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Aus dem OP auf den Reitplatz: Bucklitsch pendelt zwischen Beruf und Hobby

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Anja Bucklitsch steht mit Lüttje Deern und Bernd Rubarth vor der Reitanlage in Höperhöfen.
Anja Bucklitsch – hier mit Lüttje Deern – verdankt laut eigenen Angaben Bernd Rubarth für den Verlauf ihrer Reitsport-Karriere sehr viel. © Kaschek

Anja Bucklitsch arbeitet als Ärztin und geht in der Freizeit ihrem Reithobby nach. Dort zeigte sich Bernd Rubarth als ihr treuer Begleiter, dem sie viel verdankt.

Hellwege – Mit ihrer Hannoveraner Stute Lüttje Deern ist Anja Bucklitsch eine feste Größe auf den Turnierplätzen in Norddeutschland. Neben den Erfolgen auf dem Springplatz managt die 32-Jährige das Leben zwischen ihrer Arbeit als Ärztin in der Gesichtschirurgie und den Turniererfolgen sowie das Pendeln zwischen ihrem Wohnort Münster und der Heimat Hellwege.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, sagt ein Sprichwort. Bei Bucklitsch trifft dies zu, denn die erfahrene Reiterin kommt aus einer echten Mediziner-Familie. Vater Ingo Bucklitsch ist Anästhesist und Mutter Margret Bucklitsch betreibt ihre eigene Hausarztpraxis. Eine Sache haben die Eltern ihrer Tochter aber nicht mitgegeben und das ist die Liebe zur Reiterei. Schon als kleines Mädchen im Alter von vier Jahren entdeckte Anja Bucklitsch sowie auch ihre Schwester Katrin ihre Leidenschaft für Pferde. Die anfänglichen wöchentlichen Reitstunden waren schon bald nicht mehr aus dem Leben der beiden wegzudenken. „Ich bin zunächst den klassischen Reitschulweg gegangen. Irgendwann durfte ich dann auch mit den Schulponys zum Turnier“, erinnert sich Bucklitsch, bei der so stetig der Wunsch nach einem eigenen Pony wuchs, obwohl ihre Eltern dies damals finanziell nicht stemmen konnten. „So kam es, dass ich mit der Zeit immer öfter Ponys für andere Leute ritt. Ich war sehr ehrgeizig“, erklärt die gebürtige Bremerin weiter, die aktuell für den RV Sottrum reitet und in Hellwege zu Hause ist.

Mit El Salvador bis in die Klasse S

Über Züchterfamilie Stelling sammelte sie erste Erfahrungen auf Stutenschauen und arbeitete mit den Zuchtstuten unter dem Sattel, wenn diese nicht gedeckt wurden. So kam es, dass die leidenschaftliche Reiterin den erfahrenen Springreiter Bernd Rubarth aus Höperhöfen kennenlernte, der für die Züchter das Anreiten der Jungpferde übernahm. Im Rubarth-Stall fühlte sich Bucklitsch schnell heimisch, nahm am Unterricht teil und schaffte mit der Unterstützung von Bernd Rubarth, seiner Lebensgefährtin Nicola Dimde und der Stellings den Sprung bis zur Klasse M.

Mit dem Hannoveraner El Salvador nahm Bucklitsch später an Landesmeisterschaften und sogar einmal einem Mächtigkeitsspringen teil. „El Salvador hat mich bis in die Klasse S katapultiert. Ich habe durch ihn eine Menge Erfahrungen gesammelt“, merkt Bucklitsch an. Auf den großen schwarzen Wallach folgte Clair, die ihr Dimde vermittelte. Vor ihrer Karriere auf großen Turnieren wie dem Nationenpreis war die Oldenburger Stute im Beritt bei Rubarth. Nach einer Verletzung musste Clair zunächst pausieren und fand so den Weg zurück nach Höperhöfen. Im Umgang war die heute 17-jährige Stute aber nicht immer einfach und auch unter dem Sattel benötigte sie besonders viel Einfühlungsvermögen. Dimde war sich aber sicher, dass Bucklitsch mit Clair zurechtkommen würde und so war es dann auch. Die beiden wuchsen zu einem Team zusammen und nach den ersten Erfolgen in der Klasse S übernahm Bucklitsch die Stute komplett. Der größte Meilenstein war ein zweiter Platz auf S**-Niveau im Jahr 2017.

Der Traum vom Goldenen Reitabzeichen

Ähnlich wie bei Clair kam Bucklitsch zu Lüttje Deern über Umwege und die Unterstützung von Bernd Rubarth. Er war es nämlich, der die Hannoveraner Stute entdeckte und sofort ihr Potenzial erkannte, obwohl diese im Alter von acht Jahren noch nicht einmal angeritten war. Nachdem Bucklitsch die kleine Fuchsstute das erste Mal sah, war klar, dass sie es mit ihr versuchen wollte. Nach nur knapp zwei Jahren Arbeit unter dem Sattel schaffte das Dreamteam es bis hin zu mehreren vorderen Platzierungen auf M**-Level und einem Start in der Klasse S. Auch dieses Jahr gewannen Bucklitsch und die zwölfjährige Lüttje Deern in drei Prüfungen der Klasse L und platzierten sich auf M-Niveau.

Obwohl die Wahlmünsteranerin beruflich sehr eingebunden ist, verfolgt sie auch in der Reiterei noch ambitionierte Ziele. „Langfristig würde ich gerne genügend Erfolge für das Goldene Reitabzeichen sammeln. Das ist ein Traum, den ich in den nächsten Jahren verfolgen möchte. Beruflich würde ich später gerne eine eigene Praxis führen, könnte mir aber auch gut vorstellen, an das Krankenhaus in Rotenburg zurückzukehren“, verrät Bucklitsch. Wenn es der Dienstplan hergibt, verbringt sie die freien Wochenenden zu Hause bei ihrem Freund in Hellwege. „Zum Glück hat er als Landwirt keine Berührungsängste mit den Pferden.“ Die Anlage von Rubarth und Dimde in Höperhöfen ist für Bucklitsch zudem ein zweites Zuhause. „Ich verdanke Bernd und Nicola so viel. Ohne die beiden wäre vieles im Turniersport gar nicht möglich gewesen“, weiß Anja Bucklitsch.

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