Amateurfußball in Zeiten von Corona

Auch die Oberliga wird geteilt

Duelle zwischen dem RSV und dem Heeslinger SC – wie hier zuletzt 2017 in einem Benefizspiel – gibt es nächste Saison wieder, auch wenn die Liga geteilt wird.  
Foto: Freese
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Duelle zwischen dem RSV und dem Heeslinger SC – wie hier zuletzt 2017 in einem Benefizspiel – gibt es nächste Saison wieder, auch wenn die Liga geteilt wird. Foto: Freese
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Rotenburg – Die Fußball-Oberliga wird in der nächsten Saison mit zwei Staffeln an den Start gehen – daran führt kein Weg vorbei. „In der Regionalliga ist das fix. Und die Oberliga wird auch aufgeteilt“, erklärte Jürgen Stebani, der Vorsitzende des Verbandsspielausschusses, auf Nachfrage unserer Zeitung am Rande der Bezirkspokalendspiele in Melbeck. Natürlich werde mit den betroffenen Vereinen noch Kontakt aufgenommen – aber der erfahrene Sportfunktionär aus der Samtgemeinde Ilmenau betont auch: „Die Regionalliga hat ja bereits das Signal für die anderen Bereiche gegeben. Da gab es kein Quaken. Ähnlich wird es in der Oberliga sein.“

Die Probleme sind bekannt: Aufgrund der Corona-Krise und des daraus resultierenden Saisonabbruchs ohne Absteiger wächst die Oberliga auf 20 Mannschaften an, kann aber erst verspätet starten. Bei einer eingleisigen Spielklasse würden 38 Spieltage nur schwer in den Rahmenplan zu quetschen sein. Also wird es zur Teilung kommen – und nach dem gleichen Modus wie in der Regionalliga, die sogar 22 Teams beherbergt, verfahren. Heißt: Zwei Zehner-Staffeln mit Hin- und Rückrunde oder auch nur einfacher Runde, je nachdem, wann die Saison starten kann. „Und dann gehen jeweils die ersten Fünf in die Aufstiegsrunde und die letzten Fünf in die Abstiegsrunde“, umreißt Stebani das Konzept. Play-offs schließt er aus: „Das ist sportlich nicht ganz gerecht.“

In Tim Ebersbach findet der Spielausschuss mit dieser Lösung einen Fürsprecher: „Es bleibt nichts anderes übrig, als die Liga zu splitten“, glaubt der Trainer des Oberliga-Aufsteigers Rotenburger SV. „Für mich macht es total Sinn.“ Fragt sich nur, wie die Liga dann aufgeteilt wird. Wo verläuft die Grenze in Niedersachsen? „Schräg durch“, meint Stebani. Was ziemlich gut passen würde. Nordwestlich könnte eine Staffel aus den Bezirken Weser-Ems und Lüneburg mit Kickers Emden, dem FC Hagen/Uthlede, Heeslinger SC, Rotenburger SV, TB Uphusen, VfL Oldenburg, TuS Bersenbrück, SC Spelle-Venhaus, Blau-Weiß Lohne und Eintracht Celle entstehen, südöstlich die andere aus den Bezirken Hannover und Braunschweig. Einzig Celle wäre von den Fahrtwegen im Nachteil, weil der Verein geografisch gesehen viel dichter an Hannover und Co. liegt.

Saisonstart frühestens Anfang September

In den vier Bezirksligen ist die Lage im Regelfall ähnlich. Staffel 3 gehören 21 Mannschaften an – auch hier läuft alles auf eine Teilung hinaus, wie Stebani bestätigt. Ob eine Zwei- oder gar Dreiteilung, vermochte er noch nicht zu sagen.

Wann die Spiele beginnen – das ist noch völlig unklar. „Wir sind extrem abhängig von der Verfügungslage der Länder. Erst wenn wir wissen, wann Amateurfußball wieder erlaubt ist, können wir etwas verbindlich sagen und damit auf den Markt gehen“, verweist Stebani auf die aktuellen behördlichen Anordnungen. „Frühester Termin für einen Saisonstart ist demnach der 4./5. September“, sagt er und fügt warnend an: „Die Hoffnung steigt, aber ich bin nicht so euphorisch wie unser Präsident. Ich halte das für optimistisch und gefährlich.“ Günter Distelrath, Boss von Niedersachsens Fußballern, hatte beim außerordentlichen Verbandstag am Wochenende noch auf neueste Untersuchungen verwiesen und erklärt, dass Fußball eine Sportart mit Kontakt über wenige Sekunden mit geringer Kontaktfläche sei. „Vor diesem Hintergrund scheint es vertretbar, die Einschränkungen des Fußballspielens im Freien komplett aufzuheben“, zitierte sein Verband ihn in einer Pressemitteilung.

Bezirkspokal fällt wahrscheinlich aus

Doch selbst, wenn Anfang September die ersten Partien ausgetragen werden können, „fehlen uns ja drei, vier Spieltage aus dem August“, verdeutlicht Stebani die Problematik. Das wiederum hat vermutlich Folgen für den Bezirkspokal. „Der fällt womöglich weg, das ist höchstwahrscheinlich. Wann willst du die Spiele noch reinkriegen?“, fragt der hierfür als Spielleiter ebenfalls zuständige Melbecker rhetorisch. Der Verbandspokal wird wiederum ausgetragen werden müssen – allein, weil es hier für die Vereine um die Qualifikation zum DFB-Pokal geht.

Zur Info: Die Oberliga-Teams und die mögliche Aufteilung

Weser-Ems/Lüneburg:  VfL Oldenburg,   SC Spelle-Venhaus,   Heeslinger SC,   Eintracht Celle,   Kickers Emden,   TuS Bersenbrück,   TB Uphusen,   FC Hagen/Uthlede,   Rotenburger SV (Aufsteiger), TuS BW Lohne (Aufsteiger).

Hannover/Braunschweig: Germania Egestorf-Langreder,   Eintracht Northeim,  MTV Wolfenbüttel,   MTV Gifhorn,   Arminia Hannover, Lupo-Martini Wolfsburg, FT Braunschweig, BW Tündern,   SVG Göttingen (Aufsteiger), SV Ramlingen-Ehlershausen (Aufsteiger).

Von Matthias Freese

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