 2:0 für den Spitzenreiter.
Und noch was für Romantiker: Fußballer unterm Regenbogen.

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