Außerordentlicher NFV-Verbandstag

Auch die Fortsetzung ist möglich

Fast wie beim Fußball-Quiz: Viele Fragen, was die Zukunft bringt – aber bisher wenig Antworten. 
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Fast wie beim Fußball-Quiz: Viele Fragen, was die Zukunft bringt – aber bisher wenig Antworten. Foto: Freese
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Rotenburg – Schon vor anderthalb Wochen hätten eigentlich die letzten Punktspiele der Saison stattgefunden. Doch erst in rund anderthalb Wochen, am Samstag, 27. Juni, wird auf dem außerordentlichen Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) darüber entschieden, was tatsächlich mit der am 12. März wegen der Corona-Krise abgebrochenen Saison passieren soll. Alles deutet auf einen endgültigen Abbruch mit Aufsteigern nach der Quotientenregelung, aber ohne Absteiger hin. Das ist der Vorschlag des Verbandsvorstandes. Allerdings: Es gibt ein Dutzend weiterer Anträge, teilweise Ergänzungsanträge, aus dem Kreise der Vereine. Das berichtet Rotenburgs Kreisvorsitzender Uwe Schradick.

Der Verband ist in dieser Hinsicht nicht so mitteilsam – er schweigt sich lieber aus. „Zu den vorliegenden Anträgen machen wir im Vorfeld keine Angaben“, erklärt Pressesprecher Manfred Finger auf Nachfrage. Und er teilt mit, dass „der außerordentliche Verbandstag am 27. Juni (...) eine NICHT-öffentliche Veranstaltung ist.“ Auch Medienvertreter sind somit ausgeschlossen – im Gegensatz etwa zum Nachbarverband Bremen. „Die Verbandstage sind in der Regel öffentlich“, heißt es dort in der Satzung unter Paragraf 22.

Vieles ist trotzdem längst bekannt. Von Annullierung über Abbruch in den verschiedensten Varianten bis hin zur Saisonfortführung – alles ist noch möglich, alles wurde beantragt. „Und wenn alles keine Mehrheit bekommt, muss man den Verbandstag wohl am Sonntag fortführen“, witzelt Schradick. Er übt durchaus Kritik an einigen Anträgen: „Da ist auch Überflüssiges dabei, wo ganz klar die Vereinsbrille draufsitzt, aber nicht das große Ganze gesehen wird.“ Selbst Inter Celle 07, ein Verein aus der 3. Kreisklasse, hat einen Antrag gestellt, weil er nach der Quotientenberechnung nicht aufsteigen und auf Platz drei fallen würde.

Erst wird über Annullierung abgestimmt

Die Reihenfolge, nach der die Anträge behandelt werden, ist festgelegt: Erst wird über eine Annullierung der Saison abgestimmt. Sollte es hierfür eine einfache Mehrheit geben, wären alle anderen Varianten hinfällig. Ansonsten kommt als Nächstes der Vorschlag des Verbandsvorstandes – Saisonabbruch mit Aufsteigern und ohne Absteiger – zur Abstimmung. Wird er angenommen, geht es ins Detail: Dürfen Zweitplatzierte hoch, wenn keine Relegation vorgesehen war? Steigen auch Herbstmeister auf? Fällt aber dieses Abbruch-Szenario ebenfalls durch, könnte es doch noch eine Saison mit Absteigern geben. Als letzter Vorschlag wäre schließlich die Fortsetzung im Topf, obgleich sich eine große Mehrheit der Vereine schon vor Wochen dagegen ausgesprochen hatte.

Einen Termin, wann die neue Saison gestartet werden könnte, gibt es derweil noch nicht. Auch eine mögliche Aufteilung von Staffeln war bei der jüngsten NFV-Vorstandssitzung am Samstag „kein Thema“, wie Schradick erklärt.

Innerhalb von drei Jahren zu alter Sollstärke zurück

Der Spielausschussvorsitzende im Verband und Bezirk Lüneburg, Jürgen Stebani, hat aber bereits angedeutet, dass beispielsweise im Falle der Bezirksligen eine Aufteilung der 21er-Ligen in drei Staffeln mit späterer Auf- und Abstiegsrunde denkbar sei. „Da muss man individuell reagieren können“, findet Schradick. Auch hat sich der Verband im Falle des Saisonabbruchs ohne Absteiger bereits Gedanken gemacht, in welchem Zeitraum er die Staffeln zu alter Sollstärke zurückführen will: „Bis spätestens zum Beginn der Saison 2023/2024“ – also innerhalb von drei Jahren.

Wer stimmt ab?

Beim außerordentlichen (und virtuellen) Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) haben insgesamt 324 Delegierte ein Stimmrecht, darunter stellen die Kreise mit insgesamt 200 Abgesandten die meisten Stimmen – abhängig von der Anzahl ihrer gemeldeten Mannschaften. Hinzu kommen die Mitglieder des NFV-Vorstandes, pro Bezirk drei Delegierte sowie einer pro Team, das in der Oberliga vertreten ist. Der Kreis Rotenburg besitzt sechs Stimmen. Er hatte bei seinen Vereinen angefragt, wer Delegierter sein möchte. Daraufhin hatten sich die Abteilungsleiter Thomas Holzkamm (TV Sottrum) und David Kunsch (MTV Wilstedt) gemeldet. Neben ihnen stimmen aus dem Kreisvorstand Regina Thurisch, Detlef Reich, Mats Baur und Günter Sievers ab. Der Vorsitzende Uwe Schradick besitzt als NFV-Vorstandsmitglied eine Stimme.  maf

Von Matthias Freese

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