Schröder schenkt Ex-Club ein

„Unterirdische“ und dezimierte Rotenburger kassieren 19:25 in Bremen

Mit vier Toren war Michel Misere (am Ball) neben Johann Knodel noch bester Werfer des TuS Rotenburg. Gegen die gut eingestellte Abwehr der SG HC Bremen/Hastedt hatten die Kreisstädter aber arge Probleme. In dieser Szene packt Felix Fietze zu. - Fotos: Freese
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Mit vier Toren war Michel Misere (am Ball) neben Johann Knodel noch bester Werfer des TuS Rotenburg. Gegen die gut eingestellte Abwehr der SG HC Bremen/Hastedt hatten die Kreisstädter aber arge Probleme. In dieser Szene packt Felix Fietze zu.

Bremen - Von Matthias Freese. Vielleicht sollte Michael Polworth künftig besser ein Paar Ohrenstöpsel dabei haben. „Ich glaube, ich habe einen Hörsturz“, bemerkte der Sportliche Leiter des TuS Rotenburg, als er nach der Halbzeitpause aus dem Kabinenkeller wieder in die Halle kam. Eine Etage tiefer hatten die Katakomben am Jakobsberg gebebt.

„Ich habe versucht, die Jungs aufzurütteln“, rechtfertigte Coach Nils Muche die erhöhte Lautstärke. Sein Versuch blieb erfolglos, die Leistung seiner Oberliga-Handballer bei der SG HC Bremen/Hastedt war unterirdisch – die 19:25-Niederlage (9:15) sogar noch schmeichelhaft. „Wir hätten viel höher verlieren müssen“, fand Muche.

Nun gibt es auch gute Gründe dafür, dass die Rotenburger in den jüngsten vier Spielen dreimal das Feld als Verlierer verließen. In diesem speziellen Fall begann es schon mit der Vorbereitung. Das Training war nur eingeschränkt möglich, dann fiel neben Stammkeeper Yannick Kelm, Klaas-Marten Badenhop, Max Nowosadtko und den Langzeitverletzten auch noch ausgerechnet Goalgetter Lukas Misere mit einer fetten Erkältung aus. 

In der derzeitigen Verfassung ist das nicht zu verkraften. „Das war nicht gerade förderlich. Eine kämpferische Einstellung kann man aber dennoch erwarten“, grantelte Muche. Da die Reserve zeitgleich beim TSV Morsum auflief, gab es auch von dort keine Hilfe. Im Kasten stand ausschließlich Denis Jäger, der vor allem in der zweiten Hälfte einige Bälle abwehrte. Co-Trainer Maik Hoops hatte nur für den Notfall das Torwarttrikot übergezogen, sich aber gar nicht erst mit warmgemacht.

Zugestellt: Paul Schröder (r.), ein Rotenburger im Bremer Trikot, und Luka Bruns behakten sich einige Male während der Partie.

Mit nur neun Feldspielern erwischten die Rotenburger zumindest einen guten Start, der nach Jens Kochs 4:1-Führung (6.) aber abrupt endete. Auch Sören Heyber kam vor rund 100 Zuschauern mit seiner Wurfgewalt kaum durch. Immer wieder wurde er geblockt oder verzog. „Wir haben nur jeden sechsten Angriff ein Tor geworfen und deren Abwehr kaum ins Schwitzen gebracht“, bemerkte Polworth. 

„Die haben ihr Ding runtergespielt und wir haben zu viele Fehler gemacht“, räumte auch Außenspieler Johann Knodel ein. Sein Trainer zeigte sich zudem selbstkritisch. „Ich hatte mein Team auf eine andere Abwehrformation getrimmt. Ich hatte gedacht, dass sie offensiv decken. Das war ein taktischer Fehler von mir“, gestand Muche. Mit der kompakten 6:0-Abwehr kamen seine Spieler nie wirklich klar.

Den Anschluss verlor die Wümme-Sieben jedoch, als sich Knodel und Christian Hausdorf in kürzester Zeit Zwei-Minuten-Strafen einhandelten – die Bremer zogen auf 12:7 durch Felix Fietze davon (23.) und gingen mit dem 15:9 durch David Brune in die Kabine. Zu diesem Zeitpunkt hatte Muche bereits vier verschiedene Akteure in der Rückraummitte gebracht – Koch, Luka Bruns, Nick Dräger und auch Heyber.

Der beste Rotenburger trug dabei ausgerechnet das rote Trikot der Gastgeber. Der 19-jährige Linksaußen Paul Schröder, 2013 von der Wümme an die Weser gewechselt, zeigte, warum er schon seit längerem von seinem Heimatverein umworben wird. Neben seinen vier Toren lieferte er sich speziell mit Gegenspieler Bruns auch einige heiße bis hitzige Duelle.

Im zweiten Durchgang wurde der Rückstand zwar nicht größer, doch Bremens Trainer Jörn Franke, der seit dem dritten Spieltag ohne den verletzten Goalgetter Marten Franke auskommen muss, konnte es sich erlauben, die zweite Garnitur aufs Feld zu lassen. Der Sieg geriet dennoch nie in Gefahr. „Da hat eine Landesligamannschaft ohne Druck gegen eine Oberligamannschaft mit Dynamik gespielt“, fand Muche und ergänzte: „Ich bin froh, dass wir bisher schon acht Punkte geholt haben.“

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