Sportlerwahl des Jahrzehnts - Startnummer 18

Auch auf dem Spinningrad geht‘s für Tim Ebersbach nicht ohne Fußball

Tim Ebersbach.
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Erfolgreicher Spieler, erfolgreicher Trainer: Tim Ebersbach.

Rotenburg – Den Sportplatz in Rotenburg hat Tim Ebersbach jetzt schon mehr als vier Monate nicht gesehen – schon etwas ungewöhnlich für einen amtierenden Trainer. „Auf einem Donnerstag war unser letztes Training, vor dem Spiel gegen Eintracht Celle“, erinnert sich der 40-Jährige. Doch dann kamen die Spielabsage, der zweite Lockdown und die unfreiwillige Pause für den Rotenburger SV und seinen Oberliga-Trainer.

Eine so lange Pause vom Fußball, vom Platz und den Spielern hat Ebersbach weder in seiner aktiven Zeit noch als Coach erlebt. „Aber es geht jetzt nur um die Vernunft, nicht um Wünsche“, bleibt der Trainer des Jahres 2019 und frühere Offensivspieler in Sachen Öffnung weiter defensiv.

Die neu gewonnene Freizeit hat auch bei Ebersbach für eine andere Struktur gesorgt. „Ich habe jetzt mehr gelesen als sonst“, sagt er – etwa die Biografie über Jürgen Klopp. „Und seit Januar bin ich zwei bis dreimal die Woche auf dem Spinningrad. Das verbinde ich gerne mit Fußball gucken.“ Denn: Joggen ist nicht so gut für ihn, seitdem er erfahren hat, dass er neben einem Knorpelschaden dritten Grades auch unter einem Ödem im Kniegelenk leidet. „Am Anfang durfte ich nicht mal Rasenmähen.“ Unvorstellbar für einen, der jahrelang aktiv war.

Wobei: Unvorstellbar war es für ihn als junger Spieler auch, jemals die Trainerlaufbahn einzuschlagen. „In einem RSV-Steckbrief habe ich mal geantwortet, dass ich auf keinen Fall Trainer werden möchte. Dann kam es doch ganz plötzlich so.“ Im vierten Jahr befindet er sich in dieser Rolle inzwischen, hat den RSV zurück in die Oberliga geführt und zusammen mit Co-Trainer Christoph Drewes die B-Lizenz gemacht. „Wir haben durchaus Interesse, den nächsten Step zu machen“, erzählt der Oytener und meint die DFB-Jugend-Elite-Lizenz.

Was manche in Rotenburg nicht wissen: Ebersbach Vater Wolfgang, vor sechs Jahren gestorben, wies ihm und seinem Zwillingsbruder Kai früh den Weg in den Fußball. Der Senior schaffte es als Außenstürmer bis in die 2. Bundesliga beim VfB Oldenburg und ließ seine erfolgreiche Karriere in der Region ausklingen. „Mein Papa war ein bunter Hund. Ich habe noch Bilder vor Augen, wie ich und mein Bruder beim Training in Fischerhude die Bälle aus den Wümmewiesen geholt haben. Er hat uns schon sehr geprägt“, erinnert sich Tim Ebersbach und ergänzt lachend: „Wir mussten uns von den Leuten aber oft anhören, dass wir uns sein Talent teilen mussten, weil er so eine Rakete war.“ Nun freut sich Familienvater Tim Ebersbach wiederum, dass auch sein elfjähriger Sohn dem Fußball hinterherjagt.

Für den Sozialversicherungsangestellten steht trotz mancher Einschränkung jedenfalls fest: „Es geht nicht ohne Fußball.“ Er selbst bezeichnet sich als detailversessen und als Trainer, bei dem die Saisonvorbereitung komplett durchgetaktet und strukturiert ist. Insofern sehnt er nach vier Monaten Auszeit auch die Zeit auf dem Rasen wieder herbei.

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