Björn Mickelat kennt die Schwächen des RSV nur zu gut – bleibt vor dem Derby aber Realist

„Denen fehlt eben ein Knipser“

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Wiedersehen alter Freunde: Ob Zevens Spielertrainer Björn Mickelat (vorne) allerdings auf Kevin Klützke trifft, ist fraglich, denn der Rotenburger ist noch angeschlagen.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Ihn könnten sie beim Rotenburger SV jetzt gut gebrauchen, er würde mit seiner Schlitzohrigkeit die Sturmflaute vermutlich beenden – doch Björn Mickelat ist seit anderthalb Jahren als Spielertrainer in Diensten des Fußball-Landesliga-Aufsteigers TuS Zeven. Samstag kommt es zum Wiedersehen mit den alten Kollegen, um 14 Uhr kehrt der 34-Jährige für 90 Minuten mit seinem im Abstiegskampf steckenden Team ins Ahe-Stadion zurück. Wir fragten nach.

Für Ihren TuS Zeven sieht es derzeit nicht so rosig aus, Sie stehen mit dem Team auf einem Abstiegsplatz. Kommt da überhaupt Derby-Freude bei Ihnen auf?

Björn Mickelat: Wir freuen uns auf jedes Spiel, das wir in der Landesliga machen dürfen. Wir haben schon vor der Saison gesagt, dass es überragend ist, überhaupt gegen Mannschaften wir Rotenburg spielen zu dürfen. Natürlich ist da die Vorfreude auf den RSV groß, auch wenn wir einige Probleme haben.

Erzählen Sie doch mal, welche Probleme es sind, woran es liegt, dass Zeven unten drin hängt?

Mickelat: Wir haben aufgrund von Verletzungen oder Sperren nicht ein Mal mit der gleichen Aufstellung gespielt. Das fing schon in der Vorbereitung an. Und wir machen in jedem Spiel zwei, drei Fehler zu viel.

Hört sich ganz nach den Jahren beim RSV an …

Mickelat: (lacht) Ja, das kommt mir bekannt vor.

Sie selbst sind damals nach Zeven gegangen, um als Trainer zu arbeiten, jetzt haben Sie auch als Spieler Ihren Stammplatz ...

Mickelat: Ich bin ja auch fit – und der einzige, der alle Trainingseinheiten mitgemacht hat.

War Ihnen eigentlich klar, dass Ihrem Team so eine schwere Saison bevorsteht?

Mickelat: Nun ja, wir haben nicht einen richtigen Neuen dazubekommen. Und wir haben mit Abstand den niedrigsten Etat in der Liga. Die Spieler kriegen bei uns nicht einen Cent. Deshalb sind wir nur konkurrenzfähig, wenn alle topfit sind. Und der Kopf spielt dann auch eine Rolle. Ich denke, gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf, das war der Knackpunkt. Da haben wir unsere beste Halbzeit gespielt, hatten Chancen für zwei Spiele und sind trotzdem mit einem 0:2 in die Pause gegangen. Dass wir mithalten können, ist nicht die Frage. Aber nicht über 90 Minuten, dafür fehlt die Qualität.

Also haben Sie gegen den RSV keine Chance?

Mickelat: Eigentlich haben wir keine Chance, aber die wollen wir nutzen. Es entscheiden immer Nuancen. Man muss sehen, was Rotenburg dann aus der Situation macht. Und das Toreschießen ist da ja auch nicht erfunden worden.

Aber wie wollen Sie das RSV-Abwehrbollwerk knacken?

Mickelat: Wichtig ist es, immer wieder Nadelstiche zu setzen. Außerdem sind Kirschke, Niestädt, Drewes und Klützke ja wohl nicht dabei. Ich denke, da wird Jan Fitschen wohl ein 2:6:2 spielen, mit Ebersbach und Kanigowski hinten drin. Und dann werden sie volle Gazelle nach vorne spielen. Vielleicht spielt „Fitschi“ aber ja auch mit drei Stürmern – wobei: Er hat ja eigentlich gar keinen.

Seit ein gewisser Björn Mickelat nicht mehr beim RSV ist, läuft es vorne nicht. Können Sie das erklären? Schließlich haben Sie den RSV ja schon häufiger beobachtet.

Mickelat: Das ist unheimlich schwierig. Wenn der Stürmer aus Langwedel (Tino Heimbruch, Anm. d. Red.) eingeschlagen hätte, wäre es vielleicht anders gelaufen. So war jedes Spiel knapp, obwohl sie sich ja jedes Mal Chancen erarbeiten. Aber denen fehlt eben ein Knipser, einer, der auch mal andere Sachen macht, nicht immer das Normale.

Zurück zum TuS Zeven. Haben Sie noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt oder sind die schon begraben?

Mickelat: Im Fußball ist alles möglich. Ich war schon zwei Mal eigentlich abgestiegen, mit einem Rückstand ohne Ende auf die rettende Plätze. Ein Mal mit dem TuS Heeslingen, als wir mit elf Punkten zurücklagen und dann noch Neunter geworden sind. Und in Rotenburg haben wir vor zwei Jahren doch auch gesehen, was alles möglich ist.

Es gibt Derbys, da brennt die Luft schon vorher. Ist das zwischen Rotenburg und Zeven auch so oder geht es eher freundschaftlich zu?

Mickelat: Ich habe mit vielen Jungs immer noch zu tun, bin ja auch oft bei den Spielen in Rotenburg. Nein, da gibt es keinen Hass – und den wird es auch nicht geben.

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