Aufstieg und Fall des Niederländers

Ruud ter Heide: 2004 Dreierpack gegen den RSV und nun 14 Jahre in Haft

Ruud ter Heide (vorne) und Alexander Baden springen zum Kopfballduell.
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Ungleiches Luftduell: Ruud ter Heide (vorne) 2004 gegen Alexander Baden.

Vor nun mehr 17 Jahren spielte Ruud ter Heide gegen den RSV, lief anschließend für die Reserve von Werder Bremen auf - vor Kurzem wurde er verurteilt.

Rotenburg – Einst mischte er die Fußball-Oberliga, damals die vierthöchste Spielklasse, mit seinen Toren auf und klopfte beim SV Werder Bremen an den Profi-Kader an. Zuletzt sorgte Ruud ter Heide aber für negative Schlagzeilen: Weil er 2017 einen Mann erstochen hat, wurde der frühere Mittelstürmer zu 14 Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt, wie die „Bild“ Ende März berichtete.

Beim Rotenburger SV hatte der inzwischen 38-jährige Holländer vor 17 Jahren einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ter Heide erzielte am 13. März 2004 alle drei Tore zum 3:1-Sieg von Eintracht Nordhorn im Ahe-Stadion.

Gegenspieler Alexander Baden, damals erst 19 Jahre alt, erlebte seinen persönlichen „Albtraum mit dem Kopfball-König“, wie diese Zeitung titelte. „Natürlich kreide ich mir die Niederlage an. Hätte ich ihn hundertprozentig ausgeschaltet, hätten wir 1:0 gewonnen“, sagte Baden nach dem Spiel. Schließlich war er nicht nur an den Gegentreffern beteiligt, sondern hatte zwischenzeitlich auch das 1:2 erzielt. Baden, der anderthalb Jahre später zum Studium in die USA aufbrach und dort seit vielen Jahren als Unternehmensberater tätig ist, erhielt von seinem Gegenspieler dennoch ein Lob: „Er hat nicht schlecht gespielt. Aber in drei Momenten war er eben zu weit weg“, meinte ter Heide seinerzeit. Baden wiederum fand: „Wenn der das richtige Timing hat, dann kannst du auch 2,20 Meter groß sein – der überspringt dich trotzdem.“ Nordhorn gehörte damals zum Besten, was die Liga zu bieten hatte. Sechs Niederländer standen in der Startelf. Beim RSV waren Dariusz Sztorc, Adam Posilek, Michael Fait oder Rouven Brandt die Leistungsträger. Auch Tim Ebersbach, der jetzige Coach, stand auf dem Platz. Er kann sich gut an ter Heide, dessen Wechsel zu Werder bereits feststand, erinnern: „Ein typischer Neuner, der damals einen Namen hatte. Alexander Baden war ja schon ein kopfballstarker, präsenter Spieler. Aber gegen den hat selbst er in der Luft keine Sonne gesehen.“

Ter Heide bestritt in der folgenden Saison 31 Regionalliga-Partien für Werder, erzielte sieben Tore, schaffte den Sprung zu den Profis aber nicht und setzte seine Karriere in der zweiten Liga der Niederlande fort. Im Sommer 2017 nahm sein Leben eine dramatische Wende. Er und sein Bruder gerieten in einer Gaststätte in einen Streit mit einem 22-Jährigen. Es kam zur Schlägerei und der tödlichen Attacke mit einem Steakmesser. In der ersten Gerichtsverhandlung sei unklar geblieben, wer für die Messerstiche verantwortlich gewesen sei, schreibt das holländisch-deutsche Info-Portal noord360.eu. Die Frage wurde im Berufungsverfahren geklärt, nachdem DNA des Getöteten in der Tasche Ruud ter Heides gefunden wurde. Dem Bruder wurde nur die Beteiligung an der Schlägerei nachgewiesen, er ist wieder auf freiem Fuß. Ruud ter Heide, der angab, in Notwehr gehandelt zu haben, wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt.

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