93. Veranstaltung der Rotenburger Trainergemeinschaft:

Augustin referiert mit Elan

Bernhard Augustin war bei seinem Vortrag engagiert dabei. - Foto: Wuttke
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Bernhard Augustin war bei seinem Vortrag engagiert dabei.

Westerholz - Von Vincent Wuttke. Um das schlechte Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland sollte es bei der 93. Veranstaltung der Trainergemeinschaft Landkreis Rotenburg (TGLR) eigentlich nicht gehen. Doch immer wieder wurde auch über die Elf von Joachim Löw diskutiert. Dabei ging es vor allem um ein anderes Thema: Qualifizierung im Fußball. Dafür verzichtete Rathjen bei dem rund dreistündigen Treffen auch auf den traditionellen Praxisteil.

Der TGLR-Vorsitzende hatte den langjährigen Stützpunktkoordinator für den Bereich Niedersachsen Nord-Ost vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), Bernhard Augustin, eingeladen. Für den Referenten war es so etwas wie ein Ausstand. Augustin ist seit dem 1. Juli nicht mehr beim DFB tätig. Der Inhaber der A-Lizenz wollte es sich aber nicht nehmen lassen, das zweite Mal bei der TGLR als Gast dabei zu sein. 1992 gab er sein Debüt als Referent. Der DFB-Fachmann war mit Herzblut dabei und bezog die Anwesenden immer wieder mit ein.

Augustin beleuchtete bei seinem Vortrag den Weg zur A-Lizenz und wies darauf hin, dass dieser ziemlich zeitaufwenig und durchaus teuer sei. Für die B-Lizenz müsse man bereits 1 300 Euro aufbringen, für die A-Lizenz dann sogar 1 600 Euro. „Der DFB müsste die Landesverbände viel stärker unterstützen, damit Trainer eher die Lizenzen machen wollen. Wir brauchen lizenzierte Trainer“, warf Rathjen ein. Er verwies darauf, dass es in anderen Sportarten wie Handball besser ausgebildete Übungsleiter gebe. Der 69-Jährige fuhr fort, dass es in Deutschland zur Zeit rund 250 000 Teams gebe und für diese 50 000 Übungsleiter zur Verfügung stehen. Rathjen zählt bei seiner Rechnung alle Mannschaftsverantwortlichen ohne eine Lizenz als Betreuer. „Dabei sind gute Trainer die wichtigsten Personen in einem Verein“, betonte der Westerholzer. Augustin unterstrich diese Aussage. „Kinder gehen nicht zu einem Verein, sondern zu einem bekannten oder guten Coach.“ Von einer guten Ausbildung der Spieler in jungem Alter profitierten laut dem Stader auch die Profimannschaften. „67 Prozent der Akteure in den Nachwuchsleistungszentren kommen von Stützpunkten aus dem ländlichen Bereich.“

Rathjen ließ es sich in der Folge nicht nehmen, über die Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateure“ zu berichten. 2015 hatte Engelbert Kupka, ehemaliger Präsident der SpVgg Unterhachingen diese Bewegung ins Leben gerufen. Er will damit auf Missstände an der Basis aufmerksam machen. Auch Rathjen hat einige Kritikpunkte. Ihm gefallen zum Beispiel die Spielpläne der Profis nicht. „Der Sonntag muss den Amateuren gehören“, forderte der 69-Jährige. Außerdem seien die Fans gesättigt, weil jeden Tag Fußball zu sehen sei. Deshalb würden auch bei den Amateurvereinen die Zuschauer schwinden. Außerdem müssten die Vereine mehr von den Landesverbänden entlastet werden.

Für ihn war die 93. Veranstaltung auch trotz der mäßigen Teilnehmerzahl ein Erfolg. Von den 144 Mitgliedern der TGLR fanden lediglich 17 den Weg nach Westerholz. „Gute Trainer müssen auch mit fünf Spielern gute Übungen machen. Und wir hatten ein gutes Treffen bei kleinerer Gruppe“, sagte Rathjen.

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