Rotenburger Duathletin in Rumänien

Angela Boczek wird trotz zahlreicher Hindernisse Europameisterin

Europameisterin Angela Boczek steht vor einer Sponsorenwand.
+
Geschafft, aber glücklich im Ziel: Europameisterin Angela Boczek.

Es ist nicht das erste Mal, dass Angela Boczek einige Hürden überwinden musste ‒ am Ende wurde die Rotenburgerin aber wieder einmal Europameisterin im Duathlon.

Rotenburg – Eine Duathlon-Europameisterschaft mit einigen Hürden erlebte Angela Boczek vom TuS Rotenburg im rumänischen Targu Mures. Trotzdem landete die 60-jährige Ausdauersportlerin in ihrer Altersklasse über die Sprintdistanz auf Rang eins und wurde über die Kurzdistanz Zweite.

„Schon die Vorbereitungen waren mit Hindernissen gespickt“, berichtete Boczek davon, dass ihr Flug zweimal umgebucht werden musste, sich obendrein beim Einpacken des Fahrrads in den Radkoffer das Schraubengewinde der Sattelstange verabschiedet hatte und ihr Rennrad somit unbrauchbar war. Kurzerhand hielt das alte Rad des Sohnes her, allerdings fiel ihr in Targu Mures dann die überlange Sattelstange auf, die aufgrund des Akkus für die elektrische Schaltung nicht verändert werden konnte. „Es war weder eine andere Sattelstange noch ein Ersatzrad zu bekommen“, so Boczek. Also startete die Hals-Nasen-Ohren-Ärztin ihre Rennen am Transylvania Motor Ring mit deutlich zu hoher Sattelstange und konnte ihre Fahrradpedale so eben berühren.

Mit dem Radfahren ging das so leider überhaupt nicht. So langsam fahre ich sonst nie Rad.

Angela Boczek

Wegen eines Unwetters wurde der Start um rund drei Stunden nach hinten verschoben. Die zehn Lauf-Kilometer zum Auftakt absolvierte Boczek aufgrund der Aufregung um ihr Rad nicht so locker wie gewohnt. Sie kam nach 51:36 Minuten mit einem Rückstand von 52 Sekunden in die Wechselzone. „Nach dem schnellen Wechsel lief das Radfahren auf der deutlich welligen Radstrecke noch schlechter als erwartet“, gestand sie. Weder bergauf noch bergab brachte sie Druck auf die Pedale und fuhr deshalb alle Steigungen im Stehen. Die Folge dieser nicht zu vermeidenden falschen Sitzposition spürte die Rotenburgerin im rechten Oberschenkel. Nach 1:15:33 Stunde beendete sie die 37,5 Kilometer lange Radstrecke im strömenden Regen, um mit ungewohnt schweren Beinen auf die letzten fünf Laufkilometer zu gehen. Durchhalten war also angesagt – und nach 29:37 Minuten die Ziellinie in der Gesamtzeit von 2:38:39 Stunden als Vize-Europameisterin hinter der Altersklassen-Konkurrentin Susanne Apfel (SVG Ruhstorf/Bayern) überquert. „Mit dem Radfahren ging das so leider überhaupt nicht. So langsam fahre ich sonst nie Rad“, resümierte Boczek.

Sie setzte noch einmal alle Hebel in Bewegung, um nicht auch auf der Sprintdistanz mit der zu großen Sattelstütze fahren zu müssen – überraschend lieh ihr der Rumäne Viktor Klosz aus dem Wettkampfgericht sein eigenes Rennrad. Und siehe da: Auf der Sprintdistanz in der Innenstadt von Targu Mures gelang Boczek die Revanche!

Boczek mit zehn Minuten Vorsprung im Ziel

Bei 15 Grad und leichtem Nieselregen absolvierte sie die vier Laufrunden à 1,25 Kilometer in 24:40 Minuten. Mit dem geliehenen Rad ging es auf den welligen Kurs mit einigen giftigen Anstiegen, engen Kurven und einer steilen Abfahrt auf rutschigem Kopfsteinpflaster. In der zweiten Runde sprang bergab zu allem Überfluss die Kette herunter. Diese Gelegenheit nutzte die Konkurrentin Susanne Apfel zum Überholen. Boczek nahm die Verfolgung auf, holte sich die Führung zu Beginn der dritten Radrunde zurück und baute ihren Vorsprung weiter aus. Nach 39:28 Minuten beendete sie die 20 Kilometer und lag fast drei Minuten vorne. Beim abschließenden Lauf über 2,5 Kilometer (10:18 Minuten) ließ Apfel endgültig abreißen. Boczek lief nach insgesamt 1:16:16 Stunden mit mehr als zehn Minuten Vorsprung als Sprint-Europameisterin ins Ziel.  

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Schwartz und Pakulat verpassen den Saisonstart

Schwartz und Pakulat verpassen den Saisonstart

Schwartz und Pakulat verpassen den Saisonstart
TV Sottrum vergibt zu viele Chancen und verliert beim TuS Sudweyhe

TV Sottrum vergibt zu viele Chancen und verliert beim TuS Sudweyhe

TV Sottrum vergibt zu viele Chancen und verliert beim TuS Sudweyhe
Rotenburger SV gelingt mit Keeper Gies ein Königstransfer

Rotenburger SV gelingt mit Keeper Gies ein Königstransfer

Rotenburger SV gelingt mit Keeper Gies ein Königstransfer
Mazur reist als Mechaniker zu diversen Motocross-Rennen in Europa

Mazur reist als Mechaniker zu diversen Motocross-Rennen in Europa

Mazur reist als Mechaniker zu diversen Motocross-Rennen in Europa

Kommentare