Immer wieder Schmerzen

Andresens „Kniefälle“: Defensivspieler beendet sein Oberliga-Projekt beim RSV

Luca Andresen steht an der Seitenlinie und wartet auf seine Einwechslung.
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Dreimal in der Oberliga eingesetzt: Dieses Bild von Luca Andresen entstand bei der Partie gegen den Heeslinger SC, unmittelbar vor seiner Premiere.

Bitter für Luca Andresen, bitter für den Rotenburger SV: Anhaltende Schmerzen in beiden Knien zwingen den Defensivspieler zum Aufhören. Doch es gibt vielleicht eine neue Aufgabe für ihn.

Rotenburg – Aktuell befindet sich Luca Andresen in einer Prüfungsphase. In Hamburg studiert er im vierten Semester Außenwirtschaft und internationales Management. Für Fußball bleibt da in diesen Tagen wenig Zeit. Muss auch nicht, denn er hat einen Entschluss getroffen. „Nicht mit dem Herzen, sondern mit dem Kopf “, wie der 22-jährige Defensivspieler mit dem Gardemaß von fast zwei Metern betont. „Und darauf bin ich auch ein bisschen stolz, dass ich die Entscheidung rational getroffen habe.“ Für den Rotenburger SV ist das weniger gut: Andresen wird nicht mehr in der Oberliga auflaufen. Schmerzen in beiden Knien haben ihn zu diesem Schritt bewogen.

Es ist nicht so, dass Andresen in seinem ersten Jahr beim RSV für großes Aufsehen gesorgt hätte. In den acht Partien bis zum Saisonabbruch hatte er es zu zwei Kurzeinsätzen gegen den Heeslinger SC und den VfL Oldenburg sowie zu 88 Minuten als Sechser im Spiel bei Blau-Weiß Lohne geschafft. Und doch hat der lange Blonde, der schon beim TSV Ottersberg Landesliga-Erfahrung gesammelt hatte und im vergangenen Sommer aus der Kreisliga vom TSV Otterstedt gekommen war, prompt einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Menschlich sowieso, wie Trainer Tim Ebersbach sagt: „Er ist ein unheimlicher Sympathieträger.“ Aber auch sportlich sahen sie durchaus einiges an Potenzial in ihm: „Ich hätte Luca schon mehr Spielzeiten zugetraut, nur ist es taktisch mitunter gegen ihn gelaufen. Da er eigentlich der Kopfballstärkste bei uns ist, habe ich seine Zukunft in der Innenverteidigung gesehen“, erklärt Ebersbach. Schon nach der Vorbereitung der vergangenen Saison hatte der Coach begeistert festgestellt: „Den Schritt, dass er über die zweite Mannschaft Spielpraxis sammeln soll, hat er übersprungen. Wenn das bei ihm so weitergeht, wird er irgendwann Stammspieler.“

Ebersbach sah in Andresen bereits einen künftigen Stammspieler

Doch die „Kniefälle“ verhindern nun eine Zukunft in der Oberliga. „Mit dem höherklassigen Amateurfußball habe ich abgeschlossen. Wenn, dann spiele ich nur noch hobbymäßig, ganz entspannt“, sagt Andresen. In den ersten Monaten nach der Corona-Auszeit habe er sich noch fit gehalten. „Aber irgendwann sind die Knieschmerzen beim Laufen wieder stärker aufgetaucht und ich habe auch in Alltagssituationen immer wieder Probleme gehabt. Das hat sehr genervt.“ Schon seit der Jugend verfolgen ihn diese Beschwerden, die zwischenzeitlich abgeklungen waren. Dann kehrten sie zurück.

In etlichen Wartezimmern hat er deshalb bereits gesessen. Die Empfehlung der Mediziner – wenig befriedigend: „Ich war bei vielen Ärzten. Mit wurde auch gesagt: Fußball sei nicht das große Problem, aber ich dürfte nicht viel laufen.“ Nach zahlreichen Physioterminen im Frühjahr und Gesprächen mit Pascal Hein, dem Physiotherapeuten des RSV, „ist die Entscheidung in mir gereift. Ich bin nicht so bekloppt wie andere. Meine Gesundheit ist mir nicht egal. Es ist am Ende nur Fußball. Das hätte nicht in dem Verhältnis zu dem gestanden, was es wert ist“, erklärt Andresen. „Ich habe auch offen mit Tim Ebersbach darüber kommuniziert.“ Und der Coach gesteht: „Ich kann das total nachvollziehen.“

Meine Gesundheit ist mir nicht egal. Es ist am Ende nur Fußball. Das hätte nicht in dem Verhältnis zu dem gestanden, was es wert ist.

Luca Andresen

Die Entscheidung sei ihm schwergefallen, „weil ich noch nicht lange im Team war“, betont der Otterstedter, der wegen des Studiums in Hamburg lebt. „Ich wollte das Projekt mit Rotenburg für ein paar Jahre angehen.“ Daraus wird nichts, wenngleich es nicht nach einem Abschied vom RSV klingt. „Wir möchten ihn an der Mannschaft behalten“, verrät Tim Ebersbach. Noch ist das nicht abschließend mit dem Vorstand geklärt, noch hat auch Andresen den Kopf wegen seiner Prüfungen nicht frei. „Aber es gibt die Idee, dass ich an der Mannschaft dranbleibe und in der Öffentlichkeitsarbeit mitwirke“, zeigt sich Luca Andresen, der auch sonst sozial unheimlich engagiert ist und die „Ihr könnt auf uns zählen“-Kampagne beim RSV mit angestoßen hatte, durchaus interessiert und spricht von einer Wertschätzung, die er in dieser erst kurzen Zeit an der Wümme erfahren habe.

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