„Wir gehören da nicht hin, wo wir stehen“

Bargfrede sucht nach Rücktritt den eigenen Nachfolger

Nachdenklicher Blick bei Hansi Bargfrede: Der Coach des Heeslinger SC trat am Wochenende zurück. - Foto: Freese
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Nachdenklicher Blick bei Hansi Bargfrede: Der Coach des Heeslinger SC trat am Wochenende zurück.

Heeslingen - Von Matthias Freese. Das 0:2 beim 1. FC Wunstorf war eine Niederlage zu viel für Hansi Bargfrede. Der Trainer des Heeslinger SC zog am Wochenende nach dem Sturz ans Tabellenende die Konsequenzen aus der sportlichen Misere beim Fußball-Oberligisten und erklärte seinen sofortigen Rücktritt. „Es geht darum, einen Impuls zu setzen, mit einem neuen Gesicht und einer neuen Stimme“, erklärte der 59-Jährige. Den neuen Mann gibt es bisher aber noch nicht.

Was auf den ersten Blick kurios erscheint, ist durchaus logisch: Bargfrede begibt sich selbst auf die Suche nach seinem Nachfolger. „Ja, ich bin involviert. Das habe ich aber immer schon so gemacht“, erklärt der frühere Profi, dessen viertes Trainerengagement in Heeslingen erstmals vorzeitig endete. Keiner kennt den Verein und sein Umfeld so gut wie der Geschäftsmann, der direkt neben dem Waldstadion wohnt. „Jetzt müssen wir sehen, dass wir schnell zum Abschluss kommen“, sagt er.

Einen Rückschlag gab es aber schon. Mit Martin König kommt eine mögliche Wunschlösung nicht zustande. „Bei ihm hätte es im Verein keinerlei Widerstände gegeben“, bedauert Bargfrede die Absage des 50-Jährigen, der vergangene Saison noch Trainer des jetzigen Landesligisten VfL Güldenstern Stade war. „Es ist schwierig, weil jetzt auch kaum einer frei ist, das muss man sagen. Aber wir haben noch zwei weitere Kandidaten.“ Dabei hält Bargfrede eher Ausschau nach einem Coach mit gewissem Erfahrungsschatz.

Bis dahin sind die Co-Trainer Hendrik Lemke und Björn Müller in der Verantwortung. „Und wir haben in der Mannschaft zwei, drei Spieler drin, die die Hierarchie hochhalten und klare Gedanken haben. Ich denke an Dominik Bremer und Oliver Warnke“, meint Bargfrede.

Auffällig war in den bisherigen 14 Saisonspielen, dass Heeslingen trotz der Tabellensituation kein Defensivproblem hat. Mit erst 21 Gegentoren stellt das Team sogar die sechstbeste Abwehr der Liga. Doch erst 19 geschossene Tore deuten auf die Problemzone hin. Auch der im Sommer vom Rotenburger SV aus der Landesliga gekommene Toni Fahrner konnte da noch nicht helfen. Er kam nur zu drei Kurzeinsätzen. Bei vier Absteigern ist das rettende Ufer zwar nur zwei Punkte weg, dennoch sah Bargfrede den Zeitpunkt nach der vierten Niederlage in Folge gekommen, um Konsequenzen zu ziehen. Noch vor drei Wochen hatte Heeslingen nach dem begeisternden 3:3 gegen Eintracht Braunschweig II vom neunten Platz gegrüßt. „Im Hinterkopf hatte ich eigentlich, dass wir vielleicht oben mitspielen könnten“, gesteht Bargfrede und betont: „Wir gehören da nicht hin, wo wir stehen.“

Jetzt setzt er auf „frische Energie und neue Ideen. Das sind nur ein paar Schrauben, an denen gedreht werden muss“, glaubt er. Ihm selbst war dabei die „letzte Leidenschaft“ abhanden gekommen. „Ich habe im Moment nicht die Kraft und muss auch mal durchatmen. Und wenn ich dann von den Spielern erwarte, einen Schritt mehr zu machen, dann passt das nicht zusammen, wenn ich mich selbst dabei erwische, dass ich noch das hätte machen oder das Gespräch hätte führen müssen, es aber nicht getan habe“, gesteht Bargfrede ehrlich ein.

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