„Bin nur die kleine Weiche“

Eric Kruse bringt Sottrum den Spaß zurück

Routinier Eric Kruse (r.) verlieh dem TV Sottrum bei seinem vierten Einsatz die nötige Stabilität, von der auch der neue Keeper Jonas Hopp (hinten) profitierte. - Foto: Freese
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Routinier Eric Kruse (r.) verlieh dem TV Sottrum bei seinem vierten Einsatz die nötige Stabilität, von der auch der neue Keeper Jonas Hopp (hinten) profitierte. 

Sottrum - Von Matthias Freese. An eine Pause war nicht zu denken. Schon das zweite Spiel in Folge stand Eric Kruse 60 Minuten für den Landesligisten TV Sottrum auf der Platte – obwohl er seine Handball-Karriere im Sommer 2016 offiziell beendet hatte. „Dafür geht‘s mir körperlich gut, auch wenn ich in der Nacht den Krampf meines Lebens hatte“, berichtete der 41-Jährige am nächsten Tag. Beim zweiten Sieg in Folge hatte er das Team nicht nur aufgrund seiner sieben Tore zum 32:29 gegen den SVGO Bremen und damit in die Nähe des rettenden Ufers geführt.

Der wieder möglich gewordene Klassenerhalt ist für Kruse aber zweitrangig. „Deswegen habe ich es nicht gemacht“, betont der selbstständige Koch. „Mir geht es darum, dass das Team nicht zerfällt, sondern wieder Spaß am Spiel hat. Die Jungs sollen mit einem Lächeln nach Hause gehen und auch wieder kommen.“

Als Leader sieht sich der langjährige Goalgetter denn auch nicht mehr, eher als Bindeglied in der Mannschaft, der auch dem neuen Keeper Jonas Hopp die Eingewöhnungszeit verkürzen will, der mit seiner Routine das Team zusammenhält und auch verbal präsent ist. „Aber ich bin nur noch die kleine Weiche, die sich mal nach rechts, mal nach links stellt. Oder das Panzerband, das das Schlauchboot nochmal bis ins Ziel zusammenhält“, sagt Kruse bescheiden und verweist darauf, dass auch ihm nicht alles gelingt. „Wir haben ja auch viele Fehler gemacht, ich inbegriffen – aber es gab von uns vernünftige Antworten. Keiner hat, wie sonst oft, den Kopf in den Sand gesteckt.“

Für Trainer Norbert Kühnlein ist Kruse immer noch enorm wertvoll – und „ein Fels in der Brandung. Ein Spieler, der auch den Mund aufmacht und in bestimmten Situationen die Ruhe bewahrt.“ Aber eben auch keiner mehr fürs Tempospiel, sondern jemand, der es mag, wenn der Ball erst ein paar Mal durch die eigenen Reihen läuft – eine Strategie, die gerade der eigentlich tempoliebende Nicolas Karnick in der Mitte gut umsetzte.

In den nächsten beiden Spielen, beim Tabellenführer VfL Fredenbeck III und gegen die SG HC Bremen/Hastedt II, müssen die Sottrumer jedoch ohne Kruse auskommen – der Dienstplan lässt einen Einsatz nicht zu. Doch sein vierter Auftritt in dieser Saison dürfte vermutlich nicht der letzte für Eric Kruse gewesen sein. Ob es dann tatsächlich für den Klassenerhalt reicht – „das habe ich doch nicht in der Hand. Aber wenn wir es noch schaffen, dann muss zur nächsten Saison etwas passieren“, glaubt Kruse. Er selbst würde dann gerne wieder auf seine Einsätze verzichten.

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