Skuballas fünftes Foul bremst die Hurricanes – 51:55 in Saarlouis / „Play-off-Mut gezeigt“

Baden und Pakulat liefern Energie

Kierra Mallard (vorne), hier im Duell mit Kimberly Pohlmann (2.v.r.) und Sabine Niedola, brachte die Hurricanes kurzzeitig in Führung.

Scheeßel - Dieses Viertelfinalduell ist noch längst nicht entschieden. Auch wenn die Bundesliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes das Play-off-Hinspiel bei den TV Saarlouis Royals nach einer Aufholjagd noch mit 51:55 (24:33) abgeben mussten, nahmen sie zumindest das gute Gefühl mit auf die Rückreise, dass der Tabellenzweite der regulären Punktspielrunde verwundbar ist. „Ich bin optimistisch“, erklärte Hurricanes-Coach Tomas Holesovsky vor dem Rückspiel am Freitag (19.30 Uhr) in Rotenburg. Eine Entscheidungspartie am 3. April in Saarlouis ist realistisch.

Das Low-Score-Game in der Stadtgartenhalle war nicht unbedingt ein basketballerischer Leckerbissen, denn die Wurfquoten beider Teams waren alles andere als solide. Und dennoch entwickelte sich ein packender Fight zweier gleichwertiger Teams, der vor allem in der zweiten Halbzeit von der Spannung lebte. Am Ende mussten die Hurricanes aber wohl auch ihrer personellen Situation Tribut zollen, waren sie doch nur zu siebt ins Saarland gereist und mussten die letzten knapp anderthalb Minuten auch noch ohne die bis dahin gut aufgelegte Maggie Skuballa auskommen. Die Nationalspielerin kassierte beim Stand von 51:53 ein technisches Foul, was gleichzeitig ihr fünftes war. Nach einem Zweikampf mit Stina Barnert sah sie den Einwurf auf Seiten ihres Teams und reagierte dementsprechend, als die Referees Alexander Freiwald und Matthias Wipfler anders entschieden. „Sie hat doch gar nichts gesagt, sondern nur mit den Händen gezeigt – und sofort kommt das technische Foul“, monierte Holesovsky. „So sehr kann man seine Emotionen in so einer Phase nicht kontrollieren“, nahm er Skuballa in Schutz.

Erst kurz zuvor hatten die Hurricanes sich für ihre starke Defenseleistung und der damit verbundenen Aufholjagd mit der Führung belohnt: Kierra Mallard traf 2:21 Minuten vor dem Ende zum 51:50. In der Schlussphase besaß Saarlouis jedoch die nötige Ruhe, um die Hurricanes nicht mehr punkten zu lassen und profitierte unter anderem von einem Mallard-Ballverlust. Als Barnert dann einen Mankertz-Dreierversuch 27 Sekunden vor der Schlusssirene blockte und den Ausgleich verhinderte, war die Partie entschieden.

Dabei hatte es in einem lange Zeit zähen und tempolosen Spiel schon so ausgesehen, als sollten die Hurricanes frühzeitig auf die Verliererstraße geraten. Saarlouis nutzte vor allem seine Rebound-Hoheit zur 19:10-Führung nach dem ersten Viertel, die Kimberley Pohlmann mit zwei Dreiern in Minute 16 bis auf 31:16 ausbaute. Doch auch die Hurricanes trafen durch Skuballa und Mankertz aus der Entfernung, die Kapitänin verkürzte unmittelbar vor der Halbzeit noch auf 24:33 und gestaltete die Angelegenheit wieder freundlicher für ihr Team.

Nach der Pause zog Saarlouis kurzfristig wieder bis auf 13 Punkte durch die starke Amanda Dowe weg (25.), doch neben Mankertz, die zwei weitere Dreier beisteuerte, war es vor allem Eigengewächs Andrea Baden, die mit Hartnäckigkeit zum Korb zog und trotz Drucks mehrfach punktete. Sechs Zähler erzielte sie allein im letzten Viertel, zwei Mal brachte sie die Hurricanes damit auf zwei Punkte heran – beim 45:47 (35.) und 47:49 (37.). „Auch Hannah Pakulat hat tolle Arbeit geleistet. Zusammen mit Andrea hat sie die Energie ins Spiel gebracht. Die beiden haben richtigen Play-off-Mut gezeigt“, betonte Holesovsky. Und er fand: „Wir waren nur zwei Minuten von der großen Überraschung weg – das war nach dem ersten Viertel nicht zu erwarten gewesen.“

Auch Saarlouis-Coach Saulius Vadopalas war sich dessen durchaus bewusst: „Wir haben nur über unsere gute Leistung in der Defense und die vielen offensiven Rebounds dieses Spiel gewonnen“, wusste er. - maf

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