NFV startet „eFootball-Liga“ mit 17 Mannschaften aus der Oberliga

Anpfiff trotz Corona-Krise

Flinke Fifa-Finger sind in der „eFootball“-Oberliga des NFV gefragt. Fotos: Freese

Rotenburg - Von Lea Oetjen. Fußball verbindet in schwierigen Zeiten – sogar während der Corona-Krise, und auch wenn es nur am Bildschirm ist. Diese Erfahrung macht dieser Tage der Niedersächsische Fußballverband. Anfang des Monats hatte der NFV die „eFootball-Oberliga“ ins Leben gerufen, um die fußballfreien Wochen zu überbrücken. „In dieser schwierigen Zeit, in denen der Spiel- und Trainingsbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt werden muss, kann die niedersächsische Fußballfamilie ihren Zusammenhalt dokumentieren. Durch ,eFootball‘ haben wir wenigstens die Möglichkeit, nicht ganz auf Fußball verzichten zu müssen“, nennt Günter Distelrath, Präsident des NFV, die Vorteile des Pilotprojekts.

In der Tat: 17 von 18 Oberligisten liefern sich dieser Tage harte Zweikämpfe – zumindest an der Playstation bei Fifa 20. Einzig die FT Braunschweig stellt keine Mannschaft an der Konsole. So können wenigstens die Teams der höchsten niedersächsischen Spielklasse weiterhin gegeneinander antreten und dem Virus ein Schnippchen schlagen. Der Landkreis Rotenburg wird vertreten durch den Heeslinger SC, der mit seinen Spielern Darvin Strüve, Lennard Martens und Marco Sobolewski sein Glück versucht – bislang aber eher erfolglos. So setzte es zuletzt eine 1:12-Niederlage gegen den Tabellenfünften MTV Wolfenbüttel. Der Heeslinger SC ist damit nach sieben Spieltagen noch sieglos. Langsam aber sicher könnte es also eng werden, für den Coach – sofern es denn einen gibt.

So oder so: Durch das Pilotprojekt arbeitet der Verband daran, sein „eFootball“-Angebot zu erweitern. Wie dies letztlich in den NFV-Kreisen umgesetzt wird, ist noch nicht abschließend geklärt. „Eigentlich hätte es kürzlich ein Treffen in Barsinghausen geben sollen, bei dem das weitere Vorgehen besprochen werden sollte. Das fiel aber wegen der Corona-Krise leider aus“, verrät Oliver Stahs. Er ist stellvertretender NFV-Kreisvorsitzender und „eFootball“-Beauftragter. Bislang habe der Landesverband keine einheitlichen Regeln vorgegeben – zum Beispiel für eine „eFootball“-Kreisliga. Sofern es eines Tages für eine solche ein Modell geben würde, „wären wir nicht abgeneigt. Wir haben das Thema ,eFootball‘ auf dem Zettel. Durch die aktuelle Situation ist es nur in den Hintergrund gerückt“, so Stahs.

Als Vorbild könnten zum Beispiel die NFV-Kreise Gifhorn und Wolfsburg dienen. Sie haben beide binnen kürzester Zeit eine „eFootball-Kreisliga“ ins Leben gerufen – jeweils mit deutlich mehr Teams als ursprünglich erwartet. Während sich in Gifhorn 24 Mannschaften angemeldet haben, sind es in Wolfsburg sogar 26. Gespielt wird im sogenannten 85er-Modus – das bedeutet, alle Mannschaften haben die gleiche Spielstärke.

Für den MTV Gifhorn, dessen erste Herren in der Oberliga spielt, scheint sich der Vorstoß seines NFV-Kreises auszuzahlen. Das Team führt aktuell unangefochten die virtuelle Tabelle an. Es scheint, als würde der Oberligist ordentlich von der Kreisliga profitieren.

„Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass ,eFootball‘ immer beliebter wird. Es findet immer größeren Anklang in der Gesellschaft. Das Interesse wächst und wächst. Wir sind da am Ball“, sagt Stahs auch im Namen von Uwe Schradick (NFV-Kreisvorsitzender) und Frank Michaelis (Spielausschuss-Vorsitzender). Es sei lediglich die Frage, wie und vor allem, wie schnell ein solches Vorhaben umgesetzt werden könnte. „Vielleicht sollten wir auch besser noch etwas warten“, sagt der „eFootball“-Beauftragte mit Blick aufs Wetter. „Vermutlich wird das im Herbst und Winter wieder relevanter“, denkt er.

Feststeht, dass eine virtuelle Kreisliga auch in Rotenburg alles andere als abwegig ist. Schließlich hatte die erste Kreismeisterschaft im „eFootball“ im vergangenen Jahr gezeigt, wie groß das Interesse der Vereine an dem Konsolen-Sport ist. Fraglich ist allerdings, wie, wann und wo eine solche Spielklasse am Bildschirm ins Leben gerufen werden könnte. Es gilt, auf das Ende des NFV-Pilotprojekts zu warten. Die virtuelle Oberliga soll am 26. April beendet sein. „Dann schauen wir mal weiter“, meint Stahs.

Und wer weiß? Vielleicht feiert der FC Liverpool schon bald die Meisterschaft in der Kreisliga Rotenburg.

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