ANPFIFF Oberliga

Luca Andresen lässt in Rotenburgs Defensive das Karussell drehen

Über seine starke Entwicklung beim Rotenburger SV darf sich Luca Andresen durchaus schon mal freuen. Ob er auch gegen Emden im Kader steht?
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Über seine starke Entwicklung beim Rotenburger SV darf sich Luca Andresen durchaus schon mal freuen. Ob er auch gegen Emden im Kader steht?

Rotenburg – Luca Andresen ragt beim Rotenburger SV heraus – kein Wunder bei einer Körpergröße von 1,98 Meter. Doch auch sonst hat der vom Kreisligisten TSV Otterstedt gekommene Defensivspieler eine beachtliche Entwicklung in der Zeit seit seiner Ankunft beim Rotenburger SV genommen. „Den Schritt, dass er über die zweite Mannschaft Spielpraxis sammeln soll, hat er übersprungen. Er gehört zur engeren Auswahl. Wenn das bei ihm so weitergeht, wird er irgendwann Stammspieler“, ist Trainer Tim Ebersbach begeistert.

„Ich reibe mir selbst gerade ein bisschen die Augen“, gesteht Andresen. „Aber ich merke es auch. In den ersten Trainingseinheiten bin ich mit dem Tempo überhaupt noch nicht klargekommen. Inzwischen habe ich aber die Ruhe am Ball und weiß, ich muss mir nicht in die Hose machen, wenn mir einer entgegenkommt.“ Insbesondere im letzten Testspiel vor dem Punktspielauftakt, am vergangenen Sonntag gegen den Landesligisten VfL Güldenstern Stade, lieferte Andresen eine den Trainer imponierende Vorstellung ab – und erzielte sogar ein Tor beim 6:0. Als „extrem stark“ bezeichnete Ebersbach den Auftritt. Doch der Student schränkt selbstkritisch ein: „Meine Pässe haben mir teilweise gar nicht gefallen, weil ich weiß, dass ich es besser kann.“

Es sieht nicht immer wie ein Kunstwerk aus, wenn ich am Ball bin.

Luca Andresen

Fast hätte der 21-Jährige übrigens schon mit dem höherklassigen Fußball abgeschlossen. Ständige Knieprobleme, schon in der Jugend, warfen ihn zurück. Erst nach einer Ernährungsumstellung besserte sich das spürbar. Ein längerer Auslandsaufenthalt verhinderte jedoch seinen Durchbruch beim TSV Ottersberg, damals in der Bezirksliga. Rotenburgs spielender Co-Trainer Christoph Drewes, damals in Ottersberg in dieser Funktion tätig, hatte dennoch ein Auge auf Andresen geworfen. „Das habe ich gar nicht so wahrgenommen“, sagt dieser und sieht in seinem Spielstil durchaus eine gewisse Ähnlichkeit zu dem von Drewes: „Wir sind ja beide nicht so die Filigrantechniker. Es sieht nicht immer wie ein Kunstwerk aus, wenn ich am Ball bin.“

Innenverteidiger, obwohl er die Position in der Jugend gehasst hat

Trotzdem erkannte Drewes das Potenzial und empfahl ihn Ebersbach. „Wir hatten gleich die Idee, ihn zum Innenverteidiger zu machen, auch wenn er das vorher nicht gespielt hat. Und er hat das Karussell hinten neu zum Drehen gebracht“, sagt der Coach. Andresen wirft allerdings ein, dass er durchaus schon mal vor längerer Zeit hinten drin gespielt habe. Spielen musste vielmehr. „Von der U 13 bis zur U 15 war das in Verden, was ich immer scheiße fand, denn eigentlich wollte ich nicht Innenverteidiger spielen“, erzählt er. Nachdem er sich im Herrenbereich dann dagegen gesträubt habe und sich stattdessen auf der Sechs beweisen durfte, ging es nun beim

RSV positionsbezogen wieder zurück. Und siehe da: „Jetzt macht es mir echt Spaß! Das Spiel mit aufzuziehen, dieses Andribbeln – das habe ich reinbekommen.“ Ebersbach findet: „Er setzt das um, was wir von ihm wollen. Von seiner Spielintelligenz, seiner Kopfballstärke und seiner Ruhe her ist es ein Bomben-Perspektivspieler.“ Was noch hinzukommt: Auch wenn der Blondschopf mit dem Zopf aufgrund seiner Größe eher schlaksig wirkt, so bringt er doch ein gutes Zweikampfverhalten mit. „Ich würde nicht gerne gegen mich selbst spielen, weil ich sehr körperbetont bin. Ich bin schon immer über die Intensität in den Zweikämpfen gekommen“, sagt er selbst. Und sein Trainer bestätigt, dass Andresen mit dem Übergang in die Kraftphase im Training seit rund zwei Wochen körperlich gut zugelegt habe. Mit diesen Qualitäten ist er durchaus eine Alternative im Abwehrzentrum geworden, insbesondere auch für die Mittelposition in einer Dreier- oder Fünferkette.

Das reine Schnuppern an der ersten Elf genügt Luca Andresen inzwischen jedoch nicht mehr. „Ich gebe mich nicht so früh mit etwas Erreichtem zufrieden. Ich weiß, dass da noch Luft nach oben ist. Und wenn ich es schaffen will, muss ich jedes Training da sein“, meint er. Dass er sich trotz der Konkurrenz in den Kader für die Partie bei Kickers Emden gespielt hat, scheint wahrscheinlich zu sein. Das ahnt auch Andresen und gesteht: „Wer am Ende spielt, ist nicht meine Aufgabe, das zu entscheiden. Ich wäre aber schon enttäuscht, wenn ich sehen würde, dass ich nicht im Kader stünde.“

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