Sieg beim Wintertriathlon in Andorra

Rotenburgerin Angela Boczek gewinnt WM-Titel

Angela Boczek steht mit Skiern und Skistöcken in der Hand im Start-Ziel-Bereich.
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Weltmeisterin: Rotenburgs Angela Boczek gewann in Andorra im Wintertriathlon.

Der Start in der neuen Altersklasse hat sich für Angela Boczek gelohnt. Zwar gab es einige Zwischenfälle - am Ende stand letztlich aber der WM-Titel.

Rotenburg – Trotz der langen Wettkampfpause aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie präsentierte sich Angela Boczek bei der Weltmeisterschaft im Wintertriathlon in guter Verfassung. Die Triathletin des TuS Rotenburg startete in Sant Julià de Lòria (Andorra) erstmals in der Altersklasse 60-64. 3,3 Kilometer Laufen, 5,2 Kilometer mit dem Mountainbike sowie 5,5 Kilometer Langlauf standen auf dem Programm. Nach 1:12:36 Stunden kam die 59-Jährige als neue Weltmeisterin über die Ziellinie.

Vor den Titelkämpfen galt es wegen der Pandemie, strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten. So musste Boczek vor der Reise, nach der Ankunft und vor dem Wettkampf jeweils einen Corona-Test machen lassen. Zudem war kein Massenstart erlaubt, sodass immer nur vier Athleten im Abstand von 30 Sekunden starten durften. Die Strecke befand sich auf 2 000 Meter Höhe im Abenteuerpark Naturlandia in den Pyrenäen. „Es herrschte stürmischer Nordwind und minus zehn Grad. Wegen des Schneemangels musste die Strecke mehrfach kurzfristig verändert werden. Dennoch waren viele Eisplatten zu finden“, erklärte Boczek.

Zunächst standen die 3,3 Kilometer Laufen an. Der crossartige Kurs, der zweimal zu absolvieren war, verlief über steinige und verschneite Waldpfade. „In der Höhe war jede kleine Steigung atemtechnisch zu spüren. Die Geschwindigkeit musste so angepasst werden, dass die Muskulatur nicht gleich übersäuerte“, schilderte Boczek.

Beim Wechsel auf das Rad wollte sich bei der Rotenburgerin der Helm nicht schließen lassen. Dadurch verlor sie unnötig Zeit. Anschließend ging es auf die wellige, verschneite Mountainbikestrecke, die ebenfalls zweimal gefahren werden musste. Zu Boczeks Verwunderung wurde die Runde früher beendet, wodurch sie sich bereits auf dem Zubringer zur Wechselzone befand. War die Strecke nochmals im Vergleich zum Vorabend verändert worden oder hatte die Ausdauerathletin die Ausfahrt in die zweite Runde übersehen? Boczek hielt zweimal an, um die Streckenposten zu befragen. „Die konnten mir aber aus Unkenntnis oder fehlendem Verständnis keine Auskunft geben“, so die HNO-Ärztin.

Kurz vor der Wechselzone wurde ihr erst klar, dass eine erneute Änderung vorgenommen war. Nun konnte Boczek nochmals richtig Gas geben. Doch dann folgten weitere Schreckmomente: Ein in die Radrunde einscherender Teilnehmer touchierte die 59-Jährige mit dem Rad, doch ein Sturz konnte verhindert werden. Auch den Sturz einer Athletin direkt vor ihr wusste die Rotenburgerin zu umfahren. Beim nächsten Unfall schlitterte der Gestürzte mit seinem Rad in Boczek hinein, aber sie konnte sich wieder retten.

Schließlich gelangte sie trotz der Zwischenfälle nach 5,2 Kilometer sicher in die Wechselzone. Von dort ging es mit den Skiern, den Stöckern und den Skischuhen in der Hand weiter. Die Ausrüstung musste sie einen sehr steilen Weg mit Eisplatten und Schotter hinauftragen, da wegen des Schneemangels ein direktes Anziehen der Skier nicht möglich war.

Auf der Piste angekommen, erfolgte ein rascher Schuhwechsel. Der Skikurs musste ebenfalls zweimal gemeistert werden. Auf einem völlig verschmutzen Weg mit weiteren Eisplatten und Schneematsch ging es nach 5,5 Kilometern Richtung Ziel. „Die letzten Meter durfte nicht mehr geskatet werden, um andere Teilnehmer nicht zu behindern“, erklärte die vierfache Mutter. Nach 1:12,36 Stunden sicherte sich Boczek konkurrenzlos den Titel ihrer Altersklasse.

Mit ihrem ersten Platz hatte die Athletin auch ihren Anteil daran, dass das Deutsche Team mit insgesamt acht Titeln, fünf Silbermedaillen und einem dritten Platz den zweiten Rang in der Gesamtwertung hinter Spanien gewann.

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