Sportlerwahl des Jahrzehnts

Pia Mankertz ist an der Wümme heimisch geworden

Pia Mankertz
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Pia Mankertz ist die Führungskraft der Hurricanes schlechthin.

Rotenburg – Es ist nicht unbedingt das, was unter einem entspannten Neujahrstag zu verstehen ist. 2021 begrüßte Pia Mankertz laufend. Ausführlich laufend. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Lukas Misere und Fabian Knappik, sportlich sonst als Fußball-Trainer der SG Unterstedt an der Seitenlinie unterwegs, absolvierte die Zweitliga-Basketballerin der Avides Hurricanes erstmals einen Trainingslauf in der Länge eines Halbmarathons. Was deutlich macht: Der Ehrgeiz der 30-Jährigen macht auch vor Feiertagen nicht halt und ist ungebrochen.

Eigentlich hatte Pia Mankertz im April 2020 die Distanz von 21,1 Kilometern in Paris laufen wollen – zusammen mit ihrer damaligen amerikanischen Teamkollegin Kama Griffitts. „Mit ihr hatte ich schon darauf hintrainiert“, erzählt sie. Dann kam die Absage wegen Corona. Genau wie im Basketball. Und Ende des vergangenen Jahres verordnete Mankertz sich selbst eine Auszeit, um ihre Referendariatsprüfung nicht zu gefährden. Denn: „Je älter man wird, desto wichtiger wird der Beruf. Der nimmt schon einen größeren Stellenwert ein, als es noch das Studium hatte.“ Doch als Grundschullehrerin lassen sich Job und Sport für die gebürtige Hamburgerin weiter gut verbinden. Deshalb will sie im Herbst unbedingt in ihre zwölfte Saison für die Hurricanes gehen. „Mit so einer Saison wie der jetzigen willst du ja nicht wirklich aufhören“, findet sie.

Klasse Ballhandling: Pia Mankertz gehört seit Jahren zu den besten deutschen Basketballerinnen.

Dass sie überhaupt in Rotenburg heimisch wurde und inzwischen ihr Lebensmittelpunkt an der Wümme ist, hätte Pia Mankertz wohl selbst nicht gedacht, als sie 2010 aus dem Norden der Metropole nach Scheeßel kam. „Wenn du mit 19 die Heimat verlässt, hast du noch nicht diese Vision. Aber meine Mutter hat das immer schon gesagt. Sie wusste, dass ich mal aufs Land ziehe. Natürlich liebe ich es, in Hamburg zu sein und bin froh, schnell da zu sein. Ich bin aber kein Stadtmensch“, verrät die Team-Kapitänin.

Wir haben das Netz vom Korb abgeschnitten – das fanden die gar nicht witzig. Und dann ging die Tür unseres Busses nicht mehr zu. Weil wir ein bisschen lauter waren, kam sogar die Polize.

Pia Mankertz erinnert sich an den Aufstieg 2014 in Braunschweig.

Neben dem privaten Glück spielte auch der Erfolg keine unbedeutende Rolle. In ihrer ersten Saison stieg sie mit den Hurricanes in die erste Liga auf und wurde für das Jahr 2011 prompt zur Sportlerin des Jahres gekürt. Drei Jahre später wiederholte sie diesen persönlichen Erfolg. Auch den Sprung in die Nationalmannschaft der Damen schaffte Mankertz hier. Sie stieg 2014 mit den Hurricanes ein zweites Mal auf und holte im deutschen Oberhaus 2015 die Bronzemedaille. „Deshalb habe ich ja auch ein paar Jahre länger studiert“, gesteht sie augenzwinkernd und misst dem zweiten Titelgewinn die größere Bedeutung bei. Vielleicht auch, weil der entscheidende Play-off-Sieg beim Rivalen Eintracht Braunschweig so nachhaltig in Erinnerung blieb: „Wir haben das Netz vom Korb abgeschnitten – das fanden die gar nicht witzig. Und dann ging die Tür unseres Busses nicht mehr zu. Weil wir ein bisschen lauter waren, kam sogar die Polizei“, erinnert sich Mankertz noch gut, lacht und findet: „Bronze zu holen nach einem Aufstieg war auch verrückt, ein cooles Ereignis. So ein Aufstieg ist aber immer noch bedeutender.“

Das Netz um den Hals: Der Aufstieg 2014 gehörte zu den größten Erfolg für Pia Mankertz.

Nicht nur aufgrund ihrer Position, sondern auch dank ihrer Erfahrung nimmt der Point Guard bei den Hurricanes immer noch eine überragende Stellung ein. „Früher war ich die Junge und konnte viel lernen, von Erika Bobo oder Toni Thomas. So ändert sich das eben. Jetzt versuche ich, den Jungen Mut zu machen und sie weiterzubringen“, meint die Pädagogin, die als Ausgleich gerne reitet und nicht mehr alles dem Basketball unterordnet. So schlug sie sogar eine Einladung zum Lehrgang der 3x3-Nationalmannschaft aus. „Dazu konnte ich mich nicht durchringen“, gesteht Pia Mankertz und trainiert stattdessen lieber weiter für den Halbmarathon.

Zahlen, Daten, Fakten: Pia Mankertz

Geburtsort: Hamburg.

Alter: 30 Jahre.

Aktueller Wohnort: Rotenburg.

Familienstand: Ledig.

Beruf: Grundschullehrerin.

Sportart: Basketball.

Siege bei der Sportlerwahl: 2011, 2014.

Größte Erfolge: Berufung in die Damen-Nationalmannschaft 2012, 16 Länderspiele; beste deutsche Korbjägerin in der Bundesliga; Aufstieg in die Bundesliga mit den Hurricanes 2011 und 2014.

Bisherige Vereine: SC Alstertal-Langenhorn, SC Rist Wedel.

Aktueller Verein: Avides Hurricanes (seit 2010).

Hobbys: Reiten, Laufen, Beachvolleyball.

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