62:78 gegen Wolfenbüttel / 25 Ballverluste produziert / „Der Druck wächst“

Berg- und Talfahrt endet für Hurricanes mit Bruchlandung

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Hart im Nehmen: Centhya Hart (l.) ließ in der Schlussphase kurz ihre aufgeplatzte Lippe von Physiotherapeutin Anna-Lena Meinke behandeln, dann ging es weiter. ·

Scheeßel - Von Matthias Freese. Scheeßel hat seinen Schrecken verloren! „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, skandierten die mitgereisten Fans der Wolfenbüttel Wildcats, nachdem der Deutsche Meister in der Basketball-Bundesliga der Damen die Avides Hurricanes kräftig gekratzt und einen 78:62 (46:30)-Sieg eingefahren hatte.

Für die Gastgeberinnen war die erste Punktspielniederlage in der Scheeßeler Sporthalle umso bitterer, weil sie nun endgültig in der gefährdeten Zone angekommen sind. Insbesondere Samantha Whitcomb (27 Punkte) und Charmaine Callahan (25) waren zu gut für den Tabellenachten.

Zufriedenheit sieht anders aus: Wildcats-Coach Vlastibor Klimes „faucht“ in der Auszeit.

„Wir spielen um den Klassenerhalt. Der ist unser Saisonziel“, versuchte es Hurricanes-Manager Christoph Göx zunächst mit Gelassenheitsrhetorik. Dann wurde er aber doch deutlicher: „Die Mannschaft hat die Qualität, aber es nervt einfach, dass die Konstanz nicht Einzug hält und immer ein, zwei Leistungsträger nicht funktionieren. Es ist eine Sache, wenn man knapp verliert, aber eine andere, wenn man so auf die Fresse kriegt. Die ganze Offensive gefällt mir nicht. 62 Punkte sind eine Katastrophe.“

Dabei sah es nach einem verkorksten 12:26-Start vor 300 Zuschauern so aus, als sollte alles gut werden. Ein viertel-übergreifender 18:4- Run brachte den Ausgleich. Doch dann lief bis zur Pause nichts mehr. Wolfenbüttel konterte mit einem 16:0- Lauf und der 46:30-Halbzeitführung. Coach Christian Greve dürfte sich gefühlt haben wie auf dem Rummelplatz in der Berg- und Talbahn. „Nur haben wir den Schub nach oben nicht richtig mitgenommen, sodass es mehr Tal- als Bergfahrten waren“, meinte er. Selbst mit einem 8:0-Run im dritten Viertel und einem 10:4 Anfang des vierten Durchgangs war Wolfenbüttel nicht mehr zu gefährden. „Wir haben nicht gegen den Druck gegenhalten können und waren zu unkonzentriert“, nannte Kapitän Pia Mankertz die Gründe für erschreckende 25 Turnovers, die ihr Team letztlich killten. Da half auch das Rebound-Plus (31:21) nicht.

Auffällig in dieser Partie: Die Amerikanerin Samantha Meissel steckt weiter im Tief, Landsfrau Centhya Hart erzielte sieben ihrer zwölf Punkte erst, als das Spiel längst gelaufen war und produzierte sechs Ballverluste. Guard Vanessa House war zwar beste Scorerin (21), erlaubte sich aber ebenfalls sechs Turnovers. Und die deutschen Kräfte? Nun: Immerhin Pia Mankertz zeigte trotz einiger Fehlpässe nicht nur wegen ihrer drei Dreier, vier Assists und drei Steals ansteigende Form, während Lea Vatthauers Aufgabe knifflig bis unlösbar war: Sie sollte Callahans Kreise einengen – was nicht gelang.

Trotzdem war es nicht Christian Greve, der einen Wutanfall in der Auszeit bekam, sondern sein „fauchender“ Wildcats-Kollege Vlastibor Klimes. „13 Offensiv-Rebounds gegen uns, ist viel zu viel. Deshalb bin ich mit dem Resultat zufrieden, nicht aber mit dem Spiel“, erklärte er später. Solche Probleme hätten sie bei den Hurricanes derzeit sicher gerne. Manager Christoph Göx weiß jedenfalls, dass „der Druck wächst. Und den machen wir uns selber.“

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