Ticket für Hawaii gelöst

Boczek ohne Wasser und Gel zum EM-Titel

Erfolgreich bei der EM im Cross-Triathlon: Angela Boczek und ihr Sohn Keno Frenz. - Foto: Kim Frenz
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Erfolgreich bei der EM im Cross-Triathlon: Angela Boczek und ihr Sohn Keno Frenz.

Rotenburg - Angela Boczek hat wieder ihr Ticket für Hawaii gelöst. Die Athletin des TuS Rotenburg setzte sich bei der Xterra-Europameisterschaft in Zittau in ihrer Altersklasse W 55 beim Cross-Triathlon durch und und darf am 28. Oktober bei der Weltmeisterschaft in dieser Disziplin starten. Es ist nach 2017 ihre zweite Teilnahme an dem Wettkampf. Boczeks Sohn Keno Frenz belegte in der AK 18-19 Rang sieben.

Die Anreise mit dem Auto nach Sachsen zog sich aufgrund diverser Staus in die Länge. Statt fünf Stunden dauerte die Reise satte neun Stunden. Damit war die Startunterlagen-Ausgabe bereits bei der Ankunft vor Ort geschlossen, die Pasta-Party vorbei und die Streckenbesichtigung fiel aufgrund der Dunkelheit auch ins Wasser. Am nächsten Tag ging es im Obersdorfer See bei warmen 24 Grad Wassertemperatur los. Geschwommen wurden zwei Runden à 750 Meter, dazwischen gab es einen kurzen Landgang.

Boczek war mit ihrer Schwimmeinheit zufrieden. Zwar gab es einige Kontakte, dennoch stieg sie nach 28:40 Minuten aus dem Wasser. Der schnelle Wechsel aufs Rad war zwingend nötig, kam doch nur zehn Meter nach dem Aufstieg auf das Rad eine große Holzbrücke als erstes Hindernis. Wer nicht genug Geschwindigkeit hatte, fiel um. 

Dann ging es auf die anspruchsvolle Mountainbikestrecke von 39 Kilometern Länge, die einen Anstieg von 20 Prozent vorwies. Ein männlicher Starter war dort zu langsam und riss Boczek beim Fallen mit vom Rad. Mit zerkratztem Ellbogen und aufgeschürftem Knie ging es weiter. Das Sportgel war beim Unfall verloren gegangen. Beim anschließenden steilen Abstieg kam es dann wieder zu einem Malheur.

Erste Hilfe bei der Abfahrt

Fast unten angekommen, gab es eine Passage mit großen Steinen ohne erkennbare Durchfahrmöglichkeit. Hier entschloss sich Boczek, das Rad zu tragen, musste die Ärztin doch zwei Tage später mit funktionierenden Armen und Händen wieder arbeiten. Eine andere Athletin fuhr diese Passage und bezahlte den Versuch mit einem schweren Sturz. Boczek stoppte, hob das Mountainbike der gestürzten Teilnehmerin von dieser herunter und half ihr wieder auf die Beine. Nach dem kurzen medizinischen Check der Rotenburgerin waren Sanitäter herangeeilt. 

Die Rotenburgerin fuhr fortan ohne ihre Wasserflasche weiter, die bei der Hilfsaktion abhanden kam. Nach 2:31:53 Stunden war die Strecke beendet und es ging auf den Zehn-Kilometer-Crosslauf. Dieser bestand aus zwei Runden. Auf einer Anhöhe war ein Rasensprenger aufgestellt worden, um Kühlung zu verschaffen. 

Danach ging es um eine 180-Grad-Kurve. Boczek schoss flott um die Ecke und landete voll ausgestreckt im Matsch. Das Wasser war über den Hang abwärts gelaufen und hatte den Weg schmierig werden lassen. Bedeckt mit Schlick ging es weiter. Auf der zweiten Laufrunde machte sich die fehlende Verpflegung bemerkbar. Die Beine wurden schwer. Boczek lief nach 4:11:08 Stunden als Erste der Altersklasse W 55 ins Ziel und verteidigte ihren Titel.

Sohn Keno Frenz kam unter den zehn schnellsten Männern nach nur 22:08 Minuten aus dem Wasser. Auch er ließ beim Wechseln nichts anbrennen. Beim Radfahren merkte er die fehlende Erfahrung auf dem Mountainbike, sodass er von einigen Konkurrenten überholt wurde. 

Auch ihm passierte es, dass ein Athlet überholte, an ihm vorbeischoss, die nächste Kurve nicht bekam und geradewegs im Gebüsch landete. Er blieb von größeren Stürzen verschont und wechselte nach 2:30:16 Stunden auf die Laufstrecke. Der letzte Abschnitt fiel Frenz schwer und nach 3:57:29 Stunden überquerte er als Siebter seiner Altersklasse 18-19 die Ziellinie.

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